Ein umstrittener Einwanderer – das Indische Springkraut

1839 taucht das aus dem Himalaja stammende Springkraut in England auf, 1904 südlich von Basel, 1927 bei Breisach und heute ist es in ganz Europa außer im Mittelmeergebiet zu Hause.

Zahlreiche Pflanzen finden sich fern ihrer Heimat auf Standorten wieder, auf denen sie oft die dort heimischen oder längst heimisch gewordenen Pflanzen verdrängen. Das Indische oder Drüsige Springkraut ist so ein „Zuwanderer“. Es kam vor mehr als 150 Jahren nach Europa. Weltweiter Handel, aber auch die Anpflanzung in botanischen und privaten Gärten sind Ausgangspunkte der Verbreitung der so genannten "Neophyten".

Das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) ist ein naher Verwandter unserer heimischen Springkraut-Arten. Deren Blütenpracht und Wachstum sind zwar längst nicht so üppig wie bei ihren eingewanderten Verwandten, aber sie haben auch Gemeinsames: Ihre Fruchtkapseln springen bei der Reife auf und schleudern die Samen heraus. Drei Meter weit schaffen es so die Samen der einheimischen Arten, sechs Meter die des Indischen Springkrauts. Auch das trägt wohl dazu bei, dass die Pflanze in kürzester Zeit große Bestände aufbaut.

Besonders gut hat sie sich an Standorte wie Böschungen an Wasserläufen, Gräben oder andere feuchte Standorte angepasst. Die oft über zwei Meter hohen Pflanzen werden von Juli bis Oktober von etwa vier Zentimeter großen, orchideenähnlichen Blüten übersät, mal violett-purpur, pink, auch zart orange und manchmal weiß. Die einjährige Pflanze aus dem Himalaja-Gebiet bietet vor allem in den Herbsttagen noch beliebte Futterplätze für Hummeln und Bienen. Andererseits wird befürchtet, dass das Kraut an Böschungen die Grasnarbe zerstört, so dass im Winter verstärkt Erosion auftreten könne.

Übrigens: Drüsiges Springkraut heißt es (auch), weil Blattstängel und Blattgrund mit unangenehm riechenden Drüsen versehen sind.