Borkenkäfer bohren in Wacholder und Thuja

27.05.2010 Haus & Garten

Eingeschleppte Käfer dringen in frisch bepflanzte Gärten vor.

Im Frühjahr fallen sie besonders deutlich ins Auge: braune, vertrocknete Seitentriebe an Wachholder und Thuja. Borkenkäfer tun ihr Zerstörungswerk bevorzugt an zypressenartigen Koniferen und so heimlich, dass sie oft erst nach Jahren entdeckt werden. Rund um Berlin und Potsdam sowie in der Lausitz haben sich die Schädlinge in neu bepflanzten Gärten ausgebreitet. Werden sie zu spät bemerkt, sterben ganze Hecken oder Ziergehölze ab.

Mit Ziergehölzen eingeschleppt

„In erster Linie sind urbane Zentren befallen, in denen viele Koniferen gepflanzt wurden“, erklärt Manfred Lehmann vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung LVLF in Frankfurt an der Oder. „Ich gehe davon aus, dass die Schädlinge aus den Niederlanden eingeschleppt wurden, denn dort traten zum selben Zeitpunkt die gleichen Probleme wie bei uns auf.“ Zu den Borkenkäfern an zypressenartigen Koniferen zählen der Zweifarbige Wacholderborkenkäfer (Phloeosinus aubei), der Thujasplintkäfer (Phloeosinus thujae) und der japanische Thujabastkäfer (Phloeosinus rudis). Wacholderborkenkäfer und Thujasplintkäfer wurden vermutlich schon vor Jahren mit Ziergehölzen eingeschleppt und sind mittlerweile in Deutschland heimisch.

Schädlinge aus Afrika, Asien und der Mittelmeerregion

Der nur zwei bis 2,7 Millimeter große Wacholderborkenkäfer und der noch kleinere Thuja-Splintkäfer sind im Norden und Osten Afrikas, in Kleinasien und in den Mittelmeeranrainerländern heimisch. Von dort breiteten sie sich vermutlich schon vor 30 Jahren nach Nordeuropa aus. Seit zehn Jahren vermehren sich die kleinen Käfer explosionsartig in den Niederlanden und 2004 wurde auch der aus Japan stammende Thujabastkäfer im Westen der Niederlande entdeckt. Bislang tauchte die japanische Käferart noch nicht in Deutschland auf. Laut Manfred Lehmann sei es aber nur eine Frage der Zeit, wann sie auch bei uns nachgewiesen werde. Nur wer aufmerksam ist, kann eine Einschleppung in den eigenen Garten verhindern.

Abgestorbene Triebe kontrollieren!

„Kontrollieren Sie abgestorbene Triebe. Wenn Sie einen Befall rechtzeitig erkennen, können Sie größere Schäden verhindern.“ rät Manfred Lehmann den Gartenbesitzern. Befallene Triebe sind hohl und mit Kot gefüllt. Das erkennt auch der Laie, wenn er den vertrockneten Trieb abbricht. Bei einzelnen befallenen Trieben reicht es aus, diese zu entfernen. Befinden sich aber am Stamm oder an kräftigeren Ästen bereits Ausfluglöcher von Käfern, muss das Käferholz ausgeschnitten oder der gesamte Baum vernichtet werden. „Idealerweise werden befallene Bäume vernichtet, bevor die neue Käfergeneration ausfliegt“, sagt Manfred Lehmann. Die Larven verpuppen sich nach ihrer Entwicklung im Splintholz und die Käfer fliegen Mitte Mai aus.

Befallene Pflanzen zurückgeben

Da die Borkenkäfer oft mit neuen Pflanzen in den Garten gelangen, empfiehlt der Experte, die Ware sofort nach dem Kauf genau zu prüfen. „Winzige Bohrlöcher am Stamm oder Fraßgänge in abgestorbenen Trieben sind Gründe, eine Pflanze zurückzugeben.“ Wer einen Befall erst nach Monaten meldet, hat mit seiner Reklamation keinen Erfolg mehr. Nach der Pflanzung sollten die Gartenfreunde insbesondere im Frühjahr auf Symptome achten und den Hochzeitsflug der neuen Käfergeneration verhindern. Die Käfer befallen nur angegriffene und gestresste Bäume: Gute Pflege der Ziergehölze beugt dem Befall vor, denn gesunde Bäume wehren sich mit Harzfluss, wenn die Käfer versuchen, ihre Rinde anzubohren.

Baumschulen dürfen Insektizide einsetzen

In Baumschulen und Gartenbaubetrieben dürfen Insektizide gegen den Borkenkäfer eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um so genannte Kontakt- und Fraßpräparate, die die Gärtner auf die Stämme gefährdeter Bäume streichen. Die Pflanzenschutzmittel verhindern, dass Käfer in die Rinde eindringen. Bei starkem Käferbefall kann ein Baum jedoch nicht mehr gerettet werden. Dann vernichten auch die Baumschul- und Gartenbauexperten die befallenen Pflanzen.