# Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

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- Created: 2018-07-05T07:43:58+00:00
- Updated: 2025-10-24T10:28:14+00:00
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- Topics: Biodiversität / Artenvielfalt, Forschung / Biotech, Umweltschutz
- Teaser text: Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) ist Insekt des Jahres 2018. Diese Entscheidung fällte ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen. Die Schnabelfliege ist nicht etwa gemein oder gefährlich, sondern harmlos und in Mitteleuropa auch recht weit verbreitet. Trotzdem kennt sie kaum jemand. Das soll sich ändern.

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© Fotolia Gar nicht mal so selten, aber weitgehend unbekannt: Die Skorpionsfliege mit ihrem exotischen Aussehen.

24.07.2018

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Gar nicht mal so selten, aber weitgehend unbekannt: Die Skorpionsfliege mit ihrem exotischen Aussehen.

24.07.2018

# Insekt des Jahres 2018: Die Gemeine Skorpionsfliege

## Mit auffälligem Klammerorgan statt einem Giftstachel zur Paarung

Die Gemeine Skorpionsfliege *(Panorpa communis)* ist Insekt des Jahres 2018. Diese Entscheidung fällte ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen. Die Schnabelfliege ist nicht etwa gemein oder gefährlich, sondern harmlos und in Mitteleuropa auch recht weit verbreitet. Trotzdem kennt sie kaum jemand. Das soll sich ändern.

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Gar nicht mal so selten, aber weitgehend unbekannt: Die Skorpionsfliege mit ihrem exotischen Aussehen.

[ ![Das Kopulationsorgan ist deutlich am Hinterleib der Skorpionsfliege zu erkennen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/nahaufnahme_r_willmann.jpg.webp?h=6027da75&itok=ER-4hg1C "Das Kopulationsorgan ist deutlich am Hinterleib der Skorpionsfliege zu erkennen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/nahaufnahme_r_willmann.jpg)© Rainer Willmann

Das Kopulationsorgan ist deutlich am Hinterleib der Skorpionsfliege zu erkennen.

„Wir wollen mit der Wahl zum ‚Insekt des Jahres’ die Aufmerksamkeit auf die Besonderheiten der Skorpionsfliege lenken und deren Wahrnehmung stärken“, begründet Professor Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg und Vorsitzender des Auswahl-Kuratoriums, die Entscheidung. So sensibilisiere die Initiative die Öffentlichkeit zudem für das hochaktuelle Thema des Insektensterbens, wie der saarländische Umweltminister Reinhold Jost betonte, der die Schirmherrschaft für die Auszeichnung übernommen hatte.

## Aufwändiges Paarungsritual der Skorpionsfliegen

Auch wenn der Hinterleib der Skorpionsfliege aussieht wie der Schwanz eines Skorpions, verbirgt er keinen giftigen Stachel. Stattdessen handelt es sich um das Kopulationsorgan der männlichen Tiere. Beim Werben um ein Weibchen wird es zum Vibrieren gebracht und in die Höhe gestreckt. Gleichzeitig machen die Männchen durch Winken mit den Flügeln auf sich aufmerksam. Ist das Weibchen erst einmal angelockt, bekommt es ein „Hochzeitsgeschenk“ aus eiweißreichen Sekrettröpfchen, die das Männchen in seiner Speicheldrüse bilden kann. Je umfangreicher dieses Paarungsgeschenk ist, desto länger dauert die Kopulation. Außerdem wirken sich die Nahrungsgaben nachweislich positiv auf die Eiproduktion des Weibchens aus. Bei der Paarung verwendet das Männchen sein auffälliges Hinterteil, um das Weibchen fest zu umklammern.

## Skorpionsfliegen sind Überlebenskünstler

Die Skorpionsfliege gehört zur Gattung der Schnabelfliegen. Der Name stammt von der schnabelartigen Verlängerung der Mundwerkzeuge, mit der sich das Insekt in seine Nahrung vorarbeitet. Dabei frisst es sowohl reifes Obst, Blütennektar und Pollen als auch tote Insekten und Wirbeltiere oder Kot. Manchmal bedient sich die Skorpionsfliege auch in Spinnennetzen. Warum sie beim Räubern nicht von Spinnen angegriffen wird, konnte bis heute nicht wissenschaftlich erklärt werden.

Wohl wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gilt die Skorpionsfliege derzeit als nicht gefährdet. In Mitteleuropa ist sie sehr häufig anzutreffen, besonders zahlreich in Gebüschen, an Wald- und Wegrändern, aber auch auf Wiesen und in Brennnesseln. Neben dem charakteristischen Hinterteil sind die Schnabelfliegen auch an ihrem schwarzgelben Körper und den auffälligen schwarzen Flügelflecken zu erkennen. Zwischen Ende April und Anfang Mai schlüpfen die ausgewachsenen Insekten aus der Puppe, die im Boden überwintert hat. Unter günstigen klimatischen Gegebenheiten kann sich innerhalb weniger Wochen sogar eine zweite Generation entwickeln.

