Pflanzenschutz in Haus und Garten

Buchsbaumzünsler auf dem Balkon, Blattläuse im Garten oder Nacktschnecken im Salatbeet – Schädlinge im Haus und Garten können zu einer Plage werden und Zierde und Ernte zunichtemachen. Vorsorge ist ein wichtiger Aspekt, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und sich stattdessen an gesunden Zier- und Nutzpflanzen in Haus und Garten zu erfreuen. Wie Sie Ihre Pflanzen vorbeugend schützen können, erfahren Sie unter http://www.aid.de/landwirtschaft/gartenbau.php. Tipps zu alternativen Pflanzenschutz-Maßnahmen gibt es unter http://alps.jki.bund.de/.

Doch oft reichen diese Maßnahmen nicht aus. Dann muss auch der Hobbygärtner zu Pflanzenschutzmitteln greifen, um seine Pflanzen vor Krankheiten oder Schädlingsbefall zu schützen. Die agrochemische Industrie bietet eine breite Palette an Produkten und Lösungen.

Für Hobbygärtner: spezielle Sicherheitsstandards im Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmittel werden nur zugelassen, wenn sichergestellt ist, dass sie bei korrekter Anwendung keine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt darstellen. Sie müssen eigens vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für den „nichtberuflichen Anwender“, also den Hobbygärtner, zugelassen werden. Weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Hobbygärtner nicht über die gleiche Sachkunde verfügen wie Landwirte, müssen Pflanzenschutzmittel für den
Haus- und Kleingarten besonders strengen Kriterien genügen, um die Kennzeichnung „Anwendung im Haus- und Kleingarten zulässig“ zu erhalten. Das Pflanzenschutzgesetz regelt die besonderen Anforderungen an die Eigenschaften der Wirkstoffe, Dosierbarkeit, Handhabung und Verpackungsgrößen.

Sicher für Mensch, Tier und Umwelt – durch Beratung und sachgerechte Anwendung

Um sicherzustellen, dass Kinder und Haustiere, aber auch Regenwürmer, Bienen und andere Nützlinge durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Haus und Garten nicht beeinträchtigt werden, ist eine sachkundige Beratung vorgeschrieben. Das heißt: Vor dem Kauf muss geschultes Verkaufspersonal die Kunden über den korrekten und sachgerechten Einsatz der Mittel beraten und informieren. Deshalb gibt es auch ein Selbstbedienungsverbot: in Gartencentern oder Baumärkten müssen Pflanzenschutzmittel unter Verschluss gehalten werden.

Der Handel muss seit Inkrafttreten des neuen Pflanzenschutzgesetzes am 14. Februar 2012 außerdem bei der Abgabe von Pflanzenschutzmitteln an „nichtberufliche Anwender“ allgemeine Informationen über die sachgerechte Handhabung, Lagerung und Entsorgung der Produkte, aber auch über Möglichkeiten des Pflanzenschutzes mit geringem Risiko zur Verfügung stellen.

Um den Handel bei dieser Informationspflicht zu unterstützen, hat der Industrieverband Agrar einen Flyer zum Mitnehmen sowie ein ausführlicheres Poster zum Aushang in der Verkaufsstelle mit Praxis-Tipps („10 Gute Ratschläge“) für den Anwender im Haus- und Kleingarten entwickelt.

Pflanzenschutz richtig gemacht

10 Gute Ratschläge für den Anwender im Haus- und Kleingarten

  1. Die Vorbereitung

    1. Lassen Sie sich vor dem Einkauf vom Fachpersonal vor Ort beraten.

    • Bereiten Sie sich vor der Beratung zu Hause vor, damit Sie Ihr Problem möglichst genau beschreiben können. Bringen Sie z. B. Blätter von den Pflanzen, die von Schädlingen oder Pilzen befallen sind, am besten mit. Nur so kann es zur richtigen Diagnose durch den Pflanzenschutzberater und zur passenden Produktempfehlung kommen.
  2. Die Vorbereitung

