# Wie viel Humus braucht der Boden?

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- Created: 2020-11-20T13:45:28+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Bodenschutz
- Teaser text: Darin stimmen die verschiedenen Quellen in der Fachliteratur überein: Ein gut mit Humus versorgter Boden ist eine Voraussetzung für optimales Pflanzenwachstum. Doch wieso ist das so und wie kann man den Gehalt beeinflussen? Und in welchem Zusammenhang steht Humus mit Klimaschutz?

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© IVA Der ideale Humusgehalt hängt von der Bodenart ab.

10.12.2020

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© IVA

Der ideale Humusgehalt hängt von der Bodenart ab.

10.12.2020

# Wie viel Humus braucht der Boden?

## Gradmesser für Bodenfruchtbarkeit und riesiger Kohlenstoffspeicher

Darin stimmen die verschiedenen Quellen in der Fachliteratur überein: Ein gut mit Humus versorgter Boden ist eine Voraussetzung für optimales Pflanzenwachstum. Doch wieso ist das so und wie kann man den Gehalt beeinflussen? Und in welchem Zusammenhang steht Humus mit Klimaschutz?

[ ![Der ideale Humusgehalt hängt von der Bodenart ab.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/symp_sachsen_2016_15_iva.jpg.webp?h=6f8e2d4a&itok=bAU-bQiy "Der ideale Humusgehalt hängt von der Bodenart ab.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/symp_sachsen_2016_15_iva.jpg)© IVA

Der ideale Humusgehalt hängt von der Bodenart ab.

[ ![Regelmäßige Strohdüngung bewirkt den Aufbau von Nährhumus.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/stroh_foto_matthias_wiedenau.jpg.webp?h=45de8a65&itok=wr2z2YD5 "Regelmäßige Strohdüngung bewirkt den Aufbau von Nährhumus.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/stroh_foto_matthias_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Regelmäßige Strohdüngung bewirkt den Aufbau von Nährhumus.

[ ![Regenwürmer ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Viele Würmer sind ein Zeichen für einen gesunden Boden.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/regenwurm_m.grossmann_pixelio.de_.jpg.webp?h=b29454bf&itok=G7OddYeR "Regenwürmer ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Viele Würmer sind ein Zeichen für einen gesunden Boden.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/regenwurm_m.grossmann_pixelio.de_.jpg)© M. Großmann / Pixelio

Regenwürmer ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Viele Würmer sind ein Zeichen für einen gesunden Boden.

[ ![Jede Form der Bodenbearbeitung bringt Luft in den Boden und fördert die Mikrobentätigkeit und damit den Humusabbau.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/grubber_foto_matthias_wiedenau.jpg.webp?h=681df96d&itok=HONJUgqY "Jede Form der Bodenbearbeitung bringt Luft in den Boden und fördert die Mikrobentätigkeit und damit den Humusabbau.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/grubber_foto_matthias_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Jede Form der Bodenbearbeitung bringt Luft in den Boden und fördert die Mikrobentätigkeit und damit den Humusabbau.

[ ![Dieser Boden, eine Parabraunerde aus Löss, ist ein sehr guter Ackerbaustandort. Mit 1,9 Prozent ist der Humusgehalt an der unteren Grenze.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/profil_foto_matthias_wiedenau.jpg.webp?h=0198ba84&itok=yJo9-Mro "Dieser Boden, eine Parabraunerde aus Löss, ist ein sehr guter Ackerbaustandort. Mit 1,9 Prozent ist der Humusgehalt an der unteren Grenze.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/profil_foto_matthias_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Dieser Boden, eine Parabraunerde aus Löss, ist ein sehr guter Ackerbaustandort. Mit 1,9 Prozent ist der Humusgehalt an der unteren Grenze.

## Vielfacher Nutzen

Humusreichtum wird vielfach mit Bodenfruchtbarkeit gleichgesetzt. Tatsächlich hat er viele positive Eigenschaften, von denen Pflanzen profitieren:

- Er speichert Nährstoffe und gibt sie langsam an Pflanzen ab
- Er bindet Nährstoffe und schützt sie vor Auswaschung
- Er stabilisiert das Bodengefüge und sorgt so für eine gute Belastbarkeit
- Er beeinflusst das Porensystem und reguliert den Luft- und Wasserhaushalt im Boden
- Er ist Nahrung für das Bodenleben, wie zum Beispiel für [Regenwürmer](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/tag-des-regenwurms-ist-nicht-nur-im-februar) und Mikroben

Doch was ist Humus? Laut Definition ist es die unbelebte organische Bodensubstanz. Dazu zählen abgestorbene Pflanzen, Wurzeln und Bodenlebewesen sowie deren Zersetzungsprodukte. Humus wird ständig auf-, um- und abgebaut. Daher sind verschiedene Humusarten zu unterscheiden.

