# IVA: Produktive Landwirtschaft schont natürliche Ressourcen

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/iva-produktive-landwirtschaft-schont-natuerliche
- Language: de
- Bundle: News (`news`)
- Created: 2016-01-12T15:20:57+00:00
- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
- Published: true
- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Pflanzenschutz, Landwirtschaft, Umweltschutz
- Teaser text: Die weithin verbreitete Vorstellung, dass ökologischer Landbau vorteilhafter für den Erhalt der Artenvielfalt sei als konventioneller Landbau, hält einer gründlichen wissenschaftlichen Überprüfung nur sehr bedingt stand, so eine heute im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin vorgestellte Studie der HFFA Research GmbH, der Forschungs- und Politikberatungsgesellschaft des Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA).

## Content

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/vorschaubilder/img_4179.jpg.webp?h=a5eb5da0&itok=OkB-I4fu)

© IVA

IVA-Pressegespräch anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2016 am 14. Januar 2016 in Berlin (v.r.n.l. V. Koch-Achelpöhler, Dr. Noleppa, Dr. Schramm, M. May).

Pressemitteilung

14.01.2016

-

Berlin

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) IVA: Produktive Landwirtschaft Schont Natürliche Ressourcen

## Studie: Gemessen am Ertrag verursacht Ökolandbau größere Biodiversitätsverluste als konventioneller Ackerbau

Die weithin verbreitete Vorstellung, dass ökologischer Landbau vorteilhafter für den Erhalt der Artenvielfalt sei als konventioneller Landbau, hält einer gründlichen wissenschaftlichen Überprüfung nur sehr bedingt stand. Lediglich bei einer Betrachtung, die allein die bewirtschaftete Ackerfläche zum Maßstab nimmt, schneidet er besser ab. Bezogen auf den Ernteertrag (z. B. eine Tonne Weizen je Hektar) geht dagegen deutlich weniger Artenvielfalt bei konventioneller Bewirtschaftung verloren. Die Ursache dafür ist der mehr als doppelt so hohe Flächenertrag der produktiveren modernen Landwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin vorgestellte Studie der HFFA Research GmbH, der Forschungs- und Politikberatungsgesellschaft des Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA). In Auftrag gegeben hatte die Studie der Industrieverband Agrar e. V. (IVA).

Für die Studie hatte der Autor und Geschäftsführer der HFFA Research GmbH, Dr. Steffen Noleppa, Daten aus dem Testbetriebsnetz des Bundeslandwirtschaftsministeriums ausgewertet, um die Ertragsunterschiede zwischen ökologischem und konventionellem Landbau in Deutschland zu bestimmen. Im gewogenen Mittel aller Ackerbaukulturen erzielte der ökologische Landbau in den Wirtschaftsjahren 2010/11 bis 2013/14 durchschnittlich 51 Prozent geringere Erträge – was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Flächenbedarf für die Herstellung der gleichen Erntemenge mehr als doppelt so hoch war.

Weniger groß sind dagegen die Unterschiede bei den Verlusten an Artenvielfalt, die die beiden Bewirtschaftungsformen nach sich ziehen, wie eine im Rahmen der Studie vorgenommene Auswertung einschlägiger wissenschaftlicher Studien zeigte. Verglichen mit einem natürlichen Ökosystem weist eine Agrarfläche in ökologischer Bewirtschaftung bereits eine durchschnittlich um 67 Prozent geringere Artenvielfalt auf; denn auch der Bio-Bauer schützt sinnvoller Weise durch zahlreiche Maßnahmen seine Kulturpflanzen vor Unkräutern, Pilzen oder Schädlingen. Durch die Eingriffe im konventionellen Landbau, zu denen auch Maßnahmen des chemischen Pflanzenschutzes gehören, geht die Artenvielfalt im Mittel um 86 Prozent gegenüber einem natürlichen Ökosystem zurück.

