Pflanzenschutz und Pflanzenernährung in der modernen Landwirtschaft

Die Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert wächst stetig und mit ihr der Bedarf an Nahrungsmitteln. Die Landwirtschaft wird also mehr produzieren müssen, ohne dabei die Umwelt übermäßig zu belasten. Um diese Herausforderung zu meistern, werden Pflanzenschutz - und Düngemittel noch lange unverzichtbar bleiben.

Mit geeigneten Pflanzenschutz-Maßnahmen und gezielter Mineraldüngung ist es möglich, höhere Ernteerträge in der gewohnten Qualität auf den vorhandenen Ackerflächen zu erzielen. Dadurch helfen sie, wertvolle Naturlandschaften wie Wälder, Grasland und Moore zu erhalten.

Gesetzliche Vorgaben

Den richtigen Umgang mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln regeln zahlreiche europäische und nationale Gesetze und Verordnungen. Sie legen nicht nur fest, welche Produkte zugelassen sind, sondern enthalten auch Vorgaben darüber, wie diese ordnungsgemäß zu handhaben und anzuwenden sind. Der Gesetzgeber will so sicherstellen, dass bei korrekter Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln keine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgeht.

Chemische Pflanzenschutzmittel sichern Erträge

Ohne chemischen Pflanzenschutz würden Schädlinge und Krankheiten die Hälfte der landwirtschaftlichen Erträge rauben. Der Landwirt hätte das Nachsehen. Die Wirkstoffe moderner Pflanzenschutzmittel wirken selektiv, das heißt sie zielen direkt auf den Schadorganismus, für deren Bekämpfung sie vorgesehen und zugelassen sind. Sogenannte Nicht-Zielorganismen wie Nützlinge und Bienen dürfen bei sachgerechter Anwendung nicht beeinträchtigt werden.

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Pflanzenernährung – Bedarfsgerechte Düngung für nachhaltige Landwirtschaft

Warum ist die Düngung mit Mineraldüngern effektiv und nachhaltig? Mineraldünger liefern unseren Kulturpflanzen die Nährstoffe, die für deren Wachstum und Entwicklung unerlässlich sind. Sie steigern daher entscheidend den Ertrag und sichern eine hohe Qualität der Ernteprodukte. Durch die höheren Erträge wird nicht nur weniger Ackerfläche benötigt. Auch die Kosten pro erzeugter Einheit, zum Beispiel je Tonne Weizen, sinken. Davon profitiert nicht nur der Landwirt, sondern auch der Verbraucher.

In Mineraldüngern sind die „Pflanzennährstoffe“ in genau definierten Mengen enthalten. Ihre Wirkung ist gut abschätzbar. Mineraldünger ermöglichen es daher dem Anwender, der Pflanze die Nährstoffe in genau der Menge und zu dem Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen, wenn diese sie benötigt. Durch gezielte Düngung mit Mineraldüngern kann daher einer Nährstoffüberversorgung der Pflanze effektiv begegnet werden. Das spart nicht nur Kosten für den Landwirt. Es verhindert auch, dass größere Nährstoffmengen in Gewässer und die Atmosphäre gelangen und so die Umwelt belasten.

In Betrieben mit Viehhaltung hat die Wiederverwendung der anfallenden organischen Abfälle, wie Gülle, Jauche und Stallmist, Priorität. Diese Wirtschaftsdünger dienen der Deckung des Grundnährstoffbedarfs der Kulturen. Mineraldünger vervollständigen das „Pflanzenmenü“ nach Bedarf. Die organischen Dünger liefern nicht nur Nährstoffe, sondern stabilisieren den Humusgehalt im Boden. Im Vergleich zu Mineraldüngern haben sie aber einige Nachteile: Die Nährstoffkonzentrationen sind in allen organischen Düngern relativ gering und schwanken stark. Zudem ist ein großer Teil der Nährstoffe organisch gebunden und muss erst im Boden von Mikroorganismen freigesetzt werden. Erst dann sind die Nährstoffe pflanzenverfügbar. Diese Umsetzungen im Boden lassen sich nur ungenau vorhersagen. Die unvermeidbaren Nährstoffverluste sind bei organischen Düngern im Vergleich zu Mineraldüngern entsprechend hoch.

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