# Forscher: Agrarwende bremst Energiewende

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- URL: https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/forscher-agrarwende-bremst-energiewende
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- Created: 2013-03-19T23:00:00+00:00
- Updated: 2025-10-23T07:51:11+00:00
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- Topics: Pflanzenschutz, Landwirtschaft, Regulierung
- Teaser text: Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz und Mineraldüngung und die zunehmende Umstellung auf erneuerbare Energien („Energiewende“) in Deutschland stellen einen erheblichen gesellschaftlichen Zielkonflikt dar. Allein die zusätzlich bereitgestellte Energie aus modernem Ackerbau entspricht dem Energiegehalt von über 13,5 Millionen Tonnen Steinkohle.

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Die zusätzlich bereitgestellte Energie aus modernem Ackerbau entspricht dem Energiegehalt von über 13,5 Millionen Tonnen Steinkohle.

Pressemitteilung

20.03.2013

-

Frankfurt/Main

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ News &amp; Presse ](https://www.iva.de/news-presse) [ Aktuelles und Pressemitteilungen ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen) Forscher: Agrarwende Bremst Energiewende

## Studie zeigt: Pflanzenschutz ist ein Energiesparer / Zugewinn aus moderner Landwirtschaft entspricht Drittel deutscher Steinkohleimporte

Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz und Mineraldüngung und die zunehmende Umstellung auf erneuerbare Energien („Energiewende“) in Deutschland stellen einen erheblichen gesellschaftlichen Zielkonflikt dar. Allein die zusätzlich bereitgestellte Energie aus modernem Ackerbau entspricht dem Energiegehalt von über 13,5 Millionen Tonnen Steinkohle – das ist mehr als die jährliche inländische Steinkohleförderung und entspricht rund einem Drittel der aktuellen Steinkohleimporte nach Deutschland.

Die enormen Herausforderungen bei einer gleichzeitigen Energie- und Agrarwende werden öffentlich aber nur unzureichend diskutiert. Zu diesem Fazit kommen die Agrarwissenschaftler Dr. Steffen Noleppa und Professor Harald von Witzke in der jetzt vorgelegten Studie „Energieeffizienz durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland“.

In ihrer Arbeit haben die Autoren anhand von zwei Modellrechnungen beschrieben, was zum einen ein Verzicht auf Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) und zum anderen eine vollständige Umstellung auf Ökolandbau in Deutschland für die Energiebereitstellung in Form von Agrarrohstoffen bedeutet. Im Einzelnen zeigen die Berechnungen, dass ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel zwar Einsparungen beim Energieeinsatz je Flächeneinheit bewirkt, konkret also, dass zum Beispiel im Ökolandbau weniger Energie auf vergleichbarer Ackerfläche verbraucht wird. Dieser Vorteil wird jedoch durch den deutlich höheren Energiegewinn konventioneller Anbauformen mehr als wettgemacht.

„Die Energieproduktivität der deutschen Landwirtschaft ist sehr hoch, das gilt für konventionellen wie ökologischen Anbau gleichermaßen“, erklärt Steffen Noleppa. „Um jedoch die energetisch nutzbaren Beiträge der Bewirtschaftungsformen zu erfassen, muss man vor allem auf den Energiegewinn schauen, also fragen, wie viel Energie stellt die Landwirtschaft der Gesellschaft mehr zur Verfügung, als sie selbst verbraucht.“

Wenn der Ackerbau in Deutschland ganz auf ökologischen Landbau umgestellt würde, wäre der Verlust an Energieproduktion erheblich. Die Wissenschaftler haben den Energiegehalt der Biomasse, die durch Pflanzenschutzeinsatz zusätzlich in den wichtigen Getreidekulturen, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben geerntet werden kann, mit 400 Millionen Giga-Joule berechnet. Diese Agrarrohstoffe werden natürlich nicht nur zur Bioenergiegewinnung genutzt, sondern vor allem als Nahrungs- und Futtermittel.

Zur Einordnung geben die Autoren in der Studie einige Vergleiche mit anderen, geläufigeren Energieeinheiten an. 400 Millionen Giga-Joule entsprechen dem Energiegehalt von 13,5 Millionen Tonnen Steinkohle und damit mehr als der jährlichen Fördermenge in Deutschland oder 9,5 Millionen Tonnen Öleinheiten und damit 10 Prozent unseres aktuellen Rohölbedarfs. Oder: Die durch modernen chemischen Pflanzenschutz zur Verfügung gestellte Energiemenge übertrifft mit umgerechnet 110 Millionen MWh die Stromproduktion, die alle verbliebenen Kernkraftwerke Deutschlands im vergangenen Jahr ins Netz eingespeist haben. Die Autoren weisen darauf hin, dass diese „numerischen Vergleiche nicht überinterpretiert werden sollten“, sie aber einen wenig beachteten Zielkonflikt zwischen Energie- und Agrarwende aufzeigen.

„Pflanzenschutz ist ein Energiesparer. Der bewusste Verzicht auf eine moderne, produktive Landwirtschaft bedeutet immer auch einen Verzicht auf zusätzliche Energie. Eine solche Agrarwende wäre nicht kompatibel mit der schon begonnenen Energiewende und könnte diese im schlechtesten Fall ausbremsen. Die Studie der Berliner Wissenschaftler zeigt das anschaulich“, kommentiert Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA).

