Der Düngemittelmarkt – Teil einer globalen Wachstumsbranche

Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts wollen weltweit fast zehn Milliarden Menschen ernährt werden. Während die Weltbevölkerung weiter zunimmt, kann das Ackerland kaum noch erweitert werden. Deshalb muss die Produktion auf den bereits genutzten Flächen deutlich gesteigert werden – und das innerhalb recht kurzer Zeit. Dazu leistet die Düngemittelindustrie einen wertvollen Beitrag. Obwohl auch diese Branche nicht von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise verschont blieb, blickt sie dank steigender Nachfrage positiv in die Zukunft. Auch wenn die Marktentwicklung kurzfristigen Schwankungen unterliegt, zählt die Düngemittelindustrie zu einer der wichtigsten globalen Wachstumsbranchen.

Die Düngemittelindustrie in Deutschland

Düngemittelmarkt DeutschlandDie anhaltende Trockenheit führte in der Anbausaison 2018/19 vielerorts zu Auflaufproblemen bei den Winterkulturen. Im Winter 2019 (Januar bis März) sorgte zwar vielerorts ein überdurchschnittlicher Niederschlag für leichte Entspannung, es reichte aber nicht aus, um die relevanten Wasserspeicher in tieferen Bodenschichten aufzufüllen.
Die Erntemenge für Getreide (ohne Mais) im Jahr 2019 lag nach vorläufigen Angaben des BMEL mit 40,9 Millionen Tonnen etwa 18,3 Prozent höher gegenüber dem sehr schlechten Vorjahresergebnis. Schaut man sich den Negativbestand von 2,6 Prozent zum sechsjährigen Mittel an, so verdeutlicht dies die Einbußen durch die Trockenheit der letzten Jahre. Die Erträge verteilten sich allerdings regional sehr heterogen in Deutschland. Besonders betroffen von den Einbußen war der Osten Deutschlands. Im Norden und Süden Deutschlands überstieg die Erntemenge teilweise sogar das sechsjährige Mittel.

In einem Abwärtstrend seit 2014 bewegte sich im Düngemittelmarkt der Absatz des Hauptnährstoffs Stickstoff, der in der vergangenen Düngesaison um weitere 10 Prozent auf 1,342 Millionen Tonnen zurückgegangen ist (Höchststand 2014/15: 1,823 Mio. Tonnen). Der Absatz phosphathaltiger Düngemittel sank 2018/19 um 4 Prozent auf 201 159 Tonnen, Kalk-Dünger sanken um 2 Prozent auf 2,87 Millionen Tonnen; lediglich der Absatz an Kalidüngern stieg im Vorjahr um 4,5 Prozent auf 409 542 Tonnen.

Der weltweite Düngemittelmarkt

Auf dem Weltmarkt entwickelte sich der Düngemittelabsatz im vergangenen Wirtschaftsjahr insgesamt verhalten. Aufgrund einmaliger Absatzrückgänge in den USA, hauptsächlich bei P-Düngemitteln, kam es zu einer leichten Abnahme um 0,7 Prozent über alle Nährstoffe berechnet. Die weltweite Nachfrage nach Stickstoff-, Phosphor- und Kalidüngern nimmt insgesamt weiter zu. Motor dieser Entwicklung bleiben Südasien und Lateinamerika, zu geringeren Anteilen auch Nordamerika, Afrika und die EECA-Staaten in Osteuropa und Zentralasien.