© Heinrich Beltz
26.06.2026

Zwerghimbeeren: Für Kübel gut geeignet

Neue Sorten bleiben kleiner und sind leichter zu pflegen

Himbeeren sind ein beliebtes Naschobst, das nicht mehr nur ausgepflanzt in den Boden im Garten angebaut wird, sondern mehr und mehr auch in Kübeln auf Terrassen und Balkonen. Die verbreiteten Sorten mit "normaler" Wachstumsstärke lassen sich zwar in Kübeln kultivieren, können aber sehr lange Ruten bilden, sodass sie viel Wasser benötigen und zum Umfallen neigen. Für Kübel werden seit einigen Jahren Zwergsorten angeboten.

Die verbreiteten normal wachsenden Himbeersorten (Rubus idaeus) bilden aus ihrer Basis im Boden heraus etwa 1,50 bis 2 Meter lange Ruten, die im Wachstumsjahr nicht blühen, sondern erst im Jahr darauf. Aus den Blüten bilden sich dann Früchte, und nach der Ernte sterben die Ruten im folgenden Winter schließlich ab. Diese Standardsorten werden als Sommerhimbeeren oder einmal tragende Himbeeren bezeichnet. Seit einigen Jahren sind Himbeer-Zwergsorten auf dem Markt, deren Ruten nur etwa 80 bis 120 Zentimeter lang werden. Dadurch sind sie deutlich besser für Kübel geeignet als die normal wachsenden.

Die einzige Sommersorte unter den Zwerghimbeeren ist 'NR7', die unter den beiden Markennamen 'Ruby Beauty' und 'Raspberry Shortcake' angeboten wird. Diese Sorte ist relativ weit verbreitet, trägt ab Anfang Juni mittelgroße, rote Früchte mit typischem Himbeeraroma und scheint relativ robust zu sein. Bei ihrem Schnitt muss beachtet werden, dass ihre neu gebildeten Ruten im Herbst auf keinen Fall wie bei den übrigen Zwerghimbeeren alle abgeschnitten werden dürfen, sondern nur die abgetragenen, zweijährigen Ruten sowie überzählige, schwache und kranke junge Ruten. Als Faustzahl gilt, dass in einem 20-Liter-Kübel etwa fünf bis sieben junge Ruten stehen bleiben.

Herbsthimbeeren

Bei der zweiten Gruppe von Himbeersorten blühen und fruchten die Ruten schon in demselben Jahr, in dem sie gewachsen sind. Sie werden als Herbsthimbeeren oder zweimal tragende Himbeeren bezeichnet und blühen etwas später als die Sommerhimbeeren, sodass ihre Früchte auch entsprechend später reif werden (ab Anfang August). Nachdem sich die Blüten im ersten Jahr an den Triebspitzen gebildet haben, entstehen im folgenden Frühjahr im mittleren Bereich der Triebe weitere Blüten, deren Früchte ab Juni reifen. Die Ruten können also in zwei Jahren hintereinander blühen und fruchten.

Ein sehr wichtiger Vorteil dieser Sortengruppe ist neben der späten Erntezeit ab August, dass die Früchte der "Herbsternte" wegen der späten Blüte meist nicht mehr vom Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) befallen werden und daher frei von dessen Larven, den "Würmern" sind. Stattdessen werden sie allerdings im Spätsommer oder Herbst gern von den "Maden" der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) besiedelt. Beim Schnitt der Herbsthimbeeren hat man die Wahl, ob man im Winter alle Ruten bodennah entfernt oder einen Teil der neu gebildeten Ruten stehen lässt, damit man noch eine zusätzliche "Sommerernte" im Juni/Juli des Folgejahres hat. Fast alle Zwergsorten der Himbeeren gehören zu dieser Gruppe. Weit verbreitet ist 'Little Sweet Sister', die auch als 'Iuhimo' oder 'Summer Lovers Patio Red' angeboten wird. Sie trägt mittelgroße rote Früchte mit eher mildem Geschmack und scheint recht robust zu sein.

Unter den Markennamen 'YUMMY' und 'Lucky Berry Himbeere' wird die besonders feintriebige Sorte 'jdeboer19' angeboten. Ihre roten Früchte sind mittelgroß und relativ mild im Geschmack. Eine besonders schwach wachsende Sorte ist 'Baby Dwarf'. Sie trägt allerdings nur relativ kleine Früchte, die dafür ein sehr intensives Aroma besitzen. Eine Zwergsorte mit gelborangefarbenen Früchten von ist 'Little Orangelina', eine mit gelben Früchten 'Goodasgold'.

Pflegemaßnahmen

Die Pflege von Himbeeren in Töpfen gleicht der anderer Obstgehölze. Die Gefäßgröße sollte mindestens 20 Liter betragen; nur sehr schwach wachsende Sorten können notfalls auch in kleineren Töpfen einige Jahre gedeihen. Sie sind recht empfindlich gegen Trockenheit, gleichzeitig aber auch sehr gegen Staunässe. Ein lockeres, strukturstabiles Substrat ist daher sehr wichtig, gute Erfahrungen wurden mit Kokossubstraten gesammelt. Himbeeren können unter Sonnenbrand leiden, daher sollten eher halbschattige als extreme Sonnenstandorte gewählt werden.

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