Bei der vergleichenden Bewertung der Effekte von ökologischem und konventionellem Landbau auf die Artenvielfalt braucht es nach Ansicht von Noleppa eine mehrdimensionale Perspektive. Eine eindimensionale, nur auf die Fläche bezogene Betrachtung übersieht das primäre Ziel des Ackerbaus, nämlich die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen Agrarrohstoffen. Angemessen ist nach Auffassung des Wissenschaftlers daher, die Biodiversitätsverluste in Beziehung zu setzen zur Erntemenge je Flächeneinheit. Berücksichtigt man die deutlich höheren Flächenerträge im konventionellen Anbau, zeigt sich dann, dass der ökologische Landbau einen um 55 Prozent größeren Verlust an Artenvielfalt je Ertragseinheit verursacht.

Der Agrarökonom Noleppa veranschaulicht mit einem Beispiel, warum diese mehrdimensionale Betrachtung erforderlich ist: „Wenn wir den Spritverbrauch eines Linienbusses mit dem eines PKW vergleichen, schneidet bei eindimensionaler Betrachtung das Auto immer besser ab. Aber kein vernünftiger Mensch würde deshalb dem Individualverkehr Vorrang einräumen, denn viel wichtiger ist die Frage, wie viele Menschen für die gleiche Menge Diesel oder Benzin befördert werden. Da gewinnt der Bus, weil er die Ressource Treibstoff effizienter einsetzt als der PKW.“ Analog, so Noleppa, müsse auch bei der Bewertung landwirtschaftlicher Methoden auf die relevante Zielgröße abgestellt werden – nämlich nicht auf die kultivierte Fläche allein, sondern auf den Ertrag pro Fläche.

In der EU-Zulassungsverordnung 1107/2009 hat der europäische Gesetzgeber vorgegeben, dass Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die biologische Vielfalt und das Ökosystem zu berücksichtigen sind, soweit es wissenschaftlich anerkannte Methoden dafür gibt. „Alle bisher bekannten Ansätze dazu bleiben eindimensional, weil sie allein auf die Agrarflächen abstellen, die Ertragseffekte aber ausblenden. Das ist nicht nur sachfremd, sondern womöglich auch kontraproduktiv: Denn je Ertragseinheit, z. B. einer Tonne Weizen je Hektar, verursacht moderner Ackerbau in Deutschland geringere Verluste an Biodiversität als der Ökolandbau oder Importe aus anderen Weltregionen“, kommentierte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm die HFFA-Studie: „Wir brauchen eine mehrdimensionale Bewertung der Effekte, die die moderne Landwirtschaft und ihr Pflanzenschutzeinsatz auf die regionale und globale Biodiversität haben.“

Die Studie steht kostenlos zum Download auf den Internet-Seiten der HFFA Research GmbH ([www.hffa-research.com](http://www.hffa-research.com/)) und des IVA ([&gt;&gt; PDF, 790 KB](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/studie_pflanzenschutz_in_deutschland_und_biodiversitaet_hffa_2016.pdf)) zur Verfügung.

Zu dieser Pressemitteilung gibt es [&gt;&gt; mehrere Info-Grafiken](https://upload.iva.de/data/IVA_Grafiken_140116.zip)

[![Verlust an Artenvielfalt je Flächeneinheit bzw. je Ertragseinheit. Bezogen auf den Ernteertrag geht bei konventioneller Bewirtschaftung deutlich weniger Artenvielfalt verloren. Ursache dafür ist der mehr als doppelt so hohe Flächenertrag der produktiveren modernen Landwirtschaft. Grafik: Industrieverband Agrar e. V. (IVA)](https://www.iva.de/sites/default/files/bilder/presse/iva_grafik_verlust_artenvielfalt_rgb.jpg)](https://www.iva.de/sites/default/files/bilder/presse/iva_grafik_verlust_artenvielfalt_rgb.jpg)

## Weitere Informationen

Präsentation Dr. Helmut Schramm

[ Mehr erfahren ](http://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/praesentation_dr._helmut_schramm_0.pdf)

Präsentation Dr. Steffen Noleppa

[ Mehr erfahren ](http://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/praesentation_dr._steffen_noleppa_0.pdf)

## Pressemitteilungen

[ ![Wagner: „Biodiversität durch ganzheitliche Beratung fördern“](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-06/IVA_180613-2469.jpg.webp?h=53592b5b&itok=uhrYz_EY)