## Nährhumus und Dauerhumus

Mit der Zufuhr von Ernterückständen, Stroh, Kompost oder Stallmist wird in erster Linie der Gehalt an Nährhumus beziehungsweise labilem Humus beeinflusst. Dieser dient den Bodenorganismen als Nahrung und wird im Laufe von Monaten und Jahren wieder abgebaut. Er macht etwa 20 bis 50 Prozent des Bodenhumus aus. Im Gegensatz dazu steht der Dauerhumus. Hier gehen die organischen Bestandteile feste Bindungen mit den Ton- und Schluffbestandteilen des Bodens ein. Diese halten oft Jahrhunderte und sind weitgehend unabhängig von der Bodennutzung.

Deswegen kann der Humusgehalt nur begrenzt durch Bewirtschaftungsmaßnahmen gesteuert werden. Neben organischer Düngung sind humusmehrende Kulturen wie Kleegras oder Luzerne gut für den Humusaufbau. Vorteilhaft ist auch eine reduzierte Bodenbearbeitung. Wer seinen Boden mehrfach im Jahr intensiv zum Beispiel mit Pflug oder Fräse bearbeitet, bringt viel Luft in den Boden und fördert damit die Tätigkeit von Mikroben, die den Nährhumus abbauen.

## Ideale Humusgehalte

Der anzustrebende Humusgehalt schwankt von Bodenart zu Bodenart. Bei sandigen Böden, die nur wenig Dauerhumus aufbauen können, sind es 1,5 bis 2 Prozent. Bei Schluff- und Lehmböden sind 2,5 bis 4 Prozent ideal. Mit Bodenuntersuchungen sollte man die Gehalte in Abständen von mehreren Jahren überprüfen. In den Analyseergebnissen wird oft nicht der Humusgehalt, sondern ein Corg-Wert angegeben. Dieser muss nur mit 1,72 multipliziert werden.

Wer den Humusgehalt dauerhaft von einer schlechten hin zu einer optimalen Versorgung steigern kann, erhöht unter anderem die Wasseraufnahmefähigkeit um 27 bis 80 Prozent, die Regenwurmdichte um 38 bis 40 Prozent und die Fruchtartenerträge um 10 bis 33 Prozent in konventionellen Betrieben (Zahlen: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie).

## Alles hat seine Grenzen

Hobbygärtner, die den Ehrgeiz haben, die Humusgehalte über die Zielbereiche hinaus aufzubauen, können ihrem Boden und ihren Pflanzen mehr schaden als nützen. Wenn Mikroben durch genügend Wärme, Feuchte und Luft optimale Lebensbedingungen haben, setzt eine unkontrollierte und oft übermäßige Nährstofffreisetzung ein. Die Pflanzen werden überdüngt und sind nicht in der Lage alle Nährstoffe aufzunehmen. Die überschüssigen Nährstoffe können das Grundwasser belasten. Das Problem verschärft sich, wenn zusätzlich zum Kompost noch Mineraldünger verabreicht wird.

Aus Gartenboden-Analysen ist bekannt, dass im Gegensatz zu Ackerflächen die meisten Klein- und Hausgärten – mit Ausnahme der Rasenflächen – überdüngt sind. Viel hilft eben nicht viel, die übermäßige Zufuhr von Nährstoffen schadet irgendwann.

## Boden ist größte Kohlenstoffsenke

In den letzten Jahren hat der Vorrat an organischen Stoffen im Boden eine weitere Bedeutung erlangt. Ein wesentlicher Bestandteil in organischen Stoffen ist Kohlenstoff (C), der in Verbindung mit Sauerstoff als Kohlendioxid (CO2) maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Weltweit ist in Böden etwa viermal so viel Kohlenstoff wie in der oberirdischen Vegetation und mehr als doppelt so viel wie in der Atmosphäre gespeichert. Alleine in Deutschland beträgt die Speicherleistung in den obersten 90 Zentimetern Boden rund 5 Milliarden Tonnen (Zahlen: Thünen Institut).

Daher wurde und wird drüber diskutiert, ob mit einem Humusaufbau auf großen landwirtschaftlichen Flächen Klimawirkungen erzielt werden können. Eine Reihe von Landwirten sind bereits in den CO2-Zertifikatehandel eingestiegen. Wenn es ihnen nachweislich gelingt, den Humusanteil in ihren Flächen zu erhöhen, winken lukrative Prämien. Wissenschaftler sehen das Verfahren aber kritisch. Ihr Hauptargument: Die Festlegung des Kohlenstoffs erfolgt größtenteils in labilen Humusformen. Wenn irgendwann die erhöhte Zufuhr organischer Substanz ausbleibt, stellt sich durch Abbau und höhere CO2-Freisetzung wieder der vorherige Humusgehalt ein.

