Pak Choi: das klassische Wok-Gemüse

22.02.2018 Schule & Wissen

Milde Kohlart aus Asien kam mit Auswanderern nach Europa

In China, Thailand, Korea und Japan ist er ein Klassiker, bei uns ein Newcomer. Pak Choi kam mit asiatischen Auswanderern Anfang der 2000er Jahre in die Niederlande. Der enge Verwandte des Chinakohls schmeckt als Salat und Gemüsebeilage zu Fleisch, kurz angebraten in Wok-Gerichten und in Aufläufen. Er kann auch im eigenen Garten angebaut werden.

Wissenswert

Pak Choi kannten bis vor rund 20 Jahren nur diejenigen, die ihn vor Ort in asiatischen Garküchen gekostet hatten. Mittlerweile wird er auch bei uns häufig in Wok-Gerichten chinesischer Restaurants oder Asia-Imbissen angeboten. Importe aus den Niederlanden und Thailand decken die Nachfrage des Gemüses, das auch als Senf- oder Blätterkohl bekannt ist.

Pak Choi sieht mit seinen grünen Blättern und weißen Stielen fast so aus wie Mangold, ist aber eng mit dem Chinakohl verwandt. Er schmeckt ähnlich wie Kohlrabi: würzig, nussig, leicht süßlich und verfügt über ein mildes Kohlaroma. Zwischen den Sorten gibt es allerdings Unterschiede. Der sogenannte Baby Pak Choi schmeckt besonders mild, der Shanghai Pak Choi hingegen sehr würzig. Die Pflanze enthält vor allem Vitamin C, einige B-Vitamine und Carotin sowie die Mineralstoffe Kalium und Calcium. Die für Kohlarten typischen Senföle sind ebenfalls enthalten. Sie haben eine keimtötende Wirkung.

Bei der Zubereitung ist darauf zu achten, dass die kräftigen Stiele langsamer als die zarteren Blätter garen. Also sollten sie voneinander getrennt und um einige Minuten zeitversetzt in den Topf gegeben werden. Pak Choi ist hitzeempfindlich, seine Blätter zerfallen schnell. Ein kurzes Andünsten oder Anbraten reicht aus. Er passt sehr gut zu Lamm und Hühnchen. Gewürze wie Muskatnuss, Koriander, Sojasoße oder Zitronengras runden seinen Geschmack ab.

Herkunft und Ansprüche

Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis) stammt aus Südostasien. In Ländern wie China, Thailand, Taiwan, Korea und Japan wird er heute intensiv angebaut. Dort profitiert er vom Klima: Er mag die feuchte Wärme. Deswegen wird er in den Niederlanden überwiegend in Gewächshäusern kultiviert. Spezialsorten sind auch für den Anbau im Freiland geeignet. Die Böden sollten locker und nährstoffreich sein, der Standort sonnig bis halbschattig.

Anbau

Das asiatische Gemüse kann vorgezogen ausgepflanzt oder direkt gesät werden. Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 20 Grad Celsius. Zwei bis drei Wochen nach der Aussaat pflanzen Anbauer Pak Choi im Abstand von etwa 30 x 30 Zentimetern aus. Im Gegensatz zu anderen Kohlarten bildet die Pflanze eine 40 bis 60 Zentimeter hohe lockere Rosette mit langstieligen, leuchtend grünen Blättern. Pak Choi benötigt reichlich Wasser, Staunässe ist aber schädlich.

Pflanzenschutz und Düngung

Eine gefährliche Krankheit bei Pak Choi und anderen Kohlarten ist die Kohlhernie . Als vorbeugende Maßnahme bieten sich mehrjährige Kreuzblütler-Anbaupausen an, zu denen neben den Kohlarten zum Beispiel auch Radieschen, Rettich oder Senf zählen. Der Große Kohlweißling, Kohlfliegen, Erdflöhe und Blattläuse können das Wachstum ebenso beeinträchtigen und zu einem Totalausfall führen wie Unkrautkonkurrenz. Pak Choi benötigt weniger Dünger als andere Kohlsorten.

Ernte und Lagerung

Sechs bis acht Wochen nach der Pflanzung sind die Blätter erntereif. Sie sind druckempfindlich und sollten vorsichtig mit einem Messer abgeschnitten werden. Die Haupterntezeit reicht von Juni bis September. Unterglasanbau und Importe aus dem Ausland sorgen aber dafür, dass wir das asiatische Gemüse ganzjährig kaufen können. Beim Kauf sollten wir auf frische, knackige Stiele und kräftig grüne Blätter achten. Je frischer die Ware, desto höher ist der Vitamingehalt. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen und bei kühlen Temperaturen hält sich Pak Choi bis zu fünf Tage.