Die Deutsche Genbank Rhododendron, ein Netzwerk mit vielen Standorten

11.05.2010 Forschung & Technik

Im Jahr der biologischen Vielfalt startet die Genbank Rhododendron

Weltweit sind mehr als 1 000 Arten und 28 000 Rhododendron-Sorten beschrieben Caroline Schmidt und ihre beiden Kollegen im Team der Deutschen Genbank Rhododendron leisten derzeit eine echte Sysiphusarbeit. In einem auf drei Jahre angelegten Modell- und Demonstrationsvorhaben bauen sie das dezentrale Netzwerk der Deutschen Genbank Rhododendron auf. Es wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Bad Zwischenahn in Zusammenarbeit dem Rhododendron-Park in Bremen koordiniert.

Im diesem Netzwerk haben sich bislang 30 Partner, darunter botanische Gärten, die Deutsche Rhododendron-Gesellschaft, Rhododendron-Parks und Baumschulen aus ganz Deutschland verständigt, die genetische Vielfalt der Rhododendren in ihren Sammlungen zu erhalten. „Ältere Sorten, die nur noch in ein oder zwei Sammlungen vorkommen, würden ohne unsere Aktivität verloren gehen“, sagt die Expertin. Das Team der Deutschen Genbank Rhododendron dokumentiert und verifiziert die Gehölze. Und genau das ist die schwierige Aufgabe: Die Mitarbeiter müssen immer wieder überprüfen, ob alle Details wie die Behaarung an der Blattunterseite, die Zeichnung der Blüte oder die Beschuppung des Griffels tatsächlich mit der Beschreibung der Pflanzen übereinstimmt. „Die einhundertprozentige Sicherheit ist ein Qualitätsmerkmal. Man soll sich darauf verlassen können“, erklärt die Projektleiterin.

Mehr als 1 000 Arten

In Deutschland sind 3 850 verschiedene Sorten in der Genbank erfasst, 2 400 davon sind auch bereits verifiziert. Weltweit sind mehr als 1 000 Arten und 28 000 Rhododendron-Sorten beschrieben. „In Deutschland sollen 600 Arten vorkommen. 240 davon haben wir schon verifiziert“, berichtet Schmidt.

Landwirtschaftskammer Niedersachsen übernimmt Koordinierung

Das mit 70 Prozent vom Bund finanzierte Projekt endet im Oktober 2010. Bis dahin soll auch die Datenbank mit Beschreibungen und Bildern ans Netz gehen. Danach übernimmt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Koordinierung der Genbank Rhododendron. „Unser Projekt ist Bestandteil der Deutschen Genbank Zierpflanzen, zu der auch die Genbank Rosen gehört. Im Gegensatz zum Europa-Rosarium in Sangerhausen, wo die Pflanzen momentan an einem Standort erhalten werden, bauen wir ein Netzwerk mit verschiedenen Standorten auf“, erklärt die Diplom-Agraringenieurin. Sie hofft, dass nach dem Beispiel der Genbank Rhododendron weitere Genbanken im Zierpflanzenbereich folgen. Angesichts der ungeheuren Vielfalt werde man aber nicht umhin kommen, Prioritäten zu setzen.

Rhododendron im Frühjahr – Pflegetipps

Mit seiner prächtigen Blüte ist der Rhododendron ein echter Augenschmaus. Die Pflanze liebt eher saure und feuchte, gerne halbschattige Standorte unter hohen Bäumen. In der Sonne ist es ihr oft zu heiß und zu trocken. Im Frühjahr sollten die Pflanzen bei Bedarf gedüngt werden. Achtung: Der für Rhododendron optimale ph-Wert des Bodens liegt bei 4,5 bis 5,5. Gelbe Blätter deuten auf Stickstoffmangel, gelbe Blätter mit grünen Adern auf Eisen- oder Magnesiummangel hin. Eine zweite Düngergabe kann kurz nach der Blüte sinnvoll sein. Düngen später im Jahr ist nicht zu empfehlen, weil es die Pflanze zur Unzeit zum Neuaustrieb anregt.

Von März bis Juni kann ein Rückschnitt zur Verjüngung beitragen. Begleitend sollten die Pflanzen gedüngt und gewässert werden. Außerdem empfiehlt es sich, im Frühjahr braun verfärbte Blütenknospen am Stiel herauszuschneiden. Damit kann ein Knospensterben, hervorgerufen durch die Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi) und den Pilz Pycnostysanus azaleae unterbunden werden.