Die Studie ist der abschließende Teil eines langfristigen Forschungsprojekts der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen agripol, das der IVA gefördert hat. Ziel des Forschungsvorhabens war es, mit öffentlich verfügbaren Daten und transparenten wissenschaftlichen Methoden den gesamtgesellschaftlichen Nutzen des Pflanzenschutzeinsatzes in der deutschen Landwirtschaft zu beschreiben. In den vorausgegangenen Modulen hatten die Forscher die Markt- und Einkommenseffekte sowie Klimaleistungen moderner Landwirtschaft mit sachgerechtem chemischem Pflanzenschutz berechnet.

Die Studie steht zum kostenlosen Download auf den Internet-Seiten des Fachgebiets für Internationalen Agrarhandel und Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin ([&gt;&gt; weiter](http://www.agrar.hu-berlin.de/fakultaet/departments/daoe/ihe/Veroeff)) und des IVA ([&gt;&gt; PDF, 470 KB](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/modul_iv_energieeffizienz.pdf)) bereit.

Die weiteren Module des Forschungsprojekts "Der gesamtgesellschaftliche Nutzen von Pflanzenschutz in Deutschland":

[&gt;&gt; Studie belegt Wohlstandsgewinn durch moderne Landwirtschaft](https://www.iva.de/newsroom/neuigkeiten/press-release/studie-belegt-wohlstandsgewinn-durch-moderne-landwirtschaft)

[&gt;&gt; Video: Pflanzenschutz in Deutschland sichert weltweit Nahrung für Millionen](https://www.iva.de/newsroom/neuigkeiten/press-release/video-pflanzenschutz-deutschland-sichert-weltweit-nahrung-fuer)

[&gt;&gt; Studie: Pflanzenschutz senkt Ausstoß von Treibhausgasen](https://www.iva.de/newsroom/neuigkeiten/press-release/studie-pflanzenschutz-senkt-ausstoss-von-treibhausgasen)

[&gt;&gt; Studie: Ohne Fungizide fehlt auf dem Hof ein Monatslohn](https://www.iva.de/newsroom/neuigkeiten/press-release/studie-ohne-fungizide-fehlt-auf-dem-hof-ein-monatslohn)

## Pressemitteilungen

[ !["Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Podiumsdiskussion%20Praxis%20trifft%20Politik%20am%20Pfalzmarkt_19022026_Quelle%20IVA.jpeg.webp?h=71e18210&itok=4O72YHGi)

19.02.2026

Pressemitteilung

"Praxis trifft Politik": Fehlende Pflanzenschutz-Optionen gefährden heimische Erzeugung und Ernährungssicherheit

Für die Ernährungssicherheit braucht die Landwirtschaft schneller innovative Pflanzenschutzmittel, mit denen die Anbauer ihre Kulturen wirksam schützen können. Dazu muss das Zulassungssystem in Deutschland effizienter werden – das war der Tenor einer gemeinsamen Veranstaltung der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, der Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH und des Industrieverbands Agrar e. V. (IVA) heute in Mutterstadt. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Handel und Vermarktung über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Weichenstellungen auf die Ernährungssicherheit. Unter dem Titel „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ kamen Agrarpolitikerinnen und -politiker von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP mit Praktikern aus Landwirtschaft, Handel und Vermarktung zusammen.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/news-presse/aktuelles-und-pressemitteilungen/praxis-trifft-politik-fehlende-pflanzenschutz-optionen)

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[ ![IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-02/Phtytophthora%20infestans_272252666_AdobeStock.jpeg.webp?h=0d27ee61&itok=plCyzguV)

05.02.2026

Pressemitteilung

IVA: "Bei Fakten besser genauer hinschauen!"

Zum heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) veröffentlichten sogenannten „Faktencheck“ zum Thema zunehmend wegfallender Pflanzenschutz-Lösungen in der Landwirtschaft ordnet der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ein:

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[ !["Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2026-01/PK%20150126_Berlin.jpg.webp?h=71976bb4&itok=52rISgNu)

15.01.2026

Pressemitteilung

"Höchste Zeit für ambitionierte Reformen im Pflanzenschutz!"

Eine strangulierende EU-Regulierung bei der Genehmigung neuer Wirkstoffe und ein übertrieben bürokratisches Zulassungssystem in Deutschland hemmen den Zugang der Landwirtschaft zu innovativen Pflanzenschutzmitteln – ein Problem insbesondere für den heimischen Obstbau, den die Politik eigentlich stärken wollte. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch zum Auftakt der Grünen Woche 2026 in Berlin appellierten die Fachgruppe Obstbau und der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) an die Politik in Deutschland und Europa, ambitionierte Reformideen jetzt konsequent umzusetzen.

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[ ![Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/2025-12/Pflanzenschutzausbringung_40592454M_123rf.jpg.webp?h=e489e4e1&itok=yCASiprG)

17.12.2025

Pressemitteilung

Gemmer: „EU-Omnibus taugt nicht für die Langstrecke“

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) sieht nach einer ersten Analyse des von der Europäischen Kommission vorgelegten „Food and Feed Safety Simplification Omnibus“ – einem Verordnungsvorschlag zur Entbürokratisierung unter anderem der Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung von 2009 – zu wenig Impulse, um die bestehenden Probleme beim Pflanzenschutz grundlegend zu lösen. Aus Sicht des IVA sind Vereinfachungen dringend notwendig, damit innovative Pflanzenschutzmittel – ob biologisch oder chemisch-synthetisch – der Landwirtschaft in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

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Martin May

Geschäftsführer, Leiter Kommunikation und Politik, Pressesprecher

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