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Forschung & Technik
20.10.2009

Natürliche Selbstverteidigung gegen Maiswurzelbohrer

Nützliche Nematoden Quelle: Neudorff

Mit einem Duftstoff ruft Mais Fadenwürmer zu Hilfe

Winzige Fadenwürmer könnten mithelfen, den Westlichen Maiswurzelbohrer auf natürliche Weise zu stoppen. Angelockt von einem Duftstoff der bedrohten Maispflanze greifen die Nematoden die Larven des Maiswurzelbohrers an. Die Käferlarven sterben ab, die Wurzeln bleiben verschont. Die Fähigkeit, mit ihrem Duftstoff Nematoden anzulocken ist im Zuge der Züchtung mancher Hochertragssorten verloren gegangen. So konnte sich der Maisschädling ausbreiten, seit 2007 auch in Deutschland. Nun ist es Forschern gelungen, das Duftstoffgen in eine Maissorte zu transplantieren. Mit Erfolg.

Der Maiswurzelbohrer gilt weltweit als der gefährlichste Maisschädling. Deshalb muss er nach EU-Quarantänerecht an der Ausbreitung gehindert werden. Dazu gehört der Einsatz eines bienenungefährlichen Insektizids im Umkreis von ein bis zwei Kilometern rund um jeden Käfer-Fundort.

Nun haben Forscher entdeckt, dass die natürliche Selbstverteidigung der Pflanze die Käferplage abwenden könnte. In ersten Freilandversuchen wurde eine amerikanische Maissorte, in die das Gen transplantiert wurde, das für den Duftstoff in den Pflanzen verantwortlich ist, erfolgreich getestet. Diese Fähigkeit der Pflanzen, sich selbst zu verteidigen, ist in amerikanischen Maissorten im Laufe der herkömmlichen Züchtung verloren gegangen. In anderen, meist europäischen Sorten und ihren Vorfahren besteht die genetische Programmierung für den Duftstoff noch. Nun kann man versuchen, die Fähigkeit zur Selbstverteidigung mit konventioneller Züchtung wieder einzukreuzen. Allerdings können dabei möglicherweise wichtige Ertragsmerkmale wieder verloren gehen. Der gezielte Gentransfer könnte helfen, diese Eigenschaften zu bewahren und Züchtungsprozess zu verkürzen. So könnten drohende Maiswurzelbohrerplagen verhindert werden. Die Tests haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts, der Universität Neuchatel, Schweiz, der TU München und der Universität of Missouri, USA, durchgeführt.

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Maik Baumbach

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