Möhren richtig lagern

Raus aus der Folie!

Wer im Supermarkt eine in Folie eingeschweißte Packung oder eine Tüte Möhren kauft, sollte die Verpackung zuhause entfernen, bevor die Möhren ins Gemüsefach des Kühlschranks gelegt werden. So bleiben sie relativ lange knackig und frisch. Wer Möhren aus dem eigenen Garten erntet, lagert sie am besten in einer Sandkiste im kühlen Keller ein. Doch wie machen es eigentlich professionelle Möhren-Anbauer in der Landwirtschaft?

Fast das ganze Jahr über gibt es im Supermarkt Möhren aus heimischem Anbau. Das Gemüse kommt ab Mai mit den konisch-spitzen, zarten Bundmöhren mit kräftig-grünem Laub aus südwestdeutschen Anbaugebieten, etwa aus dem milden Rheintal bei Bruchsal oder aus den Gemüseanbaugebieten in Rheinland-Pfalz. Später folgen zum Beispiel aus dem Rheinland die normalen dicken Möhren, die vorwiegend in Schalen und im Beutel verkauft werden. Am Ende der Saison sind die Lagermöhren im Angebot. Die zarten, süßen Bundmöhren schmecken sofort verzehrt am besten. Sie sind nicht lange lagerfähig; nach dem Kauf sollte das grüne Kraut entfernt werden, da es der Möhre sonst wertvolle Inhaltsstoffe entzieht.

Ab Juni gibt es mittelfrühe Möhrensorten und ab Juli ist sozusagen Hochsaison im Möhrenanbau. Diese zylindrischen großen Möhren sind vier Monate in der Erde gewesen und wiegen daher deutlich mehr als die jungen, eher spitzen Bundmöhren.

Deutsche Lagermöhren gibt’s bis ins nächste Frühjahr

Lagermöhren haben die längste Vegetationszeit im Boden hinter sich. Vor allem die schleswig-holsteinischen Landwirte haben sich auf die späten Möhrensorten für das Winterlager spezialisiert. Die Lagermöhren werden nicht sofort verkauft, sondern erst fachgerecht eingelagert und dann Stück für Stück über die Wintermonate verkauft. Sie werden daher auch nicht gewaschen, sondern mit der noch anhaftenden Erde in luftdurchlässigen Holzkisten ins Kühllager gestellt. In neueren Möhrenlagern wird außerdem noch das CO2 in der Luft abgesaugt, um die Möhren noch länger frisch zu halten. Optimal für Möhren ist eine Lagertemperatur von 0 Grad Celsius bis 1 Grad Celsius bei einer relativen Raumluftfeuchte von mindestens 97 Prozent und einer Begrenzung der CO2-Konzentration auf 1 Prozent. In dieser professionellen Lagerung bleiben Geschmack und Nährstoffe lange erhalten. Wenn unsere deutschen Möhren Mitte April dann schließlich abverkauft sind, bezieht der Handel die ersten Frühmöhren aus Israel, dem Süden Spaniens oder Italiens.

Waschmöhren müssen relativ schnell verbraucht werden

Heute werden Möhren, die über den Großhandel gehen, immer gewaschen, bevor sie an den Einzelhandel geliefert werden. Das geht dank moderner Maschinen relativ schonend und die Ware ist schon ein bis zwei Tage nach der Ernte bei den Konsumenten. Trotzdem sind Waschmöhren nicht so lange haltbar wie ungewaschene Möhren. Im Kühlschrank halten sich Waschmöhren einige Tage bis zwei Wochen. Erste Regel dabei ist: Möhren nach dem Kauf sofort aus der Plastiktüte nehmen. Denn prinzipiell halten Folien Möhren bei anhaltend kühler Temperatur zwar frisch, doch auf dem Weg vom Lager zum Großhandel und weiter zum Einzelhandel bis zum Verbraucher hat das Wurzelgemüse einige Temperaturschwankungen hinter sich und beginnt zu „schwitzen“, was dann eine Fäulnisbildung begünstigt. Hauswirtschaftsberaterinnen empfehlen, Möhren in ein feuchtes Geschirrtuch einzuschlagen und dann im Gemüsefach des Kühlschranks zu lagern.

Wichtig dabei: Möhren nicht zusammen mit reifen Birnen, Tomaten (die sowieso nicht im Kühlschrank gelagert werden sollten) oder Äpfeln lagern, denn dann kann es dazu kommen, dass die Möhren bitter schmecken, was an Ethylengas, das die reifen Früchte ausströmen, liegt. Möhren halten sich im Kühlschrank ohne Plastik bis zu zwei Wochen ohne Qualitätsverluste. Länger gelagerte Möhren werden übrigens wieder knackig, wenn man sie kurz in kaltes Wasser legt.

Einlagerung von Möhren aus dem eigenen Garten

Wer einen möglichst kühlen, ungeheizten Keller hat, kann Möhren auch gut bei maximal 14 Grad Celsius zusammen mit Lauch oder Kartoffeln lagern. Noch besser ist die frostfreie Lagerung in einer Sandkiste bei maximal 5 Grad Celsius Raumtemperatur und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Dazu schneidet man das grüne Laub etwa 3 Zentimeter oberhalb der Wurzel ab und legt die Möhren ungewaschen schichtweise in eine Sandkiste. Das Gemüse bedeckt man dann gut mit Sand, und am Ende besprüht man den Sand mit etwas Wasser. So halten sich Möhren auch zuhause über mehrere Monate – fast wie bei den Profis.