# Hygienische und verlustfreie Getreidelagerung wird schwieriger

## Metadata

- Entity type: Inhalt (`node`)
- URL: https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/hygienische-und-verlustfreie-getreidelagerung-wird-schwieriger
- Language: de
- Bundle: Magazinartikel (`article`)
- Created: 2017-08-17T13:00:13+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
- Published: true
- Topics: Landwirtschaft, Lebensmittel / Ernährung, Versorgungssicherheit
- Teaser text: Insekten, Pilze, Nagetiere oder Vögel haben im Getreidelager nichts zu suchen. Schließlich sollen aus dem Getreide Mehl und am Ende gesunde Lebensmittel werden. Neben vorbeugenden Maßnahmen konnten die Lagerbetreiber lange Zeit auf mehrere synthetische Mittel zur direkten Schaderregerbekämpfung zurückgreifen. In den letzten Jahren wird die Auswahl immer kleiner. Falls sich dieser Trend fortsetzt, ist mit gravierenden Folgen zu rechnen.

## Content

© Christian Mühlhausen / Landpixel Für Landwirte, Händler und Mühlen wird der Schutz des eingelagerten Getreides schwieriger.

14.09.2017

[ Startseite ](https://www.iva.de/) [ IVA-Magazin ](https://www.iva.de/iva-magazin) [ Umwelt &amp; Verbraucher ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher) Hygienische und Verlustfreie Getreidelagerung Wird Schwieriger

![](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizenkontrolle_62915_landpixel.jpg.webp?h=fee4874d&itok=nqXeG4WA)

© Christian Mühlhausen / Landpixel

Für Landwirte, Händler und Mühlen wird der Schutz des eingelagerten Getreides schwieriger.

14.09.2017

# Hygienische und verlustfreie Getreidelagerung wird schwieriger

## Zahl der zugelassenen Wirkstoffe gegen Vorratsschädlinge sinkt

Insekten, Pilze, Nagetiere oder Vögel haben im Getreidelager nichts zu suchen. Schließlich sollen aus dem Getreide Mehl und am Ende gesunde Lebensmittel werden. Neben vorbeugenden Maßnahmen konnten die Lagerbetreiber lange Zeit auf mehrere synthetische Mittel zur direkten Schaderregerbekämpfung zurückgreifen. In den letzten Jahren wird die Auswahl immer kleiner. Falls sich dieser Trend fortsetzt, ist mit gravierenden Folgen zu rechnen.

[ ![Für Landwirte, Händler und Mühlen wird der Schutz des eingelagerten Getreides schwieriger.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizenkontrolle_62915_landpixel.jpg.webp?h=fee4874d&itok=i1lAoAg1 "Für Landwirte, Händler und Mühlen wird der Schutz des eingelagerten Getreides schwieriger.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/weizenkontrolle_62915_landpixel.jpg)© Christian Mühlhausen / Landpixel

Für Landwirte, Händler und Mühlen wird der Schutz des eