Unerwünschte Pflanzen im Rasen bekämpfen

04.05.2017 Haus & Garten

Fachgerechte Anwendung von Rasenherbiziden

Rasen ist für viele Gartenfreunde nur eine Freude, wenn er schön grün und die Fläche frei von Unkräutern ist. Unkräuter im Rasen lassen sich vermeiden, wenn man eine lückenlose Grasnarbe erzielt. Dazu gehört sachgerechtes Mähen, Düngen, Wässern und Lüften. Durch starke Nutzung der Fläche entstehende Lücken sollten umgehend mit zum Beispiel im Handel angebotenen Reparaturrasenmischungen oder mit Fertigrasen ausgebessert werden. Es sei denn, man duldet einen gewissen Fremdbesatz oder strebt ihn sogar bewusst an. Ein paar Gänseblümchen zum Beispiel können das Rasengrün auflockern und für Blickpunkte sorgen. Das hängt von den persönlichen Ansprüchen an die „Grasfläche“ ab. Aber – auch anfangs schön aussehende Tupfen mit Gänseblümchen oder Löwenzahn können bald überhand nehmen und den Rasen sogar verdrängen.

Wirkung von Wuchsstoffherbiziden

Durch den sachgerechten Einsatz von Wuchsstoffherbiziden werden die einkeimblättrigen Rasenpflanzen nicht geschädigt. Die zweikeimblättrigen Pflanzen der meisten Unkräuter mit ihren überwiegend waagerecht stehenden großflächigen Blättern und dem frei liegenden Vegetationspunkt nehmen die Wirkstoffe schnell auf. Sie werden dann in der Pflanze bis in die Wurzeln transportiert. Sie greifen durch eine Fehlsteuerung des Wuchsstoffhaushalts das meristematische Gewebe (Bildungsgewebe) an. Dadurch wird der normale Wachstumsablauf gestört. Ein schnelles Wachstum der Pflanzen wird angeregt, es kommt zu einem Strecken und Dehnen der Zellen. Da die Pflanzen die dafür benötigten Nährstoffe nicht nachliefern können, werden die Reservestoffe verbraucht und die Zellen füllen sich schließlich bis zum Platzen mit Wasser. An den Unkräutern zeigt sich ein abnorm starkes Wachstum, was zu den verschiedensten Missbildungen in Form von Blattverkrümmungen, Verdrehungen von Blättern, Stängeln und Trieben führt. Die Stängel platzen auf. Die Pflanzen erschöpfen sich und sterben ab.

Hinweise zum Einsatz von Rasenherbiziden

Damit die Herbizide optimal wirken können, ist der Rasen zwei bis fünf Tage vor dem Behandeln zu mähen und etwa zehn Tage vorher mit einem Stickstoffdünger zu düngen. Der Einsatz von Herbiziden ist im Zeitraum von Mai bis September bei Temperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius, aber keiner direkten Sonneneinstrahlung, sowie im Jugendstadium der Unkräuter geeignet. Nasskaltes Wetter wirkt sich nachteilig aus. Dagegen fördert feuchtwarmes, wüchsiges Wetter die Wirkung. Um saubere Rasenbestände zu erhalten, ist eine zweimalige Behandlung erforderlich. Die Möglichkeiten einer chemischen Unkrautbekämpfung in Rasen-Neuansaaten sind je nach Präparat unterschiedlich. Es gibt Präparate, bei denen die erste Applikation erst ab dem zweiten Monat nach dem Auflaufen der Gräser erfolgen kann. Andere Mittel sollten nicht im Ansaatjahr angewendet werden.

Die Wuchsstoffherbizide können gegossen oder gespritzt werden. Beim Ausbringen im kleintropfigen Spritzverfahren, insbesondere bei warmem, windigem Wetter, ist zu beachten, dass die Spritzbrühe leicht auf benachbarte Beete verwehen kann. Auch bei Rasendüngern mit Herbiziden darf beim Streuen nichts auf benachbarte Pflanzen kommen. An Stauden, Sommerblumen- oder Gemüsepflanzen, ja selbst an Obst- und Ziergehölzen rufen sie sonst die typischen Schadsymptome wie an den Unkrautpflanzen hervor. Deshalb ist es ratsam bei Geräten mit einem Spritzrohr an der Spritzdüse einen Spritzschirm anzubringen. So verbleibt der Spritzstrahl innerhalb des Spritzkegels.

Um Überdosierungen beim Ausbringen zu vermeiden, darf die Spritzbrühemenge nicht für die ganze Fläche berechnet werden, wenn damit nur einzelne Horste zu behandeln sind. Die Spritzbrühe ist im Falle einer Horstbehandlung von Unkräutern auch nur für die konkrete Applikationsfläche zu berechnen.

Reinigen der Applikationsgeräte

Nach dem Spritzen oder Gießen sind die verwendeten Geräte gründlich mit Wasser zu reinigen. Das Reinigungswasser ist großflächig auf dem Rasen auszubringen. Es darf weder in offene Gewässer noch in die Kanalisation gelangen.