# „Pflanzen ohne Schutz? - Neue Gesetze und die Folgen“ IVA mit Informationszentrum Pflanzenschutz auf den DLG-Feldtagen

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- URL: https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/pflanzen-ohne-schutz-neue-gesetze-und-die-folgen-iva
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- Created: 2008-06-23T22:00:00+00:00
- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
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- Topics: Pflanzenschutz, Regulierung
- Teaser text: Mehr Kraut als Rüben wächst auf der Versuchsparzelle des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) auf den DLG-Feldtagen in Buttelstedt bei Weimar. Das Informationszentrum Pflanzenschutz des IVA zeigt dort an praktischen Beispielen, was die Beschlüsse des Europaparlaments zur künftigen Pflanzenschutz-Politik für Landwirtschaft und Verbraucher bedeuten würden. Die Parlamentsmehrheit will künftig zahlreiche Wirkstoffe nicht mehr zulassen, die heute von den Landwirten sicher eingesetzt werden.

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Pressemitteilung

24.06.2008

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) „Pflanzen Ohne Schutz? - Neue Gesetze und Die Folgen“ IVA Mit Informationszentrum Pflanzenschutz Auf Den DLG-Feldtagen

Mehr Kraut als Rüben wächst auf der Versuchsparzelle des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) auf den DLG-Feldtagen in Buttelstedt bei Weimar. Das Informationszentrum Pflanzenschutz des IVA zeigt dort an praktischen Beispielen, was die Beschlüsse des Europaparlaments zur künftigen Pflanzenschutz-Politik für Landwirtschaft und Verbraucher bedeuten würden. Die Parlamentsmehrheit will künftig zahlreiche Wirkstoffe nicht mehr zulassen, die heute von den Landwirten sicher eingesetzt werden.

Die Folge: Die Rübenbauern hätten kaum noch Möglichkeiten, gegen Wildwuchs wie Melde, Gänsefuß oder Kamille vorzugehen. Die Rübenernte fiele erheblich schlechter aus als heute. Auf der Maisparzelle sieht es ähnlich aus. Und die Rapspflanzen, die entsprechend den Parlamentsvorgaben vor dem Rapsglanzkäfer nicht mehr geschützt werden können, weisen kaum Schoten auf. Wo das Heer der unscheinbaren schwarzen Insekten den Blütenpollen gefressen hat, bilden sich keine Samen mehr. Die „grünen Ölfelder“ fallen trocken.

„Zwei Drittel der heute von den Landwirten sicher eingesetzten Pflanzenschutzmittel sind in Gefahr“, erklärte IVA-Präsident Hans Theo Jachmann auf einer Forumsveranstaltung in Buttelstedt. „Bei den Insektiziden könnten sogar bis zu 80 Prozent verloren gehen, wenn die Forderungen der Europaparlamentarier umgesetzt werden.“

Zu vergleichbaren Ergebnissen wie die Industrie sind die Pflanzenschutz-Behörden in Deutschland und Großbritannien gekommen. Besonders stark vom Wirkstoffverlust betroffen wären wichtige Hauptfrüchte wie Raps und Getreide. Erhebliche Probleme kommen auch auf Spezialkulturen wie Obst und Gemüse zu. Dort haben die Erzeuger schon heute bei zahlreichen Schädlingen und Krankheiten Mühe, mit den wenigen zugelassenen Mitteln zurechtzukommen.
„Wir müssen auch mit schneller Resistenzbildung bei Schädlingen und Krankheiten rechnen, wenn nur noch eine oder zwei Wirkstoffgruppen eingesetzt werden können“, so Jachmann. Schneller Ersatz für verlorene Mittel ist nicht in Sicht. Die neuen Anforde-rungen an die Wirkstoffe machen es noch schwerer als bisher schon, innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

„Eine Folgenabschätzung hat gezeigt, dass die Getreideerträge um 20 bis 30 Prozent zurückgehen. Die Kartoffelernte dürfte bis zu einem Drittel niedriger ausfallen“, kritisierte Jachmann die Auswirkungen der rigiden Vorstellungen der Parlamentsmehrheit. Für die Landwirtschaft bedeutet das herbe Einkommensverluste, für die Verbraucher höhere Abhängigkeit von Importen.

Professor Josef-Alexander Verreet von der Universität Kiel bezifferte auf dieser Forumsveranstaltung die Ertragssteigerung durch chemischen Pflanzenschutz in Westeu-ropa auf 70 Prozent gegenüber einer unbehandelten Fläche. Sein Institut hat auch einen Vergleich zwischen verschiedenen Wirtschaftsweisen in Weizenbaubetrieben in Schleswig-Holstein durchgeführt. Danach ernteten die Betriebe mit Pflanzenschutz zwischen 95 und 115 Dezitonnen Weizen pro Hektar. Auf Bio-Betrieben waren es lediglich 60 Dezitonnen. Interessantes Nebenergebnis war, dass eine Unkrautbekämpfung durch Hacken keinerlei Mehrertrag bringt. Zu Herbiziden gibt es also keine Alternative.

