# Obst und Gemüse: Anbauer rechnen mit steigenden Importen

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/obst-und-gemuese-anbauer-rechnen-mit-steigenden
- Language: de
- Bundle: News (`news`)
- Created: 2020-10-20T10:09:05+00:00
- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
- Published: true
- Topics: Regulierung
- Teaser text: Bei Obst und Gemüse droht Deutschland nach Einschätzung des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG) und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) eine wachsende Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland. Schon heute sind im Obst- und Gemüseanbau gegen zahlreiche Pflanzenschädlinge hierzulande keine wirksamen Pflanzenschutzmittel mehr zugelassen.

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/iva_pflanzenschutz_201708_highres-6447.jpg.webp?h=71584e0e&itok=wpIp0B21)

© IVA

Aus fremden Landen frisch auf den Tisch?

Pressemitteilung

21.10.2020

-

Frankfurt/Berlin

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) Obst und Gemüse: Anbauer Rechnen Mit Steigenden Importen

## Mangel an Pflanzenschutzmitteln erschwert heimischen Anbau / Gemeinsame Pressemitteilung von IVA und BOG

![Bild entfernt.](https://www.iva.de/core/misc/icons/e32700/error.svg "Dieses Bild wurde entfernt. Aus Sicherheitsgründen sind nur Bilder aus der lokalen Domäne erlaubt.")

Bei Obst und Gemüse droht Deutschland nach Einschätzung des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG) und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) eine wachsende Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland. Schon heute sind im Obst- und Gemüseanbau gegen zahlreiche Pflanzenschädlinge hierzulande keine wirksamen Pflanzenschutzmittel mehr zugelassen. Oft können die Anbauer nur auf kurzfristige Notfallzulassungen hoffen.

Während in Deutschland von Feldkulturen wie Weizen, Kartoffeln oder Zuckerrüben mehr produziert wird als im eigenen Land verbraucht, liegt der Versorgungsgrad bei Obst und Gemüse weit unter dem inländischen Bedarf. Das gilt nicht nur für buchstäbliche „Südfrüchte“, sondern etwa auch für Äpfel (Selbstversorgungsgrad: 40 Prozent), Möhren (70 Prozent) oder selbst Kohl (82 Prozent).

Durch eine künftig noch schlechtere Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln zur Kontrolle von Schädlingen, Pilzen und Unkräutern könnte der heimische Anbau durch die Ausbreitung resistenter Schädlinge und Pilzerreger und die damit einhergehenden Ernterisiken weiter zurückgedrängt werden. Darauf wiesen heute BOG und IVA bei einem gemeinsamen Pressegespräch hin.

Eine Projektgruppe des IVA hatte Datensätze aus der Zulassungsliste des für Pflanzenschutzmittel zuständigen Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ausgewertet und ermittelt, wie viele unterschiedliche Pflanzenschutz-Wirkstoffe und Wirkmechanismen in ausgesuchten Obst- und Gemüsekulturen verfügbar sind und künftig zur Verfügung stehen werden. Für ein wirksames Resistenzmanagement gilt als kritische Zahlengröße, dass mindestens drei verschiedene Mechanismen zur Verfügung stehen, damit die Anbauer die Produkte variieren können.

Die phytosanitäre Achillesferse bei den Sonderkulturen ist in vielen Fällen die schlechte Verfügbarkeit von Insektiziden gegen Schädlinge, die ganze Ernten bedrohen. Gegen Apfelwickler sind künftig im Apfelanbau wohl nur noch zwei Wirkstoffe mit ausreichender Wirksamkeit zugelassen, daneben noch BT-Produkte *(Bacillus thuringiensis)* mit geringerer Wirksamkeit. Noch dramatischer stellt sich die Bekämpfungssituation bei Kirschen und anderem Steinobst dar: Die letzten beiden noch verfügbaren chemischen Wirkstoffe werden voraussichtlich wegfallen; dann stehen nur noch Kali-Seifen oder Rapsöl zu Verfügung. Gegen Schildläuse sind im Anbau von Kirschen und anderem Steinobst gar keine Mittel mehr für Spritzanwendungen zugelassen; das einzige noch verfügbare Mittel gegen saugende Insekten befindet sich bereits in der Aufbrauchfrist.

