Resistente Schädlinge – auch im Bio-Anbau eine Herausforderung

13.11.2007 Forschung & Technik

Ein Gen macht den Apfelwickler widerstandsfähig gegen die bisher wirksamen Baculoviren.

Wissenschaftler haben jüngst entdeckt, dass eine Veränderung am Erbgut für die Resistenz des Apfelwicklers gegen Baculoviren verantwortlich ist. Der Apfelwickler ist einer der gefährlichsten Schädlinge im Obstbau. Bislang wurde er in Bio-Obstanlagen erfolgreich mit Baculoviren bekämpft. Seit einigen Jahren aber lässt die Wirkung dieser Bekämpfungsmethode nach.

Erste „Feldresistenz“ weltweit

Das Phänomen beim Apfelwickler ist, so die Wissenschaftler, die erste, unter Praxisbedingungen entstandene Resistenz gegen einen Erreger aus der Gruppe der Baculoviren. Offenbar ist nur die Veränderung eines einzigen Gens erforderlich, um den Schädling gegen das Virus unempfindlich zu machen. Es handelt sich um eine Mutation am weiblichen Chromosomensatz. Da die Weibchen das Resistenzgen an die Nachkommen weitergeben, werden auch männliche Tiere der Folgegenerationen resistent.

100 000-fach widerstandsfähiger

Durch die Genveränderung sinkt die Anfälligkeit der Falter gegenüber dem Virus um den beachtlichen Faktor 100 000! Die Forscher fanden auch heraus, dass die Menge der bei der Bekämpfungsmaßnahme eingesetzten Viren eine Rolle spielt: Je mehr und je häufiger der Obstbauer Viren einsetzt, desto schneller kommt es beim Schädling zu der beschriebenen Mutation.

Forscher suchen nach Lösungen

Die an sich unerfreuliche Entdeckung macht die Forscher dennoch optimistisch: Weil sie nun die Ursachen des Problems kennen, können sie gezielt nach Lösungen suchen. Die Wissenschaftler testen bereits isolierte Viren, die die Resistenz gegen die herkömmlichen Erregerstämme brechen können. Federführend bei den Forschungsarbeiten ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt a. d. Weinstraße.

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