Minidrohnen im Gewächshaus

09.04.2019 Forschung & Technik

Auf Kollisionskurs mit Schädlingen

Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft ist durchaus schon verbreitet. Die Einsatzgebiete sind vielseitig und umfassen beispielsweise das Überwachen des Zustands von Böden und Pflanzen, aber auch das Ausbringen von Nützlingen und zielgenaue Herdbehandlungen mit Pflanzenschutzmitteln. Im Obst- und Gemüsebau nimmt deren Nutzung zur Feldkontrolle zu. Ein Start-up-Unternehmen aus den Niederlanden will mithilfe von Minidrohnen fliegende Schädlinge in Gewächshäusern mechanisch bekämpfen.

Das System PATS Indoor Drone Solutions ist noch in der Aufbau- und Erprobungsphase. Der Pilotversuch wird in Schnittgerbera durchgeführt und soll später zunächst auf andere Schnittblumen und Topfpflanzen ausgedehnt werden. Die derzeit eingesetzten Minidrohnen sind nur 5 x 5 Zentimeter groß. Sie befinden sich einzeln oder zu mehreren auf einer Basisstation, die mit vier Stereo-Vision-Kameras ausgestattet ist und von der Station einen 360-Grad-Blick ermöglicht. Die notwendige Dichte der Stationen ist abhängig von der Art der Kultur und des zu bekämpfenden Schädlings. Die Projektentwickler rechnen damit, dass pro Hektar etwa acht bis zehn Stationen benötigt werden.

Aktuell werden Versuche zur Bekämpfung von Motten und anderen Schmetterlingen durchgeführt. Später soll auch auf weitere fliegende Insekten, wie beispielsweise Tuta absoluta, Lyprauta-Arten (an Phalaenopsis schädigend), Sciara-Arten oder Weiße Fliegen abgezielt werden. Wenn ein fliegender Schädling durch die Kameras erkannt wird, geht die Drohne auf Kollisionskurs und die Propeller zerstören ihn. Anschließend kehrt die Drohne automatisch zurück auf die Basisstation.

Über die Wirtschaftlichkeit können noch keine Angaben gemacht werden. Das System wurde der Öffentlichkeit auf der FRUIT LOGISTICA im Februar 2019 in Berlin vorgestellt.