Unerwünscht, weil allergen – das Beifußblättrige Traubenkraut

18.01.2006 Haus & Garten

Um die Ausbreitung einer stark allergenen Pflanze in Deutschland zu verhindern, wird die Bevölkerung aufgerufen, die Pflanze in den Gärten zu vernichten.

Mit dem Beifußblättrigen Traubenkraut haben sich Mediziner, Pollenfachleute, Botaniker, Naturschützer und Vertreter des Pflanzenschutzdienstes beschäftigt. Der Grund: Man weiß zu wenig über die stark allergene Pflanze.

Aus Nordamerika kommend, hat sie sich in mehreren europäischen Ländern massiv ausgebreitet. So ist die Allergierate beispielsweise in italienischen Verbreitungsgebieten um 60 Prozent gestiegen, berichteten Experten. Auch für die Landwirtschaft seien Schadwirkungen zu befürchten.

Die kleinen, unscheinbaren gelben Blütenköpfchen in den fingerförmigen, grüngelblichen Blütenständen des Traubenkrauts Ambrosia artemisiifolia tragen je Pflanze bis zu einer Milliarde Pollen. Sie können allergische Reaktionen der Augen und Atemwege auslösen und zu Asthma führen. Da Ambrosia erst im August und September blüht, verlängert sich durch sie noch die Pollensaison.

Die 3 000 z. T. sogar bis zu 60 000 Samen der einjährigen krautigen Pflanze aus der Familie der Korbblütler bleiben bis zu 40 Jahre im Boden keimfähig. So überrascht es nicht, dass sich das Traubenkraut in mehreren europäischen Ländern wie Frankreich, Ungarn und Italien bereits massiv ausgebreitet hat. Um das Datenmaterial über die Pflanze auf eine breitere Basis zu stellen, hatte die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) Experten verschiedener Fachrichtungen zu einem Workshop nach Braunschweig eingeladen. Letztlich auch, um darüber zu beraten, wie sich eine weitere Ausbreitung in Deutschland verhindern lässt.

Außerdem möchte die BBA die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren, so Dr. Gritta Schrader. “Wer die Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie bekämpfen. Am besten reißt man sie vor der Blüte aus – immer mit Handschuhen, da sonst Hautirritationen ausgelöst werden könnten. Während der Blütezeit sollte man sich mit einer Staubmaske vor den Pollen schützen, denn der wiederholte Kontakt kann Allergien hervorrufen.

Die Pflanze wird übrigens 30 bis 150 cm hoch. Ihre Stängel sind leicht behaart, die unteren Blätter doppelt fiederspaltig.