Auch Resistenzzüchtung kann die Chemie nicht ersetzen, wie Verreet erklärte. „Wir haben acht wichtige Weizenkrankheiten. Wenn wir die Pflanzen gegen eine davon durch Züchtung resistent machen, schafft das Raum für die übrigen sieben“.

„Große Verluste an Pflanzenschutz-Wirkstoffen könnten viele landwirtschaftliche Betrie-be in ihrer Existenz gefährden“, erklärte auf dem Forum Steffen Mogwitz. Im Raum Hannover baut er auf tausend Hektar Zuckerrüben, Raps und Weizen an. Ein neuer Schub im Strukturwandel würde dadurch ausgelöst, so der Landwirt, der selbstbewusst feststellte: „Unser Pflanzenschutz-System funktioniert, es ist für uns unverzichtbar. Wir führen es mit großem Können und Verantwortungsbewusstsein durch und brauchen diese neuen rigiden Regelungen nicht.“

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Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis

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Eingeschränkter Pflanzenschutz nach EU-Parlament

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Kräftige Rüben wachsen auf der nach guter landwirtschaftlicher Praxis behandelten Fläche (oberes Bild); wenn keine Herbizide eingesetzt werden können, erobert das Unkraut die Vorherrschaft.

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Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis

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Eingeschränkter Pflanzenschutz nach EU-Parlament

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Wo der Rapsglanzkäfer ungehindert den Knospen zu Leibe rücken kann (unteres Bild), bilden sich kaum noch Schoten mit dem als Öl-Lieferant begehrten Rassamen. Guten Ertrag verspricht der rechtzeitig mit Insektiziden behandelte Raps.

## Pressemitteilungen

[ !["Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Podiumsdiskussion%20Praxis%20trifft%20Politik%20am%20Pfalzmarkt_19022026_Quelle%20IVA.jpeg.webp?h=71e18210&itok=4O72YHGi)

19.02.2026

Pressemitteilung

"Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit

Für die Ernährungssicherheit braucht die Landwirtschaft schneller innovative Pflanzenschutzmittel, mit denen die Anbauer ihre Kulturen wirksam schützen können. Dazu muss das Zulassungssystem in Deutschland effizienter werden – das war der Tenor einer gemeinsamen Veranstaltung der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, der Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) heute in Mutterstadt. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Handel und Vermarktung über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Weichenstellungen auf die Ernährungssicherheit. Unter dem Titel „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ kamen Agrarpolitikerinnen und -politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP mit Praktikern aus Landwirtschaft, Handel und Vermarktung zusammen.

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[ ![IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Phtytophthora%20infestans_272252666_AdobeStock.jpeg.webp?h=0d27ee61&itok=plCyzguV)

05.02.2026

Pressemitteilung

IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"

Zum heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) veröffentlichten sogenannten „Faktencheck“ zum Thema zunehmend wegfallender Pflanzenschutz-Lösungen in der Landwirtschaft ordnet der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ein:

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[ !["Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-01/PK%20150126_Berlin.jpg.webp?h=71976bb4&itok=52rISgNu)

15.01.2026

Pressemitteilung

"Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"

Eine strangulierende EU-Regulierung bei der Genehmigung neuer Wirkstoffe und ein übertrieben bürokratisches Zulassungssystem in Deutschland hemmen den Zugang der Landwirtschaft zu innovativen Pflanzenschutzmitteln – ein Problem insbesondere für den heimischen Obstbau, den die Politik eigentlich stärken wollte. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch zum Auftakt der Grünen Woche 2026 in Berlin appellierten die Fachgruppe Obstbau und der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) an die Politik in Deutschland und Europa, ambitionierte Reformideen jetzt konsequent umzusetzen.

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[ ![Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2025-12/Pflanzenschutzausbringung_40592454M_123rf.jpg.webp?h=e489e4e1&itok=yCASiprG)

17.12.2025

Pressemitteilung

Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) sieht nach einer ersten Analyse des von der Europäischen Kommission vorgelegten „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“ – einem Verordnungsvorschlag zur Entbürokratisierung unter anderem der Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung von 2009 – zu wenig Impulse, um die bestehenden Probleme beim Pflanzenschutz grundlegend zu lösen. Aus Sicht des IVA sind Vereinfachungen dringend notwendig, damit innovative Pflanzenschutzmittel – ob biologisch oder chemisch-synthetisch – der Landwirtschaft in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

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Martin May

Geschäftsführer, Leiter Kommunikation und Politik, Pressesprecher

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