Führt eine Düngung von 200 kg N/ha bei Getreide zu hohen Auswaschungsverlusten?

Führt eine Düngung von 200 kg N/ha bei Getreide zu hohen Auswaschungsverlusten?

Eine ertragreiche Getreidesorte kann unter günstigen Witterungsbedingungen einen Ertrag von bis zu 100 dt/ha (10 t/ha) bringen und zwischen 270 und 300 kg Stickstoff aufnehmen. Unter diesen Voraussetzungen sollten 200 kg Stickstoff/ha, die in entsprechenden Teilgaben und zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden, dem Boden von den Pflanzen problemlos wieder entzogen werden. Dabei sind jedoch der N-Vorrat im Boden und die Entwicklung der Pflanzen zu berücksichtigen.

Auf einem Versuchsfeld der Forschungsanstalt bei Rothamsted in Großbritannien wurden von 1985 bis 1988 jährlich 192 kg N/ha ausgebracht. Dies ergab einen durchschnittlichen Hektar-Ertrag von 86,7 dt und eine Stickstoffverwertung von 72 % durch Körner und Stroh.

Falls das Gleichgewicht zwischen verfügbarer und entzogener Stickstoffmenge stimmt, ist das Auswaschungsrisiko gering. Es steigt jedoch, wenn bei niedrigen Ernteerträgen oder Böden mit hohem N-Gehalt viel Stickstoff ausgebracht wird. Außerdem spielt der Zeitpunkt der Stickstoffgaben eine wichtige Rolle. In vielen Fällen empfiehlt sich eine Aufteilung in mehrere Teilgaben.