# Johanniskraut – Arzneikraut und Weideunkraut zugleich

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- Created: 2026-10-29T08:00:00+00:00
- Updated: 2026-10-29T08:00:00+00:00
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- Topics: Gesundheit / Verbraucherschutz, Haus & Garten, Landwirtschaft
- Teaser text: Hypericum perforatum - so heißt das Echte Johanniskraut mit seinem Fachnamen. Es ist von Alters her bekannt als mildes Antidepressivum. Hochdosierte Präparate sind aber verschreibungspflichtig und dürfen nur ärztlich verordnet werden. Auf Weiden sind Johanniskräuter dagegen nicht gern gesehen, können sie doch die Hartheukrankheit verursachen, bei der durch die Sonneneinstrahlung Entzündungen, Ödeme, Juckreiz und Läsionen auf der unpigmentierten hellen Haut von Weidetieren entstehen.

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© Angelika Sontheimer

Johanniskraut ist als mildes pflanzliches Antidepressivum bekannt. Es hilft bei nervösen Verstimmungen, Angststörungen und Schlafstörungen.

29.10.2026

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© Angelika Sontheimer

Johanniskraut ist als mildes pflanzliches Antidepressivum bekannt. Es hilft bei nervösen Verstimmungen, Angststörungen und Schlafstörungen.

29.10.2026

Johanniskraut – Arzneikraut und Weideunkraut zugleich

## Altbekannt bei Depressionen und zur Hautberuhigung

Hypericum perforatum - so heißt das Echte Johanniskraut mit seinem Fachnamen. Es ist von Alters her bekannt als mildes Antidepressivum. Hochdosierte Präparate sind aber verschreibungspflichtig und dürfen nur ärztlich verordnet werden. Auf Weiden sind Johanniskräuter dagegen nicht gern gesehen, können sie doch die Hartheukrankheit verursachen, bei der durch die Sonneneinstrahlung Entzündungen, Ödeme, Juckreiz und Läsionen auf der unpigmentierten hellen Haut von Weidetieren entstehen.

[ ![Johanniskraut ist als mildes pflanzliches Antidepressivum bekannt. Es hilft bei nervösen Verstimmungen, Angststörungen und Schlafstörungen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-10/Johanniskraut%20Bl%C3%BCte.jpg.webp?h=b474339b&itok=gHfydoXw "Johanniskraut ist als mildes pflanzliches Antidepressivum bekannt. Es hilft bei nervösen Verstimmungen, Angststörungen und Schlafstörungen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-10/Johanniskraut%20Bl%C3%BCte.jpg)© Angelika Sontheimer

Johanniskraut ist als mildes pflanzliches Antidepressivum bekannt. Es hilft bei nervösen Verstimmungen, Angststörungen und Schlafstörungen.

[ ![Aus den Blüten des Johanniskrauts wird unter anderem das hautberuhigende Johannisöl gewonnen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-10/Johanniskraut%20Busch.jpg.webp?h=452d86c0&itok=5aZUUok6 "Aus den Blüten des Johanniskrauts wird unter anderem das hautberuhigende Johannisöl gewonnen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-10/Johanniskraut%20Busch.jpg)© Angelika Sontheimer

Aus den Blüten des Johanniskrauts wird unter anderem das hautberuhigende Johannisöl gewonnen.

[ ![Johannisöl wird äußerlich angewendet. Seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet es bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Gelenkentzündungen wie Rheuma.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/2026-10/Johannis%C3%B6l.jpg.webp?h=19f14c2c&itok=5pwHWYQs "Johannisöl wird äußerlich angewendet. Seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet es bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Gelenkentzündungen wie Rheuma.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/2026-10/Johannis%C3%B6l.jpg)© Wikimedia / Adrian Michael - Eigenes Werk, CC BY 3.0

Johannisöl wird äußerlich angewendet. Seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet es bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Gelenkentzündungen wie Rheuma.

