Weniger Pilzgifte in Maisprodukten durch moderne Züchtungsmethoden

14.08.2008 Forschung & Technik

Forscher sehen besonders in Entwicklungsländern eine erhöhte Gesundheitsgefahr durch krebserregende Pilzgifte in Maisprodukten, weil die Qualität der Nahrungsmittel in diesen Ländern weniger streng kontrolliert wird.

Wenn Schädlinge an Maispflanzen und ihren Körnern fressen, beeinträchtigen sie nicht nur das gesunde Wachstum und den späteren Ernteertrag, sondern beschwören noch ein weiteres Problem herauf: An den Fraßstellen dringen bevorzugt Pilze in die Pflanzen ein, die krebserregende Giftstoffe produzieren und damit die aus Mais gewonnenen Futter- und Lebensmittel belasten. Zwar lässt sich das Vorkommen dieser Stoffe verringern, wenn die Maisschädlinge mit Insektiziden oder auch Schlupfwespen bekämpft werden. Deutlich weniger dieser Mykotoxine findet man allerdings in gentechnisch verändertem, insektenresistentem Mais.

Zu diesem Ergebnis sind laut Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.6.2008 Wissenschaftler der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen nach Anbauversuchen im vergangenen Jahr gekommen.

Amerikanische Wissenschaftler versuchen, der Gefahr belasteter Maisprodukte zu begegnen, indem sie Sorten züchten, die gegenüber dem Aflatoxin bildenden Pilz Aspergillus flavus resistent sind, die gleichzeitig aber auch hohe Erträge bringen. Wie die Zeitung bereits am 16.4.2008 berichtete, kooperiert das amerikanische Landwirtschaftsministerium hier mit dem Internationalen Institut für tropische Landwirtschaft in Nigeria. Die Forscher wollen bei einigen einheimischen Maissorten in Zentral- und Westafrika und bei einigen modernen Züchtungen, die von Natur aus gegenüber dem Pilz resistent sind, die Gene identifizieren, die für diese Resistenz verantwortlich sind.