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Der Düngemittelmarkt – Teil einer globalen Wachstumsbranche

Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts wollen weltweit fast zehn Milliarden Menschen ernährt werden. Während die Weltbevölkerung weiter zunimmt, kann das Ackerland kaum noch erweitert werden. Deshalb muss die Produktion auf den bereits genutzten Flächen deutlich gesteigert werden – und das innerhalb recht kurzer Zeit. Dazu leistet die Düngemittelindustrie einen wertvollen Beitrag. Obwohl auch diese Branche nicht von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise verschont blieb, blickt sie dank steigender Nachfrage positiv in die Zukunft. Auch wenn die Marktentwicklung kurzfristigen Schwankungen unterliegt, zählt die Düngemittelindustrie zu einer der wichtigsten globalen Wachstumsbranchen.

 

Die Düngemittelindustrie in Deutschland

Nach drei ausgesprochen schwierigen Jahren sah es für die Saison 2020/21 lange positiv aus. Weder gab es ausgeprägte Trockenphasen noch hatten Spätfröste gravierende Spuren hinterlassen. Dies änderte sich im Sommer, da zahlreiche Unwetterereignisse zu erheblichen Ertragseinbußen und schweren Schäden führten. Als absolute Tragödie gipfelte dies in der Jahrhundertkatastrophe im Ahrtal und angrenzenden Gebieten.

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Düngemittelmarkt 2014/15 - 2020/21

Der Absatz des Hauptnährstoffs Stickstoff erreichte in der vergangenen Düngesaison ein Volumen von insgesamt 1,265 Millionen Tonnen, das entspricht einem Rückgang von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,372 Mio. Tonnen). Der Höchststand 2014/15 betrug 1,823 Millionen Tonnen. Der Absatz phosphathaltiger Düngemittel sank 2020/21 um 22,4 Prozent auf 192 182 Tonnen, der Verkauf von Kalidüngern lag bei 446 396 Tonnen, dies entspricht einem Plus von 6,4 Prozent. Der Absatz an Kalk-Dünger stieg um 5,8 Prozent auf 2,83 Millionen Tonnen.

Der weltweite Düngemittelmarkt

Der weltweite Düngemittelverbrauch wird für das Düngemitteljahr 2020/21 auf 203,8 Millionen Tonnen Nährstoffe geschätzt, fast 12 Millionen Tonnen (6,3 Prozent) mehr als 2019/20. Dies ist der größte jährliche Anstieg des Mineraldüngereinsatzes seit 2009/10.

Die Nachfrage nach Stickstoff stieg um 5 Prozent auf 113,7 Millionen Tonnen, die Nachfrage nach Phosphor stieg um 6,8 Prozent und erreichte 49,7 Millionen Tonnen. Die Nachfrage nach Kali stieg um 9,1 Prozent auf 40,4 Millionen Tonnen. Der Anstieg des Kaliverbrauchs war besonders stark, nachdem er 2018/19 rückläufig war (minus 0,9 Prozent) und 2019/20 stagnierte (minus 0,2 Prozent).

Für 2021/22 rechneten Experten aufgrund der stark gestiegenen Preise bereits Ende 2021 mit einem deutlichen Rückgang des Absatzes. Angesichts der äußerst heiklen geopolitischen Situation und der unabsehbaren Folgen der russischen Invasion in die Ukraine ist eine seriöse Abschätzung derzeit nicht möglich.

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IVA-Jahresbericht 2021/2022

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