Christrosen – blühen auch zu Weihnachten

21.12.2010 Haus & Garten

Damit im winterlichen Garten Blumen blühen

Die Christrose als Heil- und Giftpflanze spielt seit dem Mittelalter eine Rolle. Als Gartenpflanze ist sie hier zu Lande seit dem zwölften Jahrhundert bekannt.

Die Heimat der Christrose sind die Ost- und Südalpen sowie die Karpaten. Bei uns kann sie schon von Dezember an und bis in den März blühen. Sie ist ein rechter Lichtblick im winterlichen Garten, wenn sich ihre großen Blüten mit den weißen, zum Teil auch geröteten Blütenblättern und ihrem dichten Kranz gelber Staubgefäße hervorwagen. Christrosen blühen auch im Schnee. Die 25 Zentimeter hohe Bergwaldpflanze braucht einen kalkhaltigen, humusreichen Boden und gedeiht am besten unter laubabwerfenden Gehölzen, die für Licht im Winter und Halbschatten im Sommer sorgen. Ganz ohne Pflege geht es nicht: Ein Feind aller Christrosen ist die Schwarzfleckenkrankheit. Befallene Blätter sollte man ein- bis zweimal im Jahr entfernen. 

Bekannt ist die Christrose, die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört, vielfach auch unter dem Namen Schwarze Nieswurz (Helleborus niger). Der deutsche Name rührt daher, dass das geriebene Pulver der Wurzel Niesreiz auslöst. Die Herkunft des wissenschaftlichen Namens gilt als ungeklärt. Die Gattungsbezeichnung lässt sich zum Beispiel aus den griechischen Wörtern hellein = töten und bora = Speise ableiten.

Heil- und Giftpflanze zugleich

Im Mittelalter gewann man aus den Rhizomen eines der ältesten Heilmittel. Diese wurden gegen alle möglichen Krankheiten eingesetzt, etwa bereits im Altertum als Medizin bei psychischen Erkrankungen. Aus dem Mittelalter ist von Hildegard von Bingen (1098-1179) bekannt, dass sie die Nieswurz gegen Gicht, Fieber, Ausschlag und Gelbsucht empfahl. Unsachgemäße Dosierung führte allerdings immer wieder zu Todesfällen. Ursache waren die giftigen Inhaltsstoffe der Helleborus-Arten: Insbesondere das Saponingemisch Helleborin, das ähnlich wie die Herzglykoside des Fingerhuts Digitalis wirkt. Auch die oberirdischen Teile der Christrose enthalten giftige Inhaltsstoffe, zum Beispiel Protoanemonin, das in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt. Gelangt es auf Haut oder Schleimhaut, sind Rötungen, Juckreiz oder Blasenbildung die unangenehme Folge. Ob Heil-oder Giftpflanze, auch bei der Christrose entscheiden Dosierung und Zubereitung über Fluch oder Segen. Typische Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Durchfall, Schwindelanfälle sowie Krämpfe und Lähmungserscheinungen. Man sollte sie also keinesfalls verzehren. Aber dafür ist ja auch viel zu schön.

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