Der Düngemittelmarkt – Teil einer globalen Wachstumsbranche

Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts wollen weltweit rund neun Milliarden Menschen ernährt werden. Während die Weltbevölkerung weiter zunimmt, kann das Ackerland kaum noch erweitert werden. Deshalb muss die Produktion auf den bereits genutzten Flächen deutlich gesteigert werden – und das innerhalb recht kurzer Zeit. Dazu leistet die Düngemittelindustrie einen wertvollen Beitrag. Obwohl auch diese Branche nicht von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise verschont blieb, blickt sie dank steigender Nachfrage positiv in die Zukunft. Auch wenn die Marktentwicklung kurzfristigen Schwankungen unterliegt, zählt die Düngemittelindustrie zu einer der wichtigsten globalen Wachstumsbranchen.

Die Düngemittelindustrie in Deutschland

Düngemittelmarkt DeutschlandDie Ernteerträge lagen 2016 oft deutlich unter denen des Vorjahres. Ungünstige Vegetations- und Witterungsbedingungen vor allem im Frühsommer und zur Erntezeit ließen unter anderem die Erträge für Getreide weit hinter die Erwartungen zurückfallen. Die Getreideernte in Deutschland erreichte 2016 insgesamt 45,3 Millionen Tonnen und blieb damit 7 Prozent unter der Vorjahr.

Auch der mehrjährige Durchschnitt (2010 - 2015) wurde mit 3 Prozent unterschritten. Die Getreidepreise standen bei vergleichsweise hohen Lagerbeständen und global guten Ernten anhaltend unter Druck. Der FAO-Getreidepreisindex lag im Oktober 2016 rund 10 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der immer noch reichlich versorgte Weltmarkt lässt nach Expertenschätzung keinen großen Preisanstieg in der laufenden Saison erwarten. Das günstige Herbstwetter 2016 und der Winter haben bis Anfang 2017 insgesamt gute Bestände auf den Äckern in Deuschland heranwachsen lassen.

In der laufenden Düngesaison wird am Ende mit einer mindestens stabilen Absatzentwicklung gerechnet.

Stickstoff-Düngemittelabsatz in Deutschland (Juli - Februar)Der Absatz von Mineraldüngern in Deutschland ist in der Saison 2015/16 (Juli - Juni) im Vergleich zum Vorjahr um 4 bis 14 Prozent (je nach Nährstoff) gesunken. Der Stickstoffabsatz verzeichnete ein Minus von rund 6 Prozent auf 1,71 Millionen Tonnen Stickstoff (N). Das entspricht dem langjährigen Durchschnitt und zeigt, dass die Landwirte in Deutschland ihr Düngeverhalten nicht grundsätzlich geändert haben. Vielmehr orientierten sie sich an den erwarteten Ernteerträgen und haben die Nährstoffeffizienz vorangetrieben. Der Phosphatabsatz sank um 11 600 Tonnen und damit um 4,3 Prozent auf 287 762 Tonnen P2O5. Der Absatz von Kali verzeichnete mit minus 14 Prozent den deutlichsten Rückgang auf 397 759 Tonnen K2O, und lag damit 62 096 Tonnen unter dem Vorjahr. Der Absatz von Kalkdüngern ging um 10 Prozent zurück und lag bei insgesamt 2,43 Millionen Tonnen CaO.

>> Präsentation des Fachbereichsvorsitzenden Pflanzenernährung anlässlich IVA-Jahrespressekonferenz am 9. Mai 2017 (PDF, 1,60 MB)
 

Der weltweite Düngemittelmarkt

Die wirtschaftliche Entwicklung blieb in 2016 insgesamt schwach. Für 2017 ist mit einer verhalten positiven Entwicklung zu rechnen. Auf den Märkten für Agrarprodukte war die Saison 2015/16 vor allem für Getreide von schwachen Preisen und ungünstigen Wetterbedingungen gekennzeichnet. Während Futtergetreide und Reis rückläufig waren, konnte Weizen geringfügig zulegen. Eine stagnierende, schwache Nachfrage führte am Ende der Saison zu einem weiteren Anwachsen der Lagerbestände. Die gute Bestandsentwicklung und insgesamt günstige Wetterbedingungen lassen für die Getreidesaison 2016/17 in den großen Anbauregionen Rekordernten erwarten. Das wirkt sich auch positiv auf die Preisentwicklung für Düngemittel aus.

Der Weltdüngemittelmarkt veränderte sich ebenfalls nur gering. Die Nachfrage war 2016 weitgehend stabil mit Zuwächsen von 1,9 Prozent für Stickstoff, 3,4 Prozent für Phosphat und 1,4 Prozent für Kali. Angesichts der weiterhin erwarteten Preisschwäche bei wichtigen Agrarprodukten, aber günstigen Wachstumsbedingungen in wichtigen Regionen der Welt, wird für das Jahr 2017 mit einem leicht zunehmendem Düngemittelabsatz gerechnet.