Die Kiefernwanze ist da und lästig

Ein nicht ganz neuer Einwanderer kann Nadelbäume schädigen

Eigentlich in Nordamerika zuhause, hat sich die Kiefernwanze längst auch in mehreren Ländern Europas eingelebt. Noch sind die Tiere bei uns mehr lästig als schädlich. In ihrer Heimat, dem gemäßigt warmen Westen der USA dagegen hinterlassen sie Schäden an Nadelbäumen und erschweren die Verjüngung des Baumbestands.

Lästlinge in Häusern und Wohnungen

Seit 1999 breitet sich die Amerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze in Europa aus. In den letzten Jahren häuften sich in Österreich Meldungen über ein immer massiveres Auftreten. Die mit 16 bis 20 Millimetern recht großen Wanzen dringen im Herbst in Häuser und Wohnungen ein, oft zu mehreren Dutzend Tieren. Sie sind dann auf der Suche nach einem Winterquartier. Das ist kein Grund zur Sorge: Die Wanzen beißen nicht und ihre „Stinkdrüsen“ verströmen einen eher angenehmen, apfelartigen Duft.

Ausbreitungsschub in Deutschland

Seit einiger Zeit wandert das Insekt entlang des Rheingrabens weiter nach Norden über Freiburg und den Breisgau bis in die Ortenau. Auch in Straßburg wurden bereits Exemplare gesichtet. In Offenburg und Durlach beobachteten Insektenkundler, wie die Einwanderer an Hauswänden entlang krabbelten. Sie nehmen an, dass Kiefernwanzen bei uns schon weiter verbreitet sind, als allgemein wahrgenommen.

Die Entwicklung als Schädling im Auge behalten

Förster und Waldbesitzer sind wachsam: Die Wanzen leben von Samen, Samenanlagen und Nadeln von Kiefern und Douglasien. 2008 kam es in Italien und Slowenien vereinzelt zu starken Ausfällen in der Samenproduktion an verschiedenen Kiefernarten. Die natürliche Verjüngung des Baumbestandes wird dadurch gebremst.