„Der verantwortungsbewusste und fachgerechte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt maßgeblich zur Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln bei. Will man verhindern, dass ganze Anbaugebiete verschwinden und die Produktion ins Ausland abwandert, muss gehandelt werden. Der massive Verlust an Wirkstoffen fördert nicht nur die Entstehung von Resistenzen, er bedroht die Existenzen der landwirtschaftlichen Unternehmer und somit die Existenz der deutschen Kulturlandschaften“, sagte Jens Stechmann, Vorsitzender des Bundesausschusses Obst und Gemüse und selbst Obstanbauer mit einem Betrieb von 37 Hektar in Jork-Lühe.

Nicht viel optimistischer blicken die Gemüseanbauer auf die Zukunft. Der stellvertretende Vorsitzende des BOG, Christian Ufen, der mit seinem Betrieb in Kronprinzenkoog auf 50 Hektar Kohl anbaut, sagte: „Kurzfristige Notfallzulassungen sind auf Dauer keine Lösung für unsere Obst- und Gemüsebauern. Wir benötigen Planungssicherheit und sind auf die ausreichende Verfügbarkeit von Wirkstoffen angewiesen.“

„Wenn wir etwas aus der Corona-Krise mitgenommen haben, dann ist es eine höhere Wertschätzung für die Produktion von Nahrungsmitteln im eigenen Land. Für eine vollständige Selbstversorgung mit Obst und Gemüse fehlen uns in Deutschland vielleicht die Voraussetzungen, aber wir sollten alles daransetzen, dass in den traditionsreichen Obst- und Gemüseregionen weiter wettbewerbsfähig produziert werden kann. Sonderkulturen, egal ob im ökologischen oder konventionellen Anbau, sind aber auf wirksame Pflanzenschutzmittel angewiesen. Verschwinden Obst und Gemüse zugunsten von Getreide oder noch mehr Mais, verarmt nicht nur die Vielfalt im Anbau, es geht auch viel gewachsene Kulturlandschaft verloren, sagte Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer des IVA.

Pressekontakte:

Bundesausschuss Obst und Gemüse / Sonderkulturen
Lilian Heim, Geschäftsführerin
Tel. +49 30 31904-269
Fax +49 30 3190411-269
E-Mail: <l.heim@bauernverband.net>

Industrieverband Agrar e. V., Pressestelle
Martin May
Tel. +49 69 2556-1249 oder +49 151 54417692
Fax +49 69 2556-1298
E-Mail: <may.iva@vci.de>
<https://www.iva.de>
[https://twitter.com/IVA\_Presse](https://twitter.com/IVA_Presse)

## Weitere Beiträge

[ ![Jahrespressekonferenz 2020 / Agrarchemie: Abwärtstrend setzte sich 2019 ungebremst fort](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/img_7500_1.jpg.webp?h=275ddae1&itok=g_uMSzcy)

04.05.2020

Pressemitteilung

Jahrespressekonferenz 2020 / Agrarchemie: Abwärtstrend setzte sich 2019 ungebremst fort

Der Abwärtstrend hielt für die deutsche agrochemische Industrie vor dem Hintergrund anhaltender Trockenheit und reduzierter Ernteerträge auch 2019 weiter an. Der Inlandsumsatz mit Pflanzenschutzmitteln der im Industrieverband Agrar e. V. (IVA) organisierten Unternehmen sank im vergangenen Jahr abermals um 6,9 Prozent auf 1,193 Milliarden Euro (2018: 1,282 Mrd. Euro). Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2014 sind die Umsätze um ein Viertel eingebrochen und der Markt damit noch unter das Niveau des Jahres 2007 geschrumpft.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/jahrespressekonferenz-2020-agrarchemie-abwaertstrend)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/jahrespressekonferenz-2020-agrarchemie-abwaertstrend)

[ ![Rapsöl aus der Ukraine und Kartoffeln aus Übersee statt Vielfalt aus der Region](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/img_1232_0.jpg.webp?h=3dd52f61&itok=7_el2g2S)

