Wie effizient wirkt der Stickstoff aus Düngemitteln?

Wie effizient wirkt der Stickstoff aus Düngemitteln?

Die folgende Aussage ist ein Beispiel für die Argumente, die die scheinbar geringe Effizienz von Stickstoffdüngern belegen sollen: „Seit 1950 ist der Einsatz von Stickstoffdüngern um 800 % gestiegen und der Ertrag nur um 100 %!“ Es liegt auf der Hand, dass man dann besonders hohe prozentuale Zunahmen errechnen kann, wenn man die Berechnung auf Zeiten aufbaut, in denen im Vergleich zu heute nur unwesentliche Düngemittelmengen eingesetzt wurden. Gelegentlich beobachten wir auch, dass alle Stickstoffgaben auf einem Hof mit dem Stickstoffgehalt der Nahrungsmittel- und Futtererzeugnisse verglichen werden, die den Hof verlassen. Dies ergibt eine geringe Stickstoffeffizienz. Beim Ackerbau kommt es zwar zu unvermeidbaren Stickstoffverlusten, aber die Verluste bei der tierischen Umsetzung von Futter in Fleisch sind besonders hoch und hauptsächlich für die N-Verluste in der Landwirtschaft verantwortlich. Dies hat jedoch nichts mit der Effizienz der Düngung im Pflanzenbau zu tun. Tatsächlich ist die Effizienz von Stickstoff im Pflanzenbau hoch. Versuche mit isotopisch markiertem Stickstoff in Düngemitteln zu Getreide zeigen, dass sich 40 bis 90 % des ausgebrachten Stickstoffs in den Pflanzen wiederfindet. Der Rest wird von den Bodenorganismen verwertet oder verbleibt größtenteils in den organischen Bestandteilen des Bodens. Nur 10 bis 20 % werden nicht ausgenutzt, da sie in Form von ausgewaschenem Nitrat (NO3-) oder als gasförmige Emissionen (Stickstoxide - N2O und NO, elementarer Stickstoff - N2 und Ammoniak - NH3) verlorengehen. Die Effizienz ist je nach Kultur, Boden, klimatischen Bedingungen, Art des Düngemittels und Ausbringverfahrens unterschiedlich. Generell erhöht übermäßiger Einsatz von Stickstoff die Stickstoffverluste und vermindert die Effizienz.