Vielseitiger Fenchel

Gemüse, Gewürz und Heilpflanze in Einem

Der Fenchel (Foeniculum vulgare) stammt aus Vorderasien und dem Mittelmeergebiet. Heute unterscheidet man hauptsächlich zwei Spielarten oder Varietäten: Der Gewürzfenchel sieht aus wie eine übergroße Dillpflanze. Seine grünlich-braunen, nach Anis duftenden Samen werden als Tee, Gewürz oder in Heilmitteln verwendet. Der Gemüsefenchel bereichert nicht nur die Gemüseauswahl, sondern versorgt die wachsende Schar seiner Freunde auch mit gesunden Inhaltsstoffen.

Wohltuende Samen des Gewürzfenchels

Seinen Geschmack verdankt der Fenchel verschiedenen ätherischen Ölen, vor allem dem schleim- und krampflösenden Anethol. Dieses Öl, das auch in Anis vorkommt, kann zum Beispiel die Beschwerden bei Bronchitis lindern. Außerdem sind das antibakteriell wirkende Fenchon und weitere gesundheitsfördernde Verbindungen wie Flavonoide und Antioxidantien in den Samen enthalten. Als Tee befreit er Säuglinge von Blähungen, er lindert Koliken, und er fördert die Milchbildung. Das macht ihn bei jungen Familien beliebt. Fenchelhonig hilft bei Heiserkeit. In Fencheltee getränkte Kompressen lindern Augenentzündungen. Doch Vorsicht: Hochdosiert wirken Fenchelöle erregend und sind dann nicht für Säuglinge und Kinder geeignet. 

Gemüsefenchel: Eine weiß-grüne Zwiebel mit Anisnote

Im Gegensatz zum etwa zwei Meter hohen Gewürzfenchel wächst der Gemüsefenchel nur einen halben Meter hoch. Seine verdickten Blattstiele bilden oberirdisch eine etwa faustgroße Zwiebel. Sie liefert viele verdauungsfördernde Ballaststoffe sowie reichlich Vitamine: B1, B2, B6, Folsäure, Provitamin A, Vitamin C und E und die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Fenchel enthält doppelt so viel Vitamin C wie Orangen. Ob roh im Salat, gegart als Beilage oder überbacken im Auflauf – Gemüsefenchel lässt sich leicht zubereiten und verleiht jedem Gericht einen besonderen Geschmack. 

Gemüsefenchel ist pflegeleicht im Anbau

Die Gemüsepflanzen lieben Sonne und Wärme und werden heute überall angepflanzt, wo es warm genug ist. Bei uns vor allem in Süddeutschland und im Rheinland. Von Natur aus zwei- bis mehrjährig, wird die Kultur jedes Jahr geerntet und erneuert.

Als Langtagpflanze will Gemüsefenchel an langen Sommertagen schnell in die Höhe schießen. Da das der Knollenbildung und dem Aroma abträglich wäre, wurden schossfeste Sorten gezüchtet. Von der ersten Aussaat im März bis zur letzten Ernte im November vergehen 90 bis 120 Tage. Gute Vorfrüchte sind Kohl, Kartoffeln oder Porree, nicht aber Hülsenfrüchte und andere Doldenblütler.Gewöhnlich ist Gemüsefenchel wenig krankheitsanfällig. Falscher Mehltau kann ihn bei ungünstiger Witterung befallen. Zu schaffen machen den jungen Pflanzen immer wieder Schnecken und Blattläuse, seltener auch die Möhrenfliege. Fenchel kann dem schönen Schmetterling Schwalbenschwanz als Wirtspflanze dienen. 

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