Internationale Weizen-Initiative

13.10.2015 Forschung & Technik

Strategische Forschungsagenda vorgestellt

Ende Juli dieses Jahres hat die 2011 von den G20-Agrarministern ins Leben gerufene „Weizen-Initiative“ auf dem G20-Gipfel der Agrarforscher in der Türkei erstmals ihre Forschungsagenda vorgestellt.

Im Netzwerk forscht es sich besser. Das dachten sich auch die Gründer der globalen Wheat Initiative . Diese Weizen-Initiative ist ein Züchtungs- und Forschungsnetzwerk von 16 Ländern, neun Züchtungsunternehmen und zwei internationalen Forschungszentren. Die Initiative hat das Ziel, die Weizenerträge zu steigern, um damit ihren Beitrag zur Ernährungssicherung der weiterhin wachsenden Weltbevölkerung zu leisten. Dabei werden die einzelnen Forschungsaktivitäten auf nationaler Ebene international gebündelt und vorhandene Ressourcen besser genutzt. In der Türkei wurde nun jüngst die Strategische Forschungsagenda der Wheat Initiative erstmals öffentlich vorgestellt. Sie legt die kurz-, mittel-, und langfristigen Prioritäten in der Weizenzüchtung fest.

Ertragsfortschritt von 1,6 Prozent angestrebt

Das Julius Kühn-Institut (JKI) vertritt als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen das Deutsche Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in der „Weizen-Initiative“. Seit 2014 ist Prof. Frank Ordon, der das Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz des JKI leitet, Vorsitzender des Research Committees der globalen Wheat Initiative. „Weltweit ist Weizen die Kulturart mit der größten Anbaufläche und für die Ernährungssicherung von entscheidender Bedeutung. Im Jahre 2050 ist aufgrund des Bevölkerungswachstums mit einer um ca. 60 Prozent gestiegenen Nachfrage nach Weizen gegenüber 2010 zu rechnen. Um diese zu befriedigen, muss der jährliche Ertragsfortschritt von 1,1 Prozent (bis 2010) auf 1,6 Prozent steigen“, erklärt er. Dies erfordere weltweit deutliche Verbesserungen auch in der Ertragssicherheit, der Ressourceneffizienz und der Entwicklung neuer umweltschonender Produktionssysteme.