14.06.2022

Pressemitteilung

Wagner: „Biodiversität durch ganzheitliche Beratung fördern“

Der Präsident des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA), Michael Wagner, hat sich erneut für eine zielgerichtete Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft ausgesprochen. Bei einem Pressegespräch auf den DLG-Feldtagen betonte Wagner: „Steigende Lebensmittelpreise hierzulande und drohende Hungersnöte in ärmeren Weltregionen mahnen uns aber auch, die Ziele Klimaschutz, Biodiversitätsförderung und landwirtschaftliche Produktivität stets gleichzeitig zu denken. Die Transformation der Landwirtschaft wird nur gelingen, wenn wir diese Zielkonflikte auflösen können.“

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/wagner-biodiversitaet-durch-ganzheitliche-beratung)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/wagner-biodiversitaet-durch-ganzheitliche-beratung)

[ ![Biodiversität gezielt fördern](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-05/Biodiversit%C3%A4t_1308064619_XXL_iStock.jpg.webp?h=51a72048&itok=G2uOSH-B)

07.05.2022

Aktuelles

Biodiversität gezielt fördern

Neben dem menschengemachten Klimawandel ist der globale Verlust an Biodiversität die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts. Der Landwirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn der Verlust von Lebensräumen hängt auch mit dem landwirtschaftlichen Handeln der letzten Jahrzehnte zusammen. Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität bei gleichzeitiger Sicherung der Ernährung gehören daher zu den drängendsten Themen in der Landwirtschaft – es bedarf konzeptioneller und vernetzter Lösungsansätze.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/biodiversitaet-gezielt-foerdern)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/biodiversitaet-gezielt-foerdern)

[ !["Schau ins Feld!" 2022 – Wie passen moderne Landwirtschaft und Artenvielfalt zusammen?](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2022-03/IVA_DLG_Feldtage_180613-3752.jpg.webp?h=8f9c3751&itok=yBTGm4wk)

04.03.2022

Pressemitteilung

"Schau ins Feld!" 2022 – Wie passen moderne Landwirtschaft und Artenvielfalt zusammen?

Bei der Aktion „Schau ins Feld!“ treten Landwirte aus ganz Deutschland mit Verbrauchern und Medien in den Dialog: Sie wollen transparent zeigen, wie sie arbeiten, warum Pflanzenschutz für die Produktion gesunder Lebensmittel notwendig ist und mit welchen Maßnahmen sie die Biodiversität gezielt fördern. Die Mitmach-Aktion der Initiative „Die Pflanzenschützer“ startet 2022 bereits in ihre achte Saison. Noch bis Ende März können sich Landwirte online anmelden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/schau-ins-feld-2022-wie-passen-moderne-landwirtschaft)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/schau-ins-feld-2022-wie-passen-moderne-landwirtschaft)

[ !["Schau ins Feld!": Landwirte im Dialog über Pflanzenschutz und Biodiversität](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2021-12/SiF2021_Titel_PM021221.jpg.webp?h=acf018ae&itok=WsAEr9BO)

02.12.2021

Pressemitteilung

"Schau ins Feld!": Landwirte im Dialog über Pflanzenschutz und Biodiversität

Warum braucht es Pflanzenschutz und wie kann die Biodiversität in der produktiven Landwirtschaft geschützt und gefördert werden? Um darüber mit Verbrauchern zu diskutieren, nahmen in diesem Jahr bundesweit mehr als 930 Landwirte an der Mitmach-Aktion „Schau ins Feld!“ teil: In insgesamt etwa 1800 „Schau!-Fenstern“ (Nullparzellen) verzichteten die Teilnehmer auf jegliche Form des Pflanzenschutzes und machten die Auswirkungen auf die Erträge und Qualität ihrer Ernte deutlich.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/schau-ins-feld-landwirte-im-dialog-ueber)

](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/schau-ins-feld-landwirte-im-dialog-ueber)

## Ansprechpartner

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne an.

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2024-10/May_Martin_HG.jpg.webp?h=a14b5fd1&itok=5fYskPDk)

Martin May

Geschäftsführer, Leiter Kommunikation und Politik, Pressesprecher

+49 69 2556-1249

[ may.iva@vci.de ](mailto:may.iva@vci.de)
