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Haus & Garten
02.06.2009

Giersch – ein Wucherunkraut mit guten Eigenschaften

Junge Gierschblätter eignen sich zum Verzehr, z.B. als Gemüse oder in Salaten. Foto: AdobeStock

Der Giersch ist in schattigen Gärten kaum zu bändigen. Ausufernde Bestände sind unerwünscht, auch wenn er eine beliebte Nahrungsquelle für Schmetterlinge und Hautflügler wie Wespen, Bienen und Hummeln ist.

Hat sich der Giersch erst einmal in einem Garten festgesetzt, wird man ihn nur schwer wieder los. Das liegt vor allem an seinen stark verzweigten Wurzel-Ausläufern, die sich oft wie Quecken im Boden verbreiten und an seiner hohen Samenproduktion. Außerdem verdrängen die Doldengewächse, die bis zu einen Meter hoch werden können, mit ihrem dichten Blätterkleid andere Pflanzen. Die gute Nachricht: junge Giersch-Blätter eignen sich zum Essen, als spinatähnliches Wildgemüse oder als Salat. Sie sind aber mit größter Vorsicht zu genießen, denn, Giersch ist leicht mit dem giftigen Gartenschierling zu verwechseln. Beide sind enge Verwandte von Nutzpflanzen wie Möhre, Fenchel und Petersilie. Auch als Heilpflanze hat sich der Giersch einen Namen gemacht. Im Altertum behandelte man damit die Gicht.

Die Lieblingsplätze des stattlichen Giersch (Aegopodium podagraria) sind Laubwälder. Auch unter Büschen und Hecken, in schattigen Gärten, an Zäunen und auf Grünland siedelt er sich an. Die kleinen weißen, rötlich ausgerandeten Blüten in großen endständigen Dolden erscheinen im Mai, die Hauptblütezeit liegt im Juni und Juli. Eine einzige Pflanze bringt 2 500 – 5 000 Samen hervor.

Die Bekämpfung des Wucherunkrauts ist schwierig. Jeder Versuch, es zu entwurzeln und jeder Spatenstich führen zur weiteren Vermehrung, denn aus jedem Wurzelstückchen im Boden geht eine neue Pflanze hervor. Für die Bekämpfung eines ausufernden Bestandes gibt es verschiedene Pflanzenschutzmittel, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Glyphosat. Damit werden die Blätter bestrichen oder betupft. Das bienenungefährliche Mittel verteilt sich in der ganzen Pflanze und lässt sie eingehen.

Und wie kann man erkennen, dass man es nicht mit dem Giersch zu tun hat, sondern zum Beispiel mit dem Gartenschierling (Aethusa cynapium)? Das auch Hundspetersilie, in England Dog Poison, genannte Kraut hat deutlich schmalere Fiederblättchen als der Giersch und verströmt beim Zerreiben seiner grünen Teile einen knoblauchartigen Geruch.

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