# Hohe Agrarpreise kein Auslöser für Hunger

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- Created: 2012-02-22T23:00:00+00:00
- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
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- Topics: Lebensmittel / Ernährung, Versorgungssicherheit
- Teaser text: Berlin - Der Einfluss steigender Weltmarkpreise für Agrarrohstoffe auf das Hungerproblem wird ebenso überschätzt wie die Preiseffekte durch die Herstellung von Rohstoffen für die Biokraftstoff-Produktion. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie von Professor Michael Schmitz, der als Agrarökonom an der Universität Gießen lehrt.

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© CropLife International

Einfluss gering: Weltmarktpreise bestimmen Angebot in Entwicklungsländern kaum.

Aktuelles

23.02.2012

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) Hohe Agrarpreise Kein Auslöser Für Hunger

## Gängige Erklärungsansätze greifen laut einer neuen Studie der Universität Gießen zu kurz

Berlin - Der Einfluss steigender Weltmarkpreise für Agrarrohstoffe auf das Hungerproblem wird ebenso überschätzt wie die Preiseffekte durch die Herstellung von Rohstoffen für die Biokraftstoff-Produktion. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie von Professor Michael Schmitz, der als Agrarökonom an der Universität Gießen lehrt. Auftraggeber der Studie waren die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) und der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Vielfach, so die Erkenntnisse, sind die Weltmärkte abgekoppelt von den lokalen Handelsplätzen, auf denen sich die hungernden Menschen mit Lebensmitteln eindecken. Preisschwankungen auf den Weltmärkten führen daher nicht automatisch zu Schwankungen der Preise in Entwicklungsländern. "Regierungen betreiben oft eigene Handels- und Preispolitiken, die verhindern, dass hohe oder auch niedrige Weltmarktpreise die lokalen Märkte erreichen. Außerdem können hohe Transportkosten bei fehlender Infrastruktur die Weltmarktanbindung der heimischen Märkte völlig verhindern", sagte Schmitz. Er wies darauf hin, dass sich die Menschen in vielen armen Ländern nicht von international handelbaren Gütern ernähren. "Sie greifen auf im Lande hergestellte, nicht-handelbare Nahrungsmittel zurück, wie Cassava, Sorghum und Hirse. Deshalb sind sie von den Vorgängen am Weltmarkt kaum betroffen."

Die Produktion von Biokraftstoffen habe nach der Studie zwar einen Einfluss auf die Preise an den Agrarrohstoff-Märkten. Uneinig seien sich die Wissenschaftler bisher darüber, wie groß die Rolle von Biokraftstoffen bei der Preisentwicklung tatsächlich ist. "Angesichts der wissenschaftlichen Unsicherheiten ist Vorsicht geboten, wenn man Biodiesel und Bioethanol als Sündenbock für steigende Weltagrarpreise abstempelt - dies geht an der Realität vorbei", sagte Schmitz. "Die weltweite Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol ist also weder ursächlich noch maßgeblich für den globalen Hunger."

Die wissenschaftliche Diskussion um die Gründe für Hunger habe nach Ansicht des Wissenschaftlers in den vergangenen Jahren eine merkwürdige Entwicklung genommen. Bis vor wenigen Jahren hätten namhafte internationale Institutionen wie die Welternährungsorganisation (FAO) oder die OECD erklärt, dass niedrige Weltagrarpreise maßgeblich zu Hunger und Armut beitragen. Diese seien durch die Exportpolitik der Industrieländer hervorgerufen worden. Niedrige Preise zerstörten die wirtschaftliche Grundlage für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern, was Armut und Hunger verursacht habe. Dieselben Institutionen geben seit der Hungerkrise in den Jahren 2007/2008 hohe Preise als Grund für Mangelernährung und Hunger an. Die Hungerkrise war unter anderem ausgelöst worden durch extreme Wetterereignisse und geänderte Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern.

Die Studie steht unter [www.ufop.de](http://www.ufop.de/) zum kostenfreien Download zur Verfügung.

## Pressemitteilungen

[ !["Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Podiumsdiskussion%20Praxis%20trifft%20Politik%20am%20Pfalzmarkt_19022026_Quelle%20IVA.jpeg.webp?h=71e18210&itok=4O72YHGi)

19.02.2026

Pressemitteilung

"Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit

Für die Ernährungssicherheit braucht die Landwirtschaft schneller innovative Pflanzenschutzmittel, mit denen die Anbauer ihre Kulturen wirksam schützen können. Dazu muss das Zulassungssystem in Deutschland effizienter werden – das war der Tenor einer gemeinsamen Veranstaltung der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, der Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) heute in Mutterstadt. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Handel und Vermarktung über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Weichenstellungen auf die Ernährungssicherheit. Unter dem Titel „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ kamen Agrarpolitikerinnen und -politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP mit Praktikern aus Landwirtschaft, Handel und Vermarktung zusammen.

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[ ![Verbraucher sehen in starker Landwirtschaft Garant für Ernährungssicherung](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2025-10/Im%20Supermarkt_624717412L_istock.jpg.webp?h=271aaa1c&itok=oe8bpKGW)

08.10.2025

Pressemitteilung

Verbraucher sehen in starker Landwirtschaft Garant für Ernährungssicherung

Fast 40 Prozent der Verbraucher – unter den 18- bis 29-Jährigen sogar jeder zweite – machen sich Sorgen um die Lebensmittelversorgung in Deutschland. In einer aktuellen repräsentativen Civey-Umfrage, die der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) in Auftrag gegeben hatte, gaben 38,7 Prozent der Befragten an, dass sie es für eher oder sogar sehr unsicher halten, dass sich Deutschland in Zukunft aus heimischem Anbau und Produktion sowie durch Importe ausreichend mit Lebensmitteln versorgen kann.

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[ ![Verbände-Aufruf für modernen Pflanzenschutz der Zukunft](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2024-06/Marienk%C3%A4fer%20auf%20Weizen_466273832XXL_istock.jpg.webp?h=0d27ee61&itok=6JTfYx_a)

12.06.2024

Aktuelles

Verbände-Aufruf für modernen Pflanzenschutz der Zukunft

Eine Allianz von 30 Verbänden der deutschen Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft fordert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf, die Vorschläge für ein „Zukunftsprogramm“ Pflanzenschutz zurückzuziehen. Es bedürfe einer grundlegenden Neuausrichtung der Pflanzenschutzpolitik der Bundesregierung, um Produktionsverlagerungen ins Ausland zu vermeiden. Alles andere wäre ein Rückschritt für Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Umwelt.

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[ ![Wettbewerbsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft darf sich nicht weiter verschlechtern](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/2024-01/2024-01-12_Aktionsb%C3%BCndnis.JPG.jpg.webp?h=c1910c3f&itok=sX3KjPQq)

12.01.2024

Aktuelles

Wettbewerbsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft darf sich nicht weiter verschlechtern

33&amp;nbsp;Verbände – eine gemeinsame Botschaft: Die gegenwärtigen Regelungen für den Agrardiesel müssen beibehalten werden, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Land- und Agrarwirtschaft inklusive der Forstwirtschaft und des Gartenbaus darf sich nicht weiter verschlechtern. In einem ungemein starken Schulterschluss fordern unter Koordination des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) über 30 Verbände aller Bereiche der Agrar- und Ernährungswirtschaft von der Bundesregierung, die Branche nicht weiteren massiven Kostenbelastungen auszusetzen.

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