Wellness für den Rasen

29.03.2006 Haus & Garten

Eine dichte Grasnarbe, die Belastungen durch Spiel und Sport nicht übel nimmt – auch nach diesem Winter?

Vielen Rasenflächen sieht man den Winter 2005/2006 schon auf den ersten Blick an. Sie präsentieren sich lückig und gelb. Mehr denn je ist deshalb eine Frühjahrskur mit Vertikutieren, Düngen und Schneiden angesagt. Nicht schon in diesen Tagen, sondern warten bis die Temperaturen auf etwa 10º C steigen. Zurzeit dürfte der Boden noch zu kalt und/oder zu nass sein. Also, nichts überstürzen, damit der von einem außergewöhnlichen Winter geschundene Rasen mit seinen verbliebenen Gräsern nicht durch Vertikutieren weiter geschädigt wird. Schließlich sollen ausreichende Temperaturen und ein bisschen Sonne gleich danach das Wachstum der Gräser beflügeln.

Sobald sich robuste Unkräuter und Moos den Grashalmen entgegenstellen und eine geschlossene Narbe verhindern, heißt es, dagegen vorzugehen: Wenn das Ausstechen mehr schadet als hilft, mit Herbiziden. Sie können kombiniert mit Rasendünger gestreut werden oder als einzelnes, gartengerechtes Produkt angewendet werden. Gegen Moos hilft oft ein Nährstoff: Eisen-II-Sulfat, das vom Moos nicht vertragen wird und dadurch bekämpfend wirkt.

20 000 bis 40 000 Grashalme je Quadratmeter werden für einen Gartenrasen angestrebt. Auf Golfplätzen sollten es zwischen 100 000 und 200 000 Halme sein. Damit sich die einzelnen Gräser optimal zu einer dichten, lückenlosen Narbe entwickeln können, brauchen sie genug Licht, Nährstoffe, vor allem Stickstoff, Wasser und Luft. Stimmen diese Voraussetzungen im Laufe des Jahres nicht, macht sich umso leichter Unkraut und Moos im Rasen breit. Dazu können aber auch eine ungünstige Rasenmischung oder ein zu tiefer Rasenschnitt beitragen.

Kräftig durchlüften

Die erste und wichtigste Pflegemaßnahme im Frühjahr ist das Vertikutieren: Sobald die Wintertemperaturen verflogen sind und der Rasen nach einigen Sonnentagen abgetrocknet und bis zum Boden erwärmt ist. Mit einem motorisierten Vertikutierer oder auch einer Eisenharke wird der Rasen bis zur oberen Bodenschicht kräftig „durchgekämmt“. Damit werden abgestorbenes Gras, Moos und Laubreste aus dem Rasen geholt. Mancher Hobbygärtner nutzt auch schon mal erfolgreich die Gelegenheit, in den aufgerauhten Boden an lückenhaften Stellen, Rasensamen nachzusäen. Er wird mit Sand bedeckt und festgetreten. Wenn man hat, mit einem Tretbrett. Aber reichlich säen, denn für Amseln & Co. sind die Samen ein gefundenes Fressen. Nach dem Vertikutieren haben die Gräser Platz, um sich wieder ungestört auszubreiten.

Erster Schnitt

Wenn das Gras eine Höhe von 6 bis 8 cm erreicht hat, sollte es auf ca. 4 cm geschnitten werden. Vorsicht: Nicht tiefer als 3 cm, sonst wird der Aufwuchs der alten und nachwachsenden Halme zu Gunsten von Unkräutern und Moos gestört. Bei trockenem Wetter empfiehlt es sich, nach dem Mähen zu wässern. Etwa im Mai zeigt sich, ob Unkräuter und Moos schneller als die Gräser gewachsen sind, und ob der Nährstoffvorrat im Boden für sie noch reicht. Ein Mangel herrscht, wenn sich der Rasen hellgrün färbt. Soweit braucht es nicht zu kommen, wenn man erfahrungsgemäß Anfang Mai erstmals einen Langzeitdünger streut. Diese Depotdünger setzen die Nährstoffe je nach Feuchtigkeit und Temperaturen frei - so wie die Gräser sie für ihr dadurch angeschobenes Wachstum benötigen. Der Dünger sollte alle 6 bis 8 Wochen gestreut werden. Und wenn Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee oder Ehrenpreis doch schneller sind als die Gräser und Ausstechen nicht recht hilft, kann man sie mit Herbiziden, die für den Garten zugelassen sind, bekämpfen. Sie stehen auch kombiniert mit Rasendüngern zur Verfügung und können so in einem Arbeitsgang ausgebracht werden. Damit sind die Weichen für eine gute Erholung des Rasens gestellt.

Problemfall Moos

Moos drängt Rasen immer weiter zurück. Es entsteht dort, wo sich Nässe staut, der Boden versauert ist und/oder die Fläche im Schatten liegt. Einer Bodenversauerung kann man durch Kalkgaben, am besten im Herbst, entgegenwirken. Kalk sorgt für einen neutralen pH-Wert ; Bodenlockerung und die Einarbeitung von Sand für einen besseren Wasserabzug. Auf schattigen Flächen helfen spezielle Mischungen von Rasensamen mit schattenverträglichen Arten wie Rasenschmiele und Lägerrispengras. Wenn all dies nicht zum Erfolg führt, helfen im aktuellen Fall Moosbekämpfungsmittel, die vorwiegend Eisen-II- Sulfat enthalten. Es entzieht dem Moos das Wasser, so dass es schwarz wird und abstirbt.