Wenn Schorf und Schrotschuss den Pfirsich heimsuchen

29.08.2017 Haus & Garten

Gesunde Pfirsiche durch optimale Pflege

Eine weit verbreitete Krankheit am Pfirsich ist die Kräuselkrankheit. Eine andere ist der Pfirsichschorf. Die Pilzkrankheit tritt im Gegensatz zu seinen Verwandten an Äpfeln und Birnen beim Pfirsich nicht an Blättern auf. Die Schrotschusskrankheit wiederum beeinträchtigt sowohl die Blätter und Früchte, zeigt aber auch Symptome an den Trieben.

Der Erreger des Pfirsichschorfs befällt nur die Früchte und einjährigen Triebe. Ab Ende Juni entstehen auf den jungen Früchten sehr kleine, runde, mattschwarze Flecken. Im weiteren Krankheitsverlauf werden diese größer und fließen ineinander. Sie überziehen schließlich größere Fruchtteile, in deren Bereich das Gewebe rissig wird und die Frucht bis zum Kern aufplatzen kann. Bei einem Zweigbefall bilden sich im Spätsommer an den noch unverholzten Triebteilen schorfige Flecken, die allerdings nicht besonders auffällig sind. Zu einem Befall der Blätter kommt es bei diesem Schorferreger nicht. Obwohl die wirtschaftliche Schädigung durch den Pfirsichschorf allgemein als nicht allzu groß eingeschätzt wird, können doch bei regnerischem Wetter und in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit manche Sorten derart stark befallen werden, dass viele Früchte wertgemindert sind. Der Erreger überwintert vor allem mit seinem Pilzmyzel auf den befallenen Trieben.

Da im Haus- und Kleingarten gegen den Pfirsichschorf aktuell keine Fungizide zugelassen sind, kommt vorbeugenden Maßnahmen eine größere Bedeutung zu. Hierzu gehört, durch eine ausgeglichene Pflanzenernährung widerstandskräftige Pflanzen heranzuziehen und durch einen ordnungsgemäßen Schnitt der Bäume das Kleinklima innerhalb der Krone derart zu beeinflussen, dass die Früchte nach Regenfällen schneller abtrocknen können und dadurch der pilzliche Erreger ungünstigere Lebensbedingungen hat.

Bei einem Befall mit der Schrotschusskrankheit bilden sich im Frühjahr auf den Blättern kleine, runde, braune bis karminrote Flecke. Das Gewebe im Bereich der Flecke stirbt bald ab und fällt aus. Die Blätter sind dann mehrmals durchlöchert, was der Krankheit ihren Namen gegeben hat. Erkrankte Blätter fallen meist ab. Der pilzliche Erreger infiziert auch die jungen Triebe und ruft hier langgestreckte braune Flecken mit rötlichem Rand hervor. An diesen Schadstellen kann es zum Austreten von Gummifluss-Tröpfchen kommen. Die so infizierten Zweige können welken und absterben. Bei einem Fruchtbefall kommt es zu runden, rot umrandeten, eingesunkenen Schadstellen. Stark erkrankte Früchte vertrocknen oder verfaulen und fallen meist ab.

Die Krankheit tritt außer an Pfirsich noch bei Kirsche, Pflaume, Aprikose und Ziergehölzen der Gattung Prunus auf.

Der pilzliche Erreger überwintert meist in Zweigwunden, aber auch an infizierten, hängengebliebenen Früchten, auf abgestorbenen Blättern und in Blattnarben. Eine Verbreitung der Pilzporen erfolgt durch den Regen. Das erklärt auch, dass die meisten Infektionen in den unteren Bereichen der Gehölze zu finden sind. Mit einem erheblichen Krankheitsauftreten ist nach niederschlagsreichen Frühjahrsmonaten zu rechnen. Gefährdet sind auch Gehölze an mikroklimatisch feuchten Orten mit häufiger Tau- oder Nebelbildung.