Europäische Lärche zum Baum des Jahres 2012 gekürt

22.11.2011 Haus & Garten

Der Nadelbaum bringt Farbe in die Wälder und saubere Luft in die Städte

Im Oktober 2011 hat ein Kuratorium aus Fachleuten und Wissenschaftlern die Europäische Lärche zum Baum des Jahres 2012 ernannt. Ihre Besonderheiten: Sie wirft als einziger einheimischer Nadelbaum im Herbst die Nadeln ab. Ihr Holz ist vielseitig nutzbar, und sie kann zur Verbesserung der Luftqualität in Städten beitragen. Ihre Schönheit dürfte auch eine Rolle gespielt haben: Die Goldfärbung der Lärchennadeln im Herbst lässt die Bäume regelrecht leuchten.

Die Besonderheiten des Preisträgers

Ursprünglich ist die eher anspruchslose, aber lichtbedürftige Europäische Lärche (Larix decidua) ein Baum der Mittel- und Hochgebirge. Sie kann in Höhen von 2 500 Metern die Baumgrenze bilden. Im Laufe der Jahrhunderte ist sie in die Täler gewandert, in den Mischwald. Und inzwischen ist sie sogar in Städten zu finden. In Deutschland nimmt die Lärche nur ein Prozent der Waldfläche ein. Als einzige heimische Nadelbaumart zeigt sie eine leuchtend goldgelbe Herbstfärbung und wirft dann ihre Nadeln ab. Eine eindeutige Erklärung dafür gibt es nicht. Sicher ist, dass es der Lärche hilft, extreme Kälte und Trockenheit zu überstehen. Nadellos verträgt sie Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius.

Nach neuesten Untersuchungen aus England, die 30 Baumarten verglichen, ist die Europäische Lärche die Baumart mit dem höchsten Luftverbesserungs-Potenzial. 

Vielseitig nutzbar: Vom Bauholz bis zum Badezusatz

Das harte Lärchenholz ist durch seinen hohen Harzgehalt besonders wetterfest. Es ist beim Bau von Möbeln, Brücken, Booten und Häusern begehrt. Aus den noch frischen Harzausflüssen der Europäischen Lärche wird Terpentin gewonnen. Daraus wird ein Öl, die Grundlage für Heilsalben, hergestellt. Grüne Lärchennadeln sind als Badezusatz sehr beliebt. Die Inhaltsstoffe von Holz und Nadeln werden zudem in der Kosmetikindustrie verwendet. 

Die Wahl zum Baum des Jahres

Der Baum des Jahres wird bereits seit 1989 gekürt. Die Auswahl trifft die gleichnamige Stiftung und ein Kuratorium aus Fachleuten, Verbänden und Wissenschaftlern. Sie verschaffen mit der Auszeichnung bedrohten oder seltenen Arten Beachtung. Aber auch ökologisch wertvolle Bäume wurden in der Vergangenheit ausgezeichnet. Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf die Baumarten und ihre Besonderheiten aufmerksam zu machen. Der Auszeichnung folgen Informationsmaterial, Pflanzaufrufe, Patenschaften, Wettbewerbe und Fachtagungen. 

Weitere Informationen unter www.baum-des-jahres.de

Die Vorgänger aus den letzten Jahren: