Chemischer Pflanzenschutz sichert Erträge und schont Mensch und Umwelt

Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann die moderne Landwirtschaft auf vorhandenen Ackerflächen ausreichend qualitativ hochwertige Nahrungsmittel erzeugen.

Sachgerechte Anwendung vorausgesetzt, helfen chemische Pflanzenschutzmittel Erträge zu sichern – ohne Gefahr für Mensch und Umwelt. Allerdings sind umfangreiche Kenntnisse Voraussetzung für deren Anwendung. Pflanzenschutzmittel dürfen nur von Personen verwendet werden, die über einen Sachkundenachweis verfügen.

Pflanzenschutzmittel gehören zu den am strengsten reglementierten Chemikalien in der EU. Sie müssen ein langjähriges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie auf den Markt kommen. (Weitere Informationen zur Kontrolle und Verbraucherschutz finden Sie im Kapitel Ernährung).

Sichere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Für den sachgerechten Umgang mit Pflanzenschutzmitteln geben die Grundsätze der „guten fachlichen Praxis“ die Marschrichtung vor. Für Pflanzenschutz gilt das Prinzip: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Zudem muss jeder Anwender sachkundig im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sein. Strenge gesetzliche Vorgaben innerhalb der EU und das deutsche Pflanzenschutzgesetz regeln u. a. Zulassung, Vertrieb und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Einhaltung der Regeln wird systematisch von Behörden der Kommunen, der Bundesländer, des Bundes und der EU überwacht.

Sorgfältiges Lagermanagement

Gesetzliche Vorschriften sowie die „gute fachliche Praxis“ enthalten auch Vorgaben für die korrekte und sichere Lagerung von Pflanzenschutzmitteln. Ein sorgfältiges Lagermanagement im landwirtschaftlichen Betrieb sorgt für Sicherheit für Mensch und Umwelt.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Die Hersteller von Pflanzenschutz- und Düngemitteln bekennen sich zum Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes. Der integrierte Pflanzenschutz kombiniert verschiedene Methoden des Pflanzenschutzes und stimmt sie aufeinander ab. Der Landwirt beobachtet sehr genau Schaderreger, Befallstärke und Befallsprognose und trifft auf dieser Basis eine Abwägung der Wirtschaftlichkeit einer Bekämpfungsmaßnahme. Die „wirtschaftliche Schadensschwelle“ markiert für den Landwirt den Zeitpunkt für ihren Einsatz. Bekämpft wird erst, wenn der zu erwartende Schaden (z. B. Ernteeinbußen) höher ist als die Behandlungskosten. Chemische Pflanzenschutzmittel kommen erst dann zum Einsatz, wenn andere Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Als Entscheidungshilfe steht dem Landwirt eine Fülle von Informations- und Beratungsangeboten zur Verfügung. Die Pflanzenschutzdienste der Länder, die Pflanzenschutzberater der Industrie, aber auch unabhängige Berater bieten eine breite und tiefe Informationsbasis zu allen Fragen des Pflanzenschutzes an.