Wenn die Larven der Buschhornblattwespen Kiefernnadeln fressen .....

16.06.2015 Haus & Garten

..... ist es um die Schönheit der Gehölze geschehen

Ob als Kleingehölze im Steingarten oder frei stehend als Blickfang und Strukturelement im Garten entfalten Kiefern beträchtlichen Schmuckwert. Wenn aber Blattwespenlarven die Nadeln bis zum Ansatz völlig wegfressen und zudem Gespinste und Kotreste an den Fraßstellen hinterlassen, ist die Schönheit dahin. Verschiedene Arten von Buschhornblattwespen sind die Übeltäter. Sorgsame Pflege mit bedarfsgerechten Düngergaben und ausreichendem Wässern stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen.

Die Gemeine Kiefernbuschhornblattwespe legt im Mai und Juni ihre Eier an Nadeln aus dem vorangegangenen Jahr. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die etwa 2,5 Zentimeter langen Larven. Sie sind hellgelblich bis gelblichgrün, tragen eine Längsreihe schwarzer Punkte auf beiden Seiten und haben einen gelbbraunen Kopf. Die Larven fressen gemeinschaftlich an den Nadeln von oben bis zum Nadelstumpf. Dabei nagen Jungtiere schartenförmig vom Nadelrand, soweit dass in der Mitte nur noch ein fadenförmiger Nadelteil übrig bleibt. Ältere Larven fressen die Nadeln bis auf den Stumpf weg. Ältere, südexponierte Gehölze und solche, die auf mageren Standorten wachsen, befallen die gefräßigen Larven am liebsten. Sie verpuppen sich in Kokons an den Nadeln, Trieben oder im Unterwuchs der Pflanzen. An warmen Standorten entwickelt sich im August eine zweite Generation. Auch diese schädigt Maitriebe und kann an einzelnen Zweigabschnitten Kahlfraßschäden verursachen. Die Larven dieser Generation verspinnen sich im September und Oktober im Boden oder in der Bodenstreu und verpuppen sich erst im folgenden Frühjahr.

Die Larven der Rotgelben Kiefernbuschhornblattwespe schlüpfen im Frühjahr aus den überwinterten Eiern. Sie sind bis zu 2,5 Zentimeter groß, dunkel graugrün bis schwarz gefärbt. Auf dem Rücken haben sie helle Streifen, seitlich einen schwarzen, weiß gesäumten Streifen mit kleinen schwarzen Warzen. Typisch ist ihr glänzend schwarzer Kopf. Im Mai fressen die gemeinschaftlich am Zweig sitzenden Larven die älteren Nadeln unterhalb des Maitriebes bis auf den Stumpf. Der Schädling bevorzugt Gehölze auf trockenen Standorten und kann dort erhebliche Schäden verursachen. Im Juni und Juli wandern die Larven in den Boden ab und verpuppen sich. Im August schlüpfen die Wespen und legen ihre Eier in die Nadelkanten ab.

Bei beiden Arten nehmen alle Tiere gleichzeitig eine Schreckhaltung ein, wenn sie gestört werden. Dabei heben sie den Vorderkörper an und legen ihn rückwärts auf das Hinterende.

Von Gespinströhren umhüllte Triebspitzen weisen auf Befall durch die Kiefernkulturgespinstblattwespe – Acantholyda hieroglyphica hin. In den Gespinströhren leben ihre Larven. Die Röhren sind unterhalb des Knospenquirls bis zu dessen Basis zu finden. Die Larven fressen die Nadeln an Triebspitzen von Kiefern von oben nach unten weg. Sie sind etwa 2,5 Zentimeter groß, schmutzig-braungrün, bräunlich gesprenkelt und tragen eine dunkle Linie auf Bauch und Rücken. Die Gespinströhren sind außen mit Kotkrümeln bedeckt. Die Wespen fliegen im Juni. In dieser Zeit legen die Weibchen ein Ei an den Maitrieb ab. Nach kurzer Fraßtätigkeit verlassen die Larven bereits im August die Gespinströhren und ziehen weiter in den Boden. Hier verpuppen sie sich im Mai des folgenden Jahres. Der Schädling entwickelt jährlich nur eine Generation. Ein Teil der Puppen bleibt zwei oder drei Jahre liegen, bevor die Wespen schlüpfen. Das Schadbild ist zwar sehr auffällig, die Schäden sind aber vor allem bei Zierkiefern in Gärten und Grünanlagen bisher gering. Vor allem in Baumschulen können sie jedoch größer sein.

Bei allen Buschhornblattwespenarten gilt: Wenn starker Befall ein wiederholtes Auftreten erwarten lässt, sollte man den Pflanzenschutzdienst zu Rate ziehen.

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