Blatthornkäfer – göttlich, unter Naturschutz, aber auch mal schädlich

15.05.2014 Schule & Wissen

Skarabäus, der heilige Pillendreher der Ägypter

Da sitzt plötzlich einer im Gartenbeet: Was mag das für ein Käfer sein? Ist er schädlich oder nützlich oder am Ende gar geschützt? Woran erkennt der Gärtner, welcher Engerling da in seinem Kompost schlummert? Wer erkennen kann, wen er vor sich hat, kann den Besucher würdigen. Deshalb stellen wir in loser Folge einige Blatthornkäferarten vor, die in Garten, Wald und Flur mal häufiger, mal seltener anzutreffen sind: Rosenkäfer und Nashornkäfer, die unter Naturschutz stehen, Gartenlaubkäfer und Maikäfer, die Pflanzen schweren Schäden zufügen können, aber auch die weniger bekannten Juni- und Julikäfer. Zunächst jedoch ein Ausflug nach Ägypten: Mit dem heiligen Pillendreher, dem Skarabäus, geht es los.

Die Blatthornkäferart Scarabaeus sacer aus der Gattung der Mistkäfer spielt eine wichtige Rolle in der ägyptischen Mythologie. Für die Ägypter war er ein Sinnbild des Sonnenkreislaufs und Chepres, des Gottes der aufgehenden Sonne und damit des ewigen Lebens. Deshalb galt er auch als Glückskäfer und wurde in Schmucksteinen, Siegeln und Amuletten dargestellt. Als Grabbeigaben sollten die Käfer die Verstorbenen im Jenseits schützen. Schließlich ist der Skarabäus auch in den Königskartuschen zu finden, wie bei Tutanchamun, dessen Thronname Neb cheperu re ist.

Göttlicher Käfer der alten Ägypter

Sein Aussehen und seine Lebensweise haben wohl zu seiner Rollenbildung beigetragen: Der Mythos: Ein alter Käfer geht in die Unterwelt und kommt verjüngt wieder zurück. Die biologische Erklärung: Das Käferweibchen rollt eine Kugel aus Dung von pflanzenfressenden Säugetieren in Rückwärtsstellung vor sich her in eine Erdhöhle und legt dann seine Eier darin ab. Danach stirbt es, und in der Dungkugel entwickeln sich die Larven. Schließlich schlüpfen die Jungkäfer, und die Erneuerung ist perfekt.

Die Familie der Blatthornkäfer ist groß

Sie umfasst Pflanzenfresser, Dungfresser und Blütenbesucher. Die Larven werden als Engerlinge bezeichnet. Die Angaben zur Anzahl der Arten schwanken in der Literatur zwischen 20 000 bis 28 000 weltweit. In Deutschland leben laut www.kerbtier.de knapp 160 Arten.

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