Echtes Johanniskraut, auch Durchlöchertes Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, wächst in der gemäßigten Klimazone fast überall auf der Welt und kommt sowohl in Europa als auch in Asien, zum Beispiel in China, und in Afrika in Marokko, Algerien und Tunesien sowie im südwestlichen Sudan vor. In Nordamerika, Australien, Japan und Korea ist es ein Neophyt, also eine vom Menschen eingeschleppte, ursprünglich dort nicht vorkommende Pflanze. Man findet es auf Wiesen, Brachflächen, an Wegrändern und auf Waldlichtungen. Es ist ein mehrjähriges Kraut, das im Sommer als sommergrüne Schaftpflanze bis zu 1 Meter hoch wächst und ohne Rosette mit Erneuerungsknospen überwintert. Die Blätter des Johanniskrauts sind länglich, leicht oval und gegenständig angeordnet Seine Wurzeln sind verzweigt und reichen bis 50 Zentimeter tief. Oft sieht man das Echte Johanniskraut in Nestern oder Horsten stehen. Die Halbschattenpflanze bevorzugt in der Natur mäßig warme bis warme Standorte und einen trockenen bis mäßig feuchten, meist stickstoffarmen Boden.

## **Blüte ab Johanni**

Sein Name rührt daher, dass das Johanniskraut ab dem 24. Juni blüht, dem „Johannistag“ als kirchlicher Festtag und Geburtstag von „Johannes dem Täufer“. Dieser Tag liegt nahe an der Sommer-Sonnenwende am 20. bis 22. Juni auf der Nordhalbkugel und hat noch weitere Bedeutungen: An Johanni endet in Deutschland die Spargel- und Rhabarberernte und die ersten Johannisbeeren sind pflückreif. Die Blüten des Johanniskrauts sind in einer Trugdolde angeordnet und die Blüte erstreckt sich von Johanni bis in den September hinein.

## **Wertvolle Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen**

Johanniskraut wird durch viele Insekten bestäubt, vor allem Hummeln, Bienen- und Schwebfliegenarten tun sich an den leuchtend gelben Blüten gütlich. Auch eine Selbstbestäubung ist möglich, wenn auch durch die spezielle Anatomie des Johanniskrauts etwas erschwert, da die Griffel und die Staubbeutel räumlich voneinander getrennt sind. Verbreitet wird das Johanniskraut entweder durch den Wind, der die kleinen Samen als Ballonflieger davonträgt, oder durch Tiere. Es gibt auch eine vegetative Vermehrung durch Wurzelkriechsprosse. Viele Schmetterlingsraupen nutzen das Echte Johanniskraut als Futterpflanze, so etwa die Raupen der Vielzahn-Johanniskrauteule, Trockenrasen-Johanniskrauteule, Blasser Hartheu-Grauspanner, Trockenrasen-Hartheu-Grauspanner, Ruderalflur-Johanniskrauteule oder Weißer Hartheuspanner.

## **Giftig für Weidetiere**

Für Mensch und Tier sind alle Pflanzenteile leicht giftig. Wenn man die Knospen zwischen den Fingern zerreibt, tritt der Inhaltsstoff Hypericin aus, der aufgrund seiner roten Farbe auch Johannisblut genannt wird. Das dem Echten Johanniskraut nahe verwandte Behaarte Johanniskraut enthält besonders viel Hypericin. Wenn Weidetiere wie Pferde, Rinder, Ziegen oder Schafe größere Mengen trockener Johanniskrautblüten aufnehmen, kann es zur sogenannten Hartheukrankheit kommen. Das Hypericin wirkt photosensibilisierend und die Sonneneinstrahlung führt dann zu Hämolyseerscheinungen, also der Auflösung roter Blutkörperchen, Hautreizungen, Entzündungen, Juckreiz und Haarausfall. Auch im Heu ist das Johanniskraut noch giftig. Auf Weiden gilt das Johanniskraut deswegen als Unkraut.

## **Heilpflanze für Menschen**

Im Gegenteil dazu ist Johanniskraut bei Menschen seit langem als Heilpflanze bekannt. Das aus den Blüten gewonnene Johannisöl oder Rotöl wird beispielsweise aufgrund seiner schmerzlindernden und wundheilenden Eigenschaften äußerlich bei trockener Haut, Neurodermitis oder Schuppenflechte angewendet. Es sollte allerdings nicht bei geschädigter Haut wie etwa bei Verbrennungen angewendet werden, und für Personen mit heller Haut gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen, da es die Lichtempfindlichkeit erhöht.

