Erbsen und andere Leguminosen

Besondere Kennzeichen der Leguminosen: hoher Eiweißgehalt und „Dünger“-Produktion an ihren Wurzeln.

Man sieht sie eher seltener auf den Feldern: Hülsenfrüchte oder Leguminosen, z. B. Ackerbohnen und Körnererbsen - einheimische Eiweißbringer für Futtermittel. Aber auch beliebt bei Schwarzer Bohnenlaus und Erbsenblattlaus und vielen Schaderregern mehr. Zu den zahlreichen Verwandten der genannten Futterleguminosen gehören Gemüsearten wie Busch- , Stangen- , Feuer- oder die Puffbohnen, bekannt als Dicke Bohnen, sowie Schal-, Mark- oder Zuckererbsen – mit ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffen. Auch bestimmte Lupinen-Sorten, die im Mai mit ihren prächtigen Blütenkerzen die Gärten schmücken, gehören zu den Verwandten. Besondere Fähigkeit der Leguminosen: Mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln können sie Stickstoff aus der Bodenluft binden.

Eiweißreich und fettarm

Hülsenfrüchte spielen in der menschlichen Ernährung seit jeher eine wichtige Rolle, insbesondere bei fleischarmer oder vegetarischer Kost. Denn die reifen Samen von Bohnen, Erbsen, aber auch von Linsen haben einen hohen Eiweißgehalt. So ist die Gemüseerbse eine der nährstoffreichsten Gemüsearten: 100 g der essbaren Substanz enthalten 6,5 g Eiweiß, 12,5 g Kohlenhydrate, dazu Lecithin, Mineralstoffe, verschiedene Vitamine aus der B-Gruppe sowie Vitamin C und nur rund ein Prozent Fett. Von Busch- und Stangenbohnen werden in Europa überwiegend die grünen Hülsen genossen. Sie enthalten viel wassertreibendes Kalium und sind reich an Vitaminen, an Ballast- und Mineralstoffen. Roh dürfen Bohnenhülsen allerdings auf keinen Fall verzehrt werden. Schon fünf bis sechs rohe Bohnen können zur Vergiftung führen, beginnend mit Darmentzündungen. Schuld daran ist das giftige Phasin. Nach dem Kochen sind die Bohnen leicht verdaulich.

Ein Inhaltsstoff der Ackerbohne ist z. B. Tannin, ein Bitterstoff, der die Futteraufnahme herabsetzt und sich nachteilig auf die Verdauung auswirkt. Tanninarme Sorten können in punkto Ertragssicherheit jedoch zu wünschen übrig lassen.

Wurzeln mit eigener Stickstoffproduktion

Wenn Knöllchenbakterien in Böden unter Leguminosen vorhanden sind, infizieren sie deren Wurzeln. Typische Folgen sind knotenartige Anschwellungen. Für die Wirtspflanze ist dieser Befall durchaus positiv. Denn die Bakterien binden Luftstickstoff und machen ihn für ihren Wirt verfügbar. Wenn beispielsweise Erbsen für einen Kornertrag von 60 kg/ ha etwa 185 kg Stickstoff benötigen, wird mit Hilfe der Knöllchenbakterien ein beträchtlicher Teil dazu beigesteuert. Viele Leguminosen verfügen über eine kräftige Pfahlwurzel, die den Boden hervorragend erschließt. In der Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen wird daher Luzerne angebaut, weil sie Bodenverdichtungen aufbrechen kann und eine gute Struktur für die nachfolgenden Kulturen hinterlässt.

Schwarze Ackerbohnen-Stängel durch die Bohnenlaus

Krankheiten und Schädlinge können bei den Leguminosen hohe Verluste verursachen. So entstehen durch die Saugtätigkeit von Schwarzer Bohnenlaus und Erbsenblattlaus Wuchsstauchungen, zusätzlich übertragen sie Viren , die Krankheiten wie Mosaik- und Blattrollvirosen hervorrufen. Die Schwarze Bohnenlaus ist vor allem schädlich an Ackerbohnen (und Zuckerrüben). Weil sich die Jungtiere häufig in unmittelbarer Nähe des Muttertiers ansiedeln, entstehen dichte Kolonien, die sich langsam ausdehnen. Die Läuse saugen die Assimilate aus den Siebröhren von Stängeln, Blättern, Blüten und Früchten der Ackerbohne, bevorzugt junge Blätter und Blütenansätze. Damit fehlen den Pflanzen die von ihnen hergestellten Nährstoffe, die sie für ihr Wachstum benötigen. Übrigens überwintern die Läuse auf dem Pfaffenhütchen und dem Schneeball. Sommerwirte sind verschiedene krautige Pflanzen.

Von Käfern, Pilzen, Viren und Unkräutern

Auch Samenkäfer und Blattrandkäfer müssen an Bohnen und Erbsen ständig kontrolliert werden. Wenn sie überhand nehmen, z. B. 20 Blattrandkäfer je Quadratmeter, sollten sie bekämpft werden. Schokoladenflecken- und Brennfleckenkrankheit sowie Mehltau, Rost und Virosen greifen an den Blättern an und sorgen dafür, dass sie vorzeitig absterben und die Schoten verkümmern. Auch Brennflecken, Rost oder Mehltau können mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Zusätzlich bieten sich vier- bis sechsjährige Anbaupausen an. Rost kann man durch sorgfältiges Unterpflügen befallener Pflanzenteile in Schach halten. Da die Entwicklung von Ackerbohnen und Körnererbsen im Frühjahr langsam verläuft, schließen die Pflanzen erst relativ spät ihre Reihen. Bis dahin haben Unkräuter und –gräser genügend Licht, um sich nahezu ungestört entwickeln zu können. Daher lohnt eine gründliche Beseitigung – im Hausgarten und auf dem Acker.