14.01.2020

Pressemitteilung

Rapsöl aus der Ukraine und Kartoffeln aus Übersee statt Vielfalt aus der Region

Stärkere Importabhängigkeit, engere Fruchtfolgen und die Verlagerung der landwirtschaftlichen Produktion in andere Weltregionen – das könnten schon bald die unerwünschten Nebenwirkungen der restriktiven Regulierung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland und Europa sein.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/rapsoel-aus-der-ukraine-und-kartoffeln-aus-uebersee)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/rapsoel-aus-der-ukraine-und-kartoffeln-aus-uebersee)

## Pressemitteilungen

[ ![Kein Versorgungsengpass bei Mineraldüngern – noch](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-03/Minerald%C3%BCnger_S%C3%A4cke_324263377_AdobeStock.jpeg.webp?h=790be497&itok=2BHQM-yI)

18.03.2026

Pressemitteilung

Kein Versorgungsengpass bei Mineraldüngern – noch

Trotz der Kriegshandlungen im Nahen Osten mit ihren globalen Auswirkungen bestehen in der aktuellen Düngesaison noch keine Probleme bei der Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Mineraldüngern – so die Einschätzung des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA), der die Interessen der deutschen Produzenten von Mineraldüngern vertritt. Bislang sind erste Auswirkungen auf die Preisentwicklung zwar spürbar, aber von Preisspitzen wie nach Russlands Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren ist der Markt noch weit entfernt.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/kein-versorgungsengpass-bei-mineralduengern-noch)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/kein-versorgungsengpass-bei-mineralduengern-noch)

[ !["Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Podiumsdiskussion%20Praxis%20trifft%20Politik%20am%20Pfalzmarkt_19022026_Quelle%20IVA.jpeg.webp?h=71e18210&itok=4O72YHGi)

19.02.2026

Pressemitteilung

"Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit

Für die Ernährungssicherheit braucht die Landwirtschaft schneller innovative Pflanzenschutzmittel, mit denen die Anbauer ihre Kulturen wirksam schützen können. Dazu muss das Zulassungssystem in Deutschland effizienter werden – das war der Tenor einer gemeinsamen Veranstaltung der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, der Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) heute in Mutterstadt. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Handel und Vermarktung über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Weichenstellungen auf die Ernährungssicherheit. Unter dem Titel „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ kamen Agrarpolitikerinnen und -politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP mit Praktikern aus Landwirtschaft, Handel und Vermarktung zusammen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/praxis-trifft-politik-fehlende-pflanzenschutz-optionen)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/praxis-trifft-politik-fehlende-pflanzenschutz-optionen)

[ ![IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Phtytophthora%20infestans_272252666_AdobeStock.jpeg.webp?h=0d27ee61&itok=plCyzguV)

05.02.2026

Pressemitteilung

IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"

Zum heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) veröffentlichten sogenannten „Faktencheck“ zum Thema zunehmend wegfallender Pflanzenschutz-Lösungen in der Landwirtschaft ordnet der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ein:

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/iva-bei-fakten-besser-genauer-hinschauen)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/iva-bei-fakten-besser-genauer-hinschauen)

[ !["Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-01/PK%20150126_Berlin.jpg.webp?h=71976bb4&itok=52rISgNu)

15.01.2026

Pressemitteilung

"Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"

Eine strangulierende EU-Regulierung bei der Genehmigung neuer Wirkstoffe und ein übertrieben bürokratisches Zulassungssystem in Deutschland hemmen den Zugang der Landwirtschaft zu innovativen Pflanzenschutzmitteln – ein Problem insbesondere für den heimischen Obstbau, den die Politik eigentlich stärken wollte. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch zum Auftakt der Grünen Woche 2026 in Berlin appellierten die Fachgruppe Obstbau und der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) an die Politik in Deutschland und Europa, ambitionierte Reformideen jetzt konsequent umzusetzen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/hoechste-zeit-fuer-ambitionierte-reformen-im)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/hoechste-zeit-fuer-ambitionierte-reformen-im)

## Ansprechpartner

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne an.

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2024-10/May_Martin_HG.jpg.webp?h=a14b5fd1&itok=5fYskPDk)

Martin May

Geschäftsführer, Leiter Kommunikation und Politik, Pressesprecher

+49 69 2556-1249

[ may.iva@vci.de ](mailto:may.iva@vci.de)
