# IVA: Überzogene EU-Regulierung erschwert wirksamen Pflanzenschutz

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- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
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- Topics: Pflanzenschutz, Landwirtschaft, Regulierung
- Teaser text: Deutschen Landwirten fällt die wirksame Bekämpfung von Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten immer schwerer – weil es an zugelassenen Mitteln gegen Schädlinge fehlt oder weil bewährte Mittel von den Behörden vom Markt genommen werden. Durch die restriktive Pflanzenschutzpolitik der Europäischen Union werden sich diese Probleme in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Diesen ernüchternden Ausblick präsentierte der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) heute bei einem Pressegespräch anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

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© IVA

Pressegespräch am 15. Januar 2015 im Rahmen der Grünen Woche in Berlin: Neue Schädlinge, alte Plagen. EU-Regeln erschweren Pflanzenschutz - Praktiker berichten (v.l.n.r. M. May, Dr. Schramm, H. Behn, N. Weber, V. Koch-Achelpöhler).

Pressemitteilung

15.01.2015

-

Berlin

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) IVA: Überzogene EU-Regulierung Erschwert Wirksamen Pflanzenschutz

## Praktiker berichten von den Folgen: Schäden und Ernteverluste / Pressegespräch auf der Internationalen Grünen Woche 2015

Den deutschen Landwirten fällt die wirksame Bekämpfung von Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten immer schwerer – weil es an zugelassenen Mitteln gegen Schädlinge fehlt oder weil bewährte Mittel von den Behörden vom Markt genommen werden. Zusätzlich bedrohen neue Schädlinge, die im Zuge der Klimaveränderung zu uns kommen, ihre Ernten. Durch die restriktive Pflanzenschutzpolitik der Europäischen Union werden sich diese Probleme in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Diesen ernüchternden Ausblick präsentierte der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) heute bei einem Pressegespräch anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Wie real die Bedrohung schon jetzt ist, zeigten die Berichte von zwei Praktikern aus der Landwirtschaft, dem Rapsanbauer Hans Behn aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Winzer Norbert Weber aus Südbaden: Schädlinge wie die Kleine Kohlfliege (Raps) und die Kirschessigfliege (Obst- und Weinbau) richten in ihren Betrieben erhebliche Schäden an.

„In keiner Weltregion werden strengere Anforderungen an Pflanzenschutzmittel gestellt als in der EU. Den Landwirten werden absehbar immer weniger wirksame Mittel zur Verfügung stehen, und die Industrie kann die entstehenden Lücken durch neue Produkte nicht mehr schließen. Erschwerend kommt hinzu, dass bewährte Verfahren wie die Saatgutbeizung zum Schutz gegen schädliche Insekten durch EU-Bestimmungen kurzfristig verboten wurden“, berichtete IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm.

Was dies in der Praxis an Ernteverlusten und Zusatzkosten bedeutet, schilderte Landwirt Hans Behn, Vorstandsvorsitzender des Regionalverbands Malchin des Landesbauernverbands Mecklenburg-Vorpommern. Behn ist dabei kein Einzelfall. Sein Bundesland ist die Hochburg des Rapsanbaus in Deutschland; die Ölsaat wird dort auf jedem vierten Hektar angebaut. Im vergangenen Herbst litten die jungen Rapspflanzen im Nordosten verstärkt unter dem Schädlingsbefall. Nur dem bisherigen Witterungsverlauf dieses Winters ist es zu verdanken, dass die Ausfälle bislang nicht höher ausfielen. Vielerorts stehen die Landwirte vor der Entscheidung, die absehbaren Mindererträge in Kauf zu nehmen oder doch besser den kümmerlichen Bestand umzubrechen.

Bis Dezember 2013 war die Beizung des Saatguts mit neonikotinoiden Insektiziden bewährter Standard, um die bisher junge Rapspflanze vor Schädlingen wie Rapserdfloh und Kleine Kohlfliege zu schützen, berichtete Behn. Nachdem die Europäische Union 2013 ein umstrittenes Anwendungsverbot für drei Wirkstoffe erließ, mussten Behn und seine Berufskollegen die Rapsaussaat im Spätsommer 2014 ohne insektizide Beizung ausbringen. Gegen den Rapserdfloh mussten sie zusätzlich zwei bis vier großflächige Spritzanwendungen mit Insektiziden durchführen; gegen die Kleine Kohlfliege hingegen gibt es kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel mehr.

Für die Rapsanbauer in Mecklenburg-Vorpommern hatte dies erhebliche Mehrkosten zur Folge: Behn zeigte auf, dass die zusätzlichen Pflanzenschutzüberfahrten einen großen Aufwand darstellen. Waren jedoch die Schäden durch die Kleine Kohlfliege im Herbst schon so gravierend, dass der Raps umgebrochen werden musste und auf demselben Acker Weizen gesät wurde, explodierten die Kosten sogar auf etwa 400 Euro je Hektar. Dabei ist der entgangene Vorfruchtwert noch nicht einmal berücksichtigt.

„Wir hoffen, dass das Beizmittelverbot sehr schnell wieder aufgehoben wird“, sagte Behn. „Uns Landwirten im Nordosten schadet es massiv. Wir sind verunsichert, ob ein wirtschaftlicher Rapsanbau zukünftig überhaupt noch möglich ist. Das eigentliche Ziel, nämlich die Gesundheit der Bienen zu verbessern, wird in jedem Fall verfehlt.“

Während die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern altbekannte Schädlinge kaum noch bekämpfen können, machten die Wein- und Obstbauern im Südwesten jetzt unliebsame Erfahrungen mit einem eingeschleppten Schädling: der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), die 2014 in vielen deutschen Weinbauregionen erstmals massiv auftrat.

