Zum Insekt 2007 gekürt: Die Ritterwanze

05.01.2007 Schule & Wissen

Das Kuratorium "Insekt des Jahres" wählte die Ritterwanze (Lygaeus equestris) zum Insekt des Jahres 2007. Wanzen gehören nach Expertenmeinung zu den farbenprächtigsten und interessantesten Insekten. Mit ihrer Wahl wollten die Forscher deren Image fördern, das unter der Furcht vor den Blut saugenden Bettwanzen leidet.

Die Ritterwanze ist acht bis 14 Millimeter groß und hat einen länglich-ovalen, leicht abgeflachten Körper. Ihr typisches Erkennungsmerkmal sind rot gefärbte Flügel mit einer schwarzen, kreuzförmigen Zeichnung. Diese Zeichnung unterscheidet sie auch von den rot-schwarzen Feuerwanzen, die auch in Städten oft unter Rosskastanien und Linden zu finden sind.

Die Ritterwanze ernährt sich von Pflanzensäften und ist ein wählerischer Feinschmecker. Den jugendlichen Larvenstadien munden ausschließlich die Weiße Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) und das Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis). Beides sind giftige Pflanzen, die nur auf Trockenrasen und in lichten Wäldern wachsen. Deshalb ist die Ritterwanze auf der Insel Rü gen und in Mittelgebirgen bis in die unteren Zonen der Alpen zuhause. Obwohl sie seltener geworden ist, ist sie nicht vom Aussterben bedroht. Die älteren Larven und Wanzen sind weniger wählerisch und begnügen sich auch mit Löwenzahn. Sie saugen vor allem an den Samen.

Die Ritterwanze überwintert als erwachsenes Insekt im Schutz des Bodens, in unbewohnten Bruthöhlen von Wildbienen oder in den Spalten von Steilwänden. Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, verlassen sie ihr Winterquartier und begeben sich auf Partnersuche. Die Paarung kann bei Ritterwanzen bis zu 24 Stunden dauern. Nach und nach legt dann das Weibchen bis zu 60 Eier ab, aus denen Larven schlüpfen. Einen Monat dauert ihre Entwicklung zum ausgewachsenen, flugfähigen Insekt; während dieser Zeit häuten sie sich vier Mal. Ritterwanzen leben eine Saison.