Bt-Baumwolle gegen Baumwollkapselkäfer

06.10.2009 Forschung & Technik

Ein winziges Insekt hat vor 150 Jahren den Baumwollanbau in Mexiko zum Erliegen gebracht: der Baumwollkapselkäfer. Von Mexiko aus wanderte der Käfer weiter in den Baumwollgürtel der Vereinigten Staaten, wo er sich hemmungslos ausbreitete und Tausende von Existenzen ruinierte. In manchen Regionen des Südens drohte er den Baumwollanbau völlig zu vernichten. Erst als es 1952 gelang, den Schädling mit einem modernen Insektizid in Schach zu halten, verlor die Plage ihren Schrecken. Noch heute ist der Baumwollkapselkäfer in allen Anbaugebieten östlich der Rocky Mountains der wichtigste Schädling.

Der Baumwollkapselkäfer (Anthonomus grandis) ist nur etwa acht Millimeter lang, einschließlich seines Rüssels, der die halbe Körperlänge ausmacht. Die Käferweibchen beißen Löcher in die Blütenknospen und Samenkapseln der Baumwollpflanze und legen dort ihre Eier ab. Später fressen die Larven Knospen und Kapseln leer. Die Samen und mit ihnen die langen weißen Samenhaare, die schon seit Jahrtausenden für Textilien genutzt werden, gehen verloren.

Bekämpfung

Ab 1918 hat man den Käfer viele Jahre mit hochgiftigem Kalkarsen bekämpft, das sogar großflächig mit Flugzeugen ausgebracht wurde. Ab 1952 wurde sehr erfolgreich ein Phosphorsäureester eingesetzt. Heute pflanzt man Baumwolle, die ein Bacillus-thuringiensis- Gen übertragen bekam. Es bildet in der Pflanze ein Toxin, das gegen den fressenden Käfer wirkt. Zwar sind für den Schutz der Pflanzen vor weiteren Schaderregern immer noch Insektizide erforderlich. Die Anwendungen konnten durch die gentechnisch veränderten Sorten aber wesentlich reduziert werden.