Der bis dato unbekannte Schädling, der als blinder Passagier der Klimaveränderung nach Deutschland kam, hat das Potenzial, die Winzerarbeit eines ganzen Jahres zunichte zu machen und damit erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu verursachen. Weber selbst zählte mit seinem Betrieb in Bischoffingen am Kaiserstuhl (Baden) auch zu den Geschädigten.

„Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, um für die Vegetationssaison 2015 gut vorbereitet zu sein. Es braucht eine abgestimmte Gesamtstrategie – dazu müssen Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung, Beratung, Pflanzenschutz-Industrie und Weinwirtschaft an einem Strang ziehen, um der neuen Herausforderung Herr zu werden“, sagte Weber. Dazu zählt er insbesondere vorbeugende Maßnahmen.

„Was die Weinbaubetriebe jetzt dringend brauchen, ist eine größere Vielfalt an Wirkstoffen, damit wir nicht in ein paar Jahren in die Resistenzfalle laufen. Und in anderen Bereichen bereits bewährte Pflanzenschutzmittel müssen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege auch für den Weinbau zugelassen werden“, forderte Weber.

Nach einer internen Analyse des IVA kann das restriktive EU-Pflanzenschutzrecht die Probleme der Landwirte noch verschärfen. So stehen drei von vier Getreidefungiziden auf der Kippe, nur noch jedes zweite Mittel gegen Krautfäule bei Kartoffeln wäre zulassungsfähig. Schramm: „Als die EU 2009 ein neues Pflanzenschutzrecht beschloss, war eines der erklärten Ziele die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion. Dazu braucht es aber eine Regulierung mit Augenmaß, von der wir uns immer weiter entfernen.“

[&gt;&gt; Beizverbot im Raps macht Landwirten zu schaffen / Hintergrundinformationen (PDF, 51 KB)](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/hintergrundinfos_beizverbot_im_raps_macht_landwirten_zu_schaffen.pdf)

[&gt;&gt; Präsentation Dr. Helmut Schramm (PDF, 490 KB)](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/praesentation_dr._helmut_schramm.pdf)
[&gt;&gt; Präsentation Hans Behn (PDF, 840 KB)](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/praesentation_hans_behn.pdf)
[&gt;&gt; Präsentation Norbert Weber (PDF, 366 KB)](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/praesentation_norbert_weber.pdf)

## Pressemitteilungen

[ !["Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Podiumsdiskussion%20Praxis%20trifft%20Politik%20am%20Pfalzmarkt_19022026_Quelle%20IVA.jpeg.webp?h=71e18210&itok=4O72YHGi)

19.02.2026

Pressemitteilung

"Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit

Für die Ernährungssicherheit braucht die Landwirtschaft schneller innovative Pflanzenschutzmittel, mit denen die Anbauer ihre Kulturen wirksam schützen können. Dazu muss das Zulassungssystem in Deutschland effizienter werden – das war der Tenor einer gemeinsamen Veranstaltung der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, der Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) heute in Mutterstadt. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Handel und Vermarktung über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Weichenstellungen auf die Ernährungssicherheit. Unter dem Titel „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ kamen Agrarpolitikerinnen und -politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP mit Praktikern aus Landwirtschaft, Handel und Vermarktung zusammen.

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[ ![IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Phtytophthora%20infestans_272252666_AdobeStock.jpeg.webp?h=0d27ee61&itok=plCyzguV)

05.02.2026

Pressemitteilung

IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"

Zum heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) veröffentlichten sogenannten „Faktencheck“ zum Thema zunehmend wegfallender Pflanzenschutz-Lösungen in der Landwirtschaft ordnet der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ein:

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/iva-bei-fakten-besser-genauer-hinschauen)

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[ !["Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-01/PK%20150126_Berlin.jpg.webp?h=71976bb4&itok=52rISgNu)

15.01.2026

Pressemitteilung

"Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"

Eine strangulierende EU-Regulierung bei der Genehmigung neuer Wirkstoffe und ein übertrieben bürokratisches Zulassungssystem in Deutschland hemmen den Zugang der Landwirtschaft zu innovativen Pflanzenschutzmitteln – ein Problem insbesondere für den heimischen Obstbau, den die Politik eigentlich stärken wollte. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch zum Auftakt der Grünen Woche 2026 in Berlin appellierten die Fachgruppe Obstbau und der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) an die Politik in Deutschland und Europa, ambitionierte Reformideen jetzt konsequent umzusetzen.

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[ ![Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2025-12/Pflanzenschutzausbringung_40592454M_123rf.jpg.webp?h=e489e4e1&itok=yCASiprG)

17.12.2025

Pressemitteilung

Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) sieht nach einer ersten Analyse des von der Europäischen Kommission vorgelegten „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“ – einem Verordnungsvorschlag zur Entbürokratisierung unter anderem der Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung von 2009 – zu wenig Impulse, um die bestehenden Probleme beim Pflanzenschutz grundlegend zu lösen. Aus Sicht des IVA sind Vereinfachungen dringend notwendig, damit innovative Pflanzenschutzmittel – ob biologisch oder chemisch-synthetisch – der Landwirtschaft in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

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Martin May

Geschäftsführer, Leiter Kommunikation und Politik, Pressesprecher

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