Spätfolgen des Winterfrostes an Gartenpflanzen

31.05.2012 Haus & Garten

Frostschäden verwachsen sich oft nur teilweise

Der Monat Mai bringt die Spätfolgen des Winterfrosteinbruchs von Anfang Februar und der örtlich heftigen Spätfröste Anfang April an den Tag. Glücklicherweise können sich zahlreiche Pflanzen gut regenerieren, so dass das teilweise recht trostlose Bild in Gärten und Grünanlagen allmählich frischem Grün weicht. Also nicht zu früh zur Schere greifen.

Die Spätfolgen sind unterschiedlich ausgeprägt. Dort, wo der Frost bei Gehölzen nur Blattwerk und kaum Holz geschädigt hat, können sich die Pflanzen gut erholen. Allerdings geschieht das auch bei gleichen Pflanzenarten je nach Standort in unterschiedlichem Maße. Man sollte „Rodeaktionen“ oder starken Rückschnitt nicht zu früh vornehmen. 

Einige Pflanzen sind wohl unwiderruflich verloren, wie etwa Schneeheide, einige Narzissenarten- und –sorten, oder zahlreiche Pflanzen, die in Containern überwintern mussten, die nicht im Erdboden eingesenkt waren. Ausgepflanzt e Taglilien (Hemerocallis) haben kaum Schäden davongetragen. Das gilt auch, wenn sie in Containern wachsen, die im Herbst in den Boden eingesenkt wurden. Starke Ausfälle gibt es dagegen dort, wo die Pflanzbehälter auf dem Boden standen. Das gilt örtlich für zahlreiche Pflanzenarten auch in der Anzucht. Pflanzen wie Herbstzeitlose, Christrose, Wandbegrünungen mit Efeu oder die Atlantische Zeder treiben jetzt wieder gut aus und werden kaum Schmuckwert einbüßen. Ganz anders sieht es bei manchen Arten aus, die unregelmäßig austreiben: einige weißbunte Spindelsträucher (Euonymus)- oder Ilex-Arten, Glanzmispel, Sommerflieder, Kirschlorbeer, hoch wachsende Bambus-Arten sowie stark zurück gefrorene Hortensien, bei denen die Blütenbildung ausbleibt. Ihr Schmuckwert leidet. Pauschale Aussagen lassen sich zu den Spätfolgen des Winterfrostes nicht treffen, da lokale Gegebenheiten wie etwa Standort, Klima oder Pflege hier eine wesentliche Rolle spielen.

Auch auf Knospenfäule achten

Die Blütenknospen etlicher Rhododendron-Sorten sind so stark geschädigt, dass sie sich nicht weiter entwickeln und die Büsche meist gar nicht blühen. Die Blütenknospen werden dann braun. Wenn sie allerdings einen schwarzen Belag und ein stacheliges Aussehen (Konidienträger eines Pilzes) haben, ist nicht der Frost Schuld an diesem „Sitzenbleiben“, sondern die Pycnostysanus-Knospenfäule, die durch den pilzlichen Erreger Pycnostysanus azaleae verursacht wird. Er infiziert die Knospen ab Spätsommer. Wissenschaftlich umstritten ist, ob die Wunden, die die Rhododendron-Zikade bei der Eiablage verursacht, dem Erreger als Eintrittspforte dienen und so den Befall mit diesem begünstigen. Auf jeden Fall müssen solche Knospen ausgebrochen und vernichtet werden. 

Erst verwöhnen, dann schneiden

Bevor der Pflanzenfreund über einen „Gesundungsschnitt“ oder das Entfernen betroffener Pflanzen entscheidet, sollte er seinen überlebenden Pflanzen ein „Verwöhnprogramm“ aus optimaler Wasserversorgung und Düngung angedeihen lassen.