    2. Lesen Sie sich in aller Ruhe die Texte der Packung durch.

    • Vorsichtsmaßnahmen und Anwendungsbedingungen wie Dosierung, Verbote und die Wartezeit zwischen letzter Anwendung und Ernte beachten.
  3. Die Anwendung

    3. Schützende Kleidung tragen.

    • Zur Grundausstattung für die Gartenarbeit gehören körperbedeckende Kleidung, festes Schuhwerk und Handschuhe.
    • Weitere Anweisungen auf dem Produktetikett genau befolgen.
  4. Die Anwendung

    4. Konzentrieren Sie sich bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln voll auf diese Tätigkeit.

    • Sie sollten daher während der Arbeit nicht essen, trinken oder rauchen.
    • Beim Sprühen sollten Sie darauf achten, den Sprühnebel nicht einzuatmen.
  5. Die Anwendung

    5. Halten Sie die vorgeschriebene Dosierung zum Schutz von Umwelt und Gesundheit ein.

    • Vermeiden Sie Restmengen, die oft speziell entsorgt werden müssen. Bereiten Sie daher die anzusetzende Menge sorgfältig vor und berechnen genau, wie viel Liter Spritz- oder Gießlösung gebraucht werden.
  6. Die Anwendung

    6. Achten Sie bei der Anwendung auf höchstmögliche Schonung der Umwelt.

    • Hinweise zur Nützlingsschonung wie zur Bienengefährlichkeit und zum optimalen Anwendungszeitraum beachten.
    • Nicht vor Regen anwenden, damit das Mittel einwirken kann.
    • Es sollte windstill sein, damit der Sprühnebel oder der Gießstrahl nicht abdriftet, und es sollte nicht über 25°C heiß werden.
    • Achten Sie darauf, dass Pflanzenschutzmittel nicht in Gewässer, ins Grundwasser oder in die Kanalisation geraten.
    • Unkrautmittel nur im Garten und keinesfalls auf versiegelten Flächen, z. B. Garagenauffahrten, Wegen und Plätzen, anwenden!
  7. Nach der Anwendung

    7. Reinigen Sie die Geräte gründlich.

    Bedenken Sie, dass nach der Behandlung mit einem Unkrautmittel Reste des Mittels in der Spritze Gartenpflanzen ernstlich schädigen können, wenn Sie z. B. danach eine Schädlingsbehandlung mit nicht gründlich gereinigten Geräten vornehmen.

    • Gartenspritzen und Gießkannen mehrmals sorgfältig ausspülen und anschließend das Spülwasser auf den zuvor behandelten Flächen im Garten ausbringen.
    • Spülwasser nicht in Toilette, Gully oder Gewässer entsorgen!
  8. Nach der Anwendung

    8. Hände sorgfältig waschen.

    • Unbedeckte Hautpartien nach Anwendung und Reinigung der Geräte mit viel Wasser und Seife gründlich waschen.
    • Mit Pflanzenschutzmittel verunreinigte Kleidung wechseln und ebenfalls waschen.
  9. Nach der Anwendung

    9. Verpackungen und Restmengen korrekt entsorgen.

    • Wenn nötig, Restmengen angesetzter Spritzlösung im Verhältnis 1:10 verdünnen und auf den zuvor behandelten Flächen im Garten ausbringen. Das schadet in der Regel Pflanzen nicht, weil die Verdünnung schwach genug ist.
    • Restentleerte Packungen und Behälter dem angegebenen Entsorgungssystem zuführen (z. B. Grüner Punkt).
    • Nicht mehr verwendbare Mittel zur kommunalen Sammelstelle für Sonderabfall bringen. Die Adressen hierfür erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Kreisverwaltung.
  10. Nach der Anwendung

    10. Mittel richtig lagern.

    • Immer in Originalverpackung im abschließbaren Schrank bei gemäßigten Temperaturen aufbewahren.
    • Angebrochene Packungen dicht verschließen.
    • Nicht in der Nähe von Lebens- und Futtermitteln aufbewahren.
    • Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Kinder und Tiere fernzuhalten.