<p>Landwirt Philipp Kloock sammelt seine leeren Pflanzenschutzmittel-Verpackungen und entsorgt sie einmal pro Jahr im Rahmen der PAMIRA-Sammelaktion.</p>
© Matthias Wiedenau
15.10.2026
30 Jahre PAMIRA: "Wir sind von Anfang an dabei."

Hohe Akzeptanz für Rücknahmesystem von Pflanzenschutzmittel- und Flüssigdünger-Verpackungen

Entwicklung, Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind streng reguliert. Doch was passiert mit den leeren Verpackungen? Das Rücknahmesystem PAMIRA® ist die Antwort – seit 30 Jahren.

Entsorgung leicht gemacht

„Mein Vater und ich sind von Anfang an bei PAMIRA dabei“, sagt Philipp Kloock. Der Landwirt aus Zülpich (Nordrhein-Westfalen) steuert seinen Traktor mit Anhänger an die grünen Container der Sammelstelle auf dem Betriebsgelände der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. Auf dem Anhänger befinden sich drei bis oben gefüllte IBC- Behälter mit leeren Kanistern. „Da waren Pflanzenschutzmittel drin, mit denen ich meine Ernte vor Unkräutern, Pilzen und Schädlingen sichere“, erklärt er. Der Landwirt hat die restentleerten Verpackungen über die letzten Monate in die kleinen Behälter gefüllt. Zuvor hat er sie gespült und ist einmal mit seinem Traktor drübergefahren: „So wird das Volumen kleiner und der Transport effizienter.“

Der Landwirt freut sich, dass die Sammelstelle in Embken nur 5 Kilometer von seinem Ackerbaubetrieb entfernt ist. „Zudem ist der Ablauf an der Sammelstelle reibungslos. Die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft sind hilfsbereit und stellen einen Gabelstapler mit Schaufel bereit, der das Befüllen der hohen Container erleichtert.“ Deshalb verlässt Kloock schon nach rund 15 Minuten die Sammelstelle und kann sich wieder seinen Feldarbeiten widmen.

Gemeinschaftsaktion von Industrie, Handel und Praxis

Die Idee zu PAMIRA wurde Anfang der 1990er Jahre geboren. Die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln waren bereits streng reguliert. Doch wie sollte man mit den leeren Verpackungen umgehen? Verpackungen können nur als nichtgefährlicher Abfall gesammelt werden, wenn diese restentleert und gespült sind und dies auch nachweislich sichergestellt wird. Das machte ein vom Hausmüll getrenntes Sammelsystem erforderlich. Die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln konnten für ihren Plan Handel und Praxis gewinnen. So entstand das freiwillige Rücknahmesystem PAMIRA, dessen Name sich aus den Buchstaben seiner Langfassung „PAckMIttel Rücknahme Agrar“ ableitet. Die Rückgabe ist kostenlos.

„Die bundesweit erste PAMIRA-Sammelaktion fand 1996, also vor genau 30 Jahren, bei unserer Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft statt. Wir sind also auch von Anfang an dabei“, sagt Fabian Pütz nicht ohne Stolz. Für den Leiter des Standorts Embken ist es wichtig, dass die Verpackungen umweltgerecht entsorgt werden. „Unsere Beteiligung ist aber auch ein Service für unsere Kunden. Sie kaufen Pflanzenschutzmittel bei uns und sollen die Kanister bei uns kostenfrei abgeben können“, so Pütz. Die in Nörvenich bei Düren ansässige Agrargenossenschaft beteiligt sich mit vier über das gesamte Geschäftsgebiet verteilten Standorten an der jeweils ein- oder zweitägigen Sammelaktion. „So haben unsere Kunden kurze Wege und können den passenden Termin auswählen.“

Funktionierende Entsorgung ohne staatliche Regulierung

Auch vom Rheinland ausgehend nahm die PAMIRA-Erfolgsgeschichte in den Folgejahren ihren Lauf. Bis 2026 wuchs die Zahl der Sammelstellen bundesweit auf 444 mit insgesamt 465 Sammelterminen, die Rücklaufquote stieg auf 81 Prozent. Aus einem großen Teil der Kanister werden Kabelschutzrohre. Die PAMIRA-Beteiligten beweisen damit, dass auch ohne staatliche Regulierung eine funktionierende Entsorgung und ein effizientes Recycling aufgebaut werden können.

Derzeit beteiligen sich 111 Firmen als PAMIRA-Zeichennutzer an dem Sammelsystem, bei dem die RIGK GmbH mit Sitz in Wiesbaden als Systembetreiber die Sammlungen organisiert und die umweltgerechte Entsorgung sicherstellt. RIGK-Mitarbeiterin Alina Schmidt ist beim Sammeltermin in Embken vor Ort: „Ich kontrolliere, ob die Kanister restentleert, sauber und ohne Deckel angeliefert werden und ob sie eine PAMIRA-Lizenz besitzen.“ Außerdem stellt sie den Anlieferern eine Bescheinigung aus, die sie bei Betriebskontrollen vorweisen müssen. Die Bescheinigung wird mittlerweile zu fast 100 Prozent digital an die Kunden versendet, was die Archivierung einfach macht. Sie rechnet für Embken mit einem Sammelergebnis von rund 7 Tonnen Verpackungen, was etwa dem Mittelwert der bundesweiten Sammlungen entspricht. Mit dem Termin im Rheinland ist sie sehr zufrieden: „Die hiesigen Landwirte tragen das System mit. Die Zusammenarbeit mit Fabian Pütz und seinem Team als Standortleiter in Embken ist ebenso hervorragend wie an den anderen Buir-Bliesheimer-Standorten.“

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Wie geht es nach 30 Jahren mit PAMIRA weiter? Angesichts steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Erwartungen an Nachhaltigkeit – insbesondere auf europäischer Ebene – wird PAMIRA weiter an Bedeutung gewinnen. Künftig wird es darum gehen, Effizienz, Transparenz und Akzeptanz weiter zu stärken und das System gemeinsam mit allen Beteiligten kontinuierlich weiterzuentwickeln. So wird mittlerweile modernste Presstechnik an den Sammelstellstellen eingesetzt, was die Anzahl der benötigten Container deutlich reduziert. Der nächste Schritt ist das Recycling der zurückgenommenen Verpackungen zu Regranulaten, die für die Herstellung neuer Pflanzenschutzmittel-Kanister geeignet sind. Damit kann der Ressourcenkreislauf geschlossen werden.

Alle Informationen, Sammeltermine und -orte gibt es auf der PAMIRA-Webseite www.pamira.de.

PAMIRA – Packmittel Rücknahme Agrar

PAMIRA, die Packmittel-Rücknahme Agrar, ist ein einfaches System zur sicheren und umweltgerechten Entsorgung leerer Pflanzenschutzmittel-Verpackungen.

Weitere Beiträge