Für die antidepressive, stimmungsaufhellende und beruhigende Wirkung des Johanniskrauts ist dagegen der Inhaltsstoff Hyperforin verantwortlich. Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, GABA und Glutamat. Doch obwohl die Wirksamkeit des Johanniskrauts inzwischen wissenschaftlich belegt ist und weniger Nebenwirkungen wie bei synthetischen Antidepressiva zu erwarten sind, ist auch hier Vorsicht geboten, denn es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen, deren Wirkstoffe schneller abgebaut werden und die dann nicht mehr wie vorgesehen wirken. Deswegen wurden hoch dosierte Johanniskraut-Präparate vor gut 20 Jahren der Apothekenpflicht unterstellt.

## **Anbau im eigenen Garten**

Im Garten sind die verschiedenen Johanniskräuter durch ihre gelben Blüten ein dekorativer Blickfang und können als Bodenbedecker gepflanzt werden. Im Handel gibt es vorgezogene Pflänzchen, möglich ist aber auch eine vegetative Anpflanzung durch Stecklinge. Johanniskraut wächst am besten auf einem frischen bis mäßig trockenen, mäßig sauren bis neutralen humosen und tiefgründigen Boden, gedeiht aber fast überall. Alle Johanniskräuter sind sehr robust und werden selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Vereinzelt kommen Rostpilze oder Fraßschäden durch Blattwespen und Käfer vor, mit denen Johanniskraut aber in der Regel gut klarkommt.

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09.08.2018

Johanniskraut ist "Heilpflanze des Jahres 2019"

Mit der Kür des Johanniskrauts zur „Heilpflanze des Jahres 2019“ möchte der Naturheilverein NHV Theophrastus das Vertrauen der Menschen in diese altbewährte Heilpflanze stärken. Der Verein, mit vollem Namen „Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e. V.“ kürt die „Heilpflanze des Jahres“ seit 2003 und möchte so naturheilkundliches Wissen pflegen und bewahren.

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14.03.2025

Inhaltsstoffen von Johanniskraut auf der Spur

Johanniskraut wird seit Menschengedenken bei nervösen Verstimmungen und Depressionen eingesetzt. Einem Team von Wissenschaftlern ist es gelungen, zwei Enzyme zu identifizieren, die eine biotechnologische Herstellung der arzneilich wichtigen Inhaltsstoffe zukünftig möglich machen.

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31.05.2024

Vorsicht geboten: Phototoxische Giftpflanzen im Garten

Allgemein bekannt ist die Gefahr von Hautverbrennungen, die durch den Kontakt mit der Herkulesstaude drohen. Weniger bekannt ist, dass Petersilie, Feigenbaum und viele andere, weit verbreitete Gartenpflanzen ebenfalls solche Vergiftungen verursachen können.

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08.06.2018

Johannisbeeren im Garten

Ribes auf lateinisch, Ribiseln in Bayern und Österreich, Ahlbeere in Norddeutschland, Träuble in Schwaben und Trübeli in der Schweiz – so werden die Johannisbeeren genannt. Es gibt sie in rot (Ribes rubrum), schwarz (Ribes nigrum) und weiß (Ribes sativum), und auch die Stachelbeere (Ribes uvacrispa) gehört zu dieser Pflanzengattung. Ihr Gattungsname stammt vom arabischen ribâs ab, einer im Libanon wachsenden Rhabarberart. In Europa wurde dann ribes daraus. Unser deutscher Name Johannisbeere rührt daher, dass um den Johannistag am 24. Juni die ersten Johannisbeersorten reif sind.

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31.03.2023

Frühlingsblüher Scharbockskraut

Das Scharbockskraut gehört im Frühjahr zu den ersten Pflanzen, die ihre saftigen, dunkelgrünen Blätter der Sonne entgegenstrecken. Etwas später erscheinen auch die gelben Blüten. Dann ist es allerdings zu spät, den hohen Vitamin C-Gehalt für die Ernährung zu nutzen. Die Freude an den fröhlichen Farbtupfern in der Natur bleibt jedoch.

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16.01.2014

Arzneipflanzenanbau in Deutschland

Rund 75 verschiedene Heilpflanzen werden in Deutschland auf 13 000 Hektar erwerbsmäßig angebaut. Dabei gelten hohe Qualitätsansprüche, die durch bestes Saatgut, angepasste Produktionsverfahren und abgestimmten Pflanzenschutz sichergestellt werden. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt KAMEL untersucht besonders den Anbau von Kamille, Melisse und Baldrian. Der Name setzt sich aus verschiedenen Buchstaben dieser drei Heilpflanzen zusammen.

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