## Weitere Informationen

Pressemeldung zur Wahl des Insekts des Jahres 2018 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vom 6. Dezember 2017

[ Mehr erfahren ](http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5206&year=2017&kid=2&id=4645)

## Weitere Beiträge

[ ![Europäische Gottesanbeterin ist Insekt des Jahres 2017](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/gottesanbeterin_164727620l_fotolia.jpg.webp?h=0edda1f1&itok=jZj-begG)

01.08.2017

Europäische Gottesanbeterin ist Insekt des Jahres 2017

Das faszinierende Insekt zeigt, wie sich durch die Klimaerwärmung auch der Lebensraum verändern kann. Einst wanderte die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) von Afrika aus immer weiter Richtung Norden und wurde bereits im 18. Jahrhundert in Deutschland registriert. Dann galt sie hierzulande lange als verschwunden. Heute findet man sie fast überall in Deutschland. „Die Gottesanbeterin steht zwar auf der Roten Liste der bedrohten Arten, aber diese Einstufung kann durch ihre Ausbreitung hinterfragt werden“, sagte Professor Dr. Thomas Schmitt, Vorsitzender der Jury bei der Wahl zum „Insekt des Jahres 2017“. Mit steigenden Temperaturen besiedelt das Insekt voraussichtlich immer mehr Orte.

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[ ![Insekt des Jahres 2016: Der Dunkelbraune Kugelspringer](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/i_d_j_2016_01_kugelspringer_2xanbuche_fotoandreasstark.jpg.webp?h=79b4fc58&itok=uq0i9DMz)

27.07.2016

Insekt des Jahres 2016: Der Dunkelbraune Kugelspringer

Eine seltene Schönheit, ein Traumtyp ist er nicht: Der Dunkelbraune Kugelspringer (Allacma fusca) ist klitzeklein, hat schütteres Haar, einen kugeligen Körper und kommt häufig vor. Dennoch hat ihn ein Kuratorium aus namhaften Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen zum „Insekt des Jahres 2016“ gekürt. Dafür gibt es einen guten Grund: Das Urinsekt ist ein Zeichen für gesunden Boden, der die Grundlage unseres Lebens ist. Mit dem „Insekt des Jahres“ wird seit 1999 jedes Jahr auf die weltweit artenreichste Gruppe von Tieren aufmerksam gemacht, die oft nur als Schädlinge abgetan werden.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/insekt-des-jahres-2016-der-dunkelbraune-kugelspringer)

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[ ![Hornissen sind friedfertige Insekten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/hornisse_im_flieder_minuspunktwikipedia.jpg.webp?h=4e026002&itok=ifIFoT78)

07.07.2017

Hornissen sind friedfertige Insekten

Über Hornissen (Vespa crabro) gibt es verschiedene Legenden. So geht im Volksmund die Mär um, dass drei Stiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten sollen. Daraus leitet sich für viele Leute ab, dass Hornissen gefährliche Tiere sind, die man unbedingt unschädlich machen muss. Das stimmt aber nicht: Hornissen-Stiche sind nicht gefährlicher als die von Honigbienen, Wespen oder Hummeln. In der Literatur ist zu lesen, dass Ratten bis zu 60 Stiche, Mäuse bis zu sechs Stiche und Menschen hunderte Stiche überstehen. Für Allergiker gilt allerdings die gleiche Vorsicht wie bei Bienenstichen. Die den Tieren nachgesagte besondere Angriffslust ist nicht nachgewiesen. Hornissen sind allgemein friedliche Tiere. Sie gehen zwar in 3 bis 4 Metern Nähe an ihrem Nest gegen vermeintliche Angreifer vor, bei der Nahrungs- oder Baumaterialsuche fliehen sie aber eher bei einer Bedrohung.

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30.10.2015

Ideenbuch Insektenhotels

Der Garten ist Lebensraum für zahlreiche Insekten. Dabei begegnen dem Gartenfreund nicht nur diejenigen Insekten, die an und von seinen Nutzpflanzen leben und ihm die Ernte oder Blumenpracht streitig machen, sondern viele andere Arten. Manche davon rechnen wir zu den Nützlingen, andere sollten wir als Teil der erstrebenswerten biologischen Vielfalt nicht nur dulden, sondern ihnen auch Lebenshilfen in unserer kleinen „Kulturlandschaft“, im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon geben.

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