## Weitere Informationen

Landwirtschaft trägt zum Bodenschutz bei

[ Mehr erfahren ](https://www.iva.de/themen/weitere-themen/bodenschutz)

## Weitere Beiträge

[ ![Tag des Regenwurms ist nicht nur im Februar](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/regenwurm_17869220l_istock.jpg.webp?h=f8aef17f&itok=c61bw53m)

06.02.2019

Tag des Regenwurms ist nicht nur im Februar

Als „Baumeister der Bodenfruchtbarkeit“ werden sie manchmal bezeichnet: die Regenwürmer. Sie sind wahre Bodenbaumeister und Experten für Bodenröhren. Mit ihren Grabungsarbeiten und durch ihre Ausscheidungen erhöhen sie die Bodenfruchtbarkeit und Bodenfunktion. Der 15. Februar wurde vor 14 Jahren zum „Tag des Regenwurms“ ausgerufen, um auf die Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit der in der Erde lebenden Würmer aufmerksam zu machen. Als Destruenten (Zersetzer organischen Materials) haben sie eine große Bedeutung für die Bodenverbesserung.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/tag-des-regenwurms-ist-nicht-nur-im-februar)

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[ ![Moderne Landwirtschaft sichert gesunde Böden](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/gepfluegtes_feld_86503007_thinkstock.jpg.webp?h=193437f6&itok=hu6U1J2Y)

16.03.2015

Moderne Landwirtschaft sichert gesunde Böden

Die Vereinten Nationen erklärten 2015 zum internationalen Jahr des Bodens, um die Bedeutung fruchtbarer Böden als wichtigste Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und somit als Lebensgrundlage für die Menschen hervorzuheben. Der Deutsche Bauernverband (DBV) veröffentlichte im Januar 2015 zum Auftakt den 36-Seiten starken Bericht „Moderne Landwirtschaft – Gesunde Böden“.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/moderne-landwirtschaft-sichert-gesunde-boeden)

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[ ![Boden des Jahres 2017: Der Gartenboden](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gemuesegarten_126437149m_fotolia.jpg.webp?h=2d14283b&itok=kU3AWFGz)

07.12.2016

Boden des Jahres 2017: Der Gartenboden

„Der Gartenboden vermittelt vielen Menschen unmittelbar, was den Wert der natürlichen Ressource Boden tatsächlich ausmacht“, betonte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund am 5. Dezember anlässlich der Festveranstaltung zum Weltbodentag 2016 in Berlin. Als Schirmherrin kürte sie den Gartenboden zum Boden des Jahres 2017. Der Hortisol (lateinisch hortus = Garten; solum = Boden), ist ein Bodentyp, der sich durch eine lange, intensive gärtnerische Bewirtschaftung aus einem anderen – oft nicht mehr erkennbaren Bodentyp – entwickelt hat.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/boden-des-jahres-2017-der-gartenboden)

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[ ![Kompost – das Gold des Gärtners](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/fallaepfel_koennen_mit_erde_abgedeckt_kompostiert_werden.jpg.webp?h=94b28deb&itok=hg9qUcw5)

19.09.2013

Kompost – das Gold des Gärtners

Grünreste, die im Garten anfallen, sind Ausgangsmaterial für einen wichtigen organischen Dünger – den Kompost. Doch ist das Kompostieren aus pflanzenhygienischer Sicht wirklich immer sinnvoll oder besteht die Gefahr, dass sich Schädlinge und Krankheiten später mit dem Kompost ausbreiten? Wer ganz sicher gehen will, entsorgt kranke Pflanzen und Pflanzenteile mit dem Restmüll. Wer aber weiß, worauf er achten muss, kann erkrankte Pflanzenteile ohne Bedenken kompostieren.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/haus-garten/kompost-das-gold-des-gaertners)

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[ ![Der Boden lebt](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/man-sieht-es-dem-boden-nicht-an-dass-ihn-eine-riesenzahl-von-bakterien-pilzen-und-kleinstlebewesen-bevoelkert.jpg.webp?h=2a479378&itok=16F1fyyW)

27.12.2005

Der Boden lebt

Über eine Milliarde Bakterien, Millionen von Pilzen und Tausende von Kleinstlebewesen leben in einem Gramm fruchtbaren Acker- oder Wiesenbodens. Die Oberflächen aller Partikel eines jeden Gramms Boden addieren sich insgesamt zu einer Fläche von bis zu 2 Quadratmetern. Sie bieten immense Siedlungsräume für Mikrorganismen. Obwohl sie mit bloßem Auge überwiegend nicht zu erkennen sind, leisten sie Schwerstarbeit bei der Zersetzung organischer Substanz. Aber sie „knacken“ auch chemische Verbindungen. Ein gesundes, funktionierendes Bodenleben ist die Voraussetzung für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und damit für eine nachhaltige Landbewirtschaftung. Dass die mechanische Bearbeitung des Bodens für ihn einer der Stressfaktoren ist, der einen sehr viel stärkeren Einfluss auf das Bodenleben hat als mineralische Düngung oder Pflanzenschutz, darin waren sich die Teilnehmer der Fachveranstaltung „Bodenleben und Bodenfruchtbarkeit“ einig. Sie fand kürzlich in Bonn statt, veranstaltet vom Institut für Landwirtschaft und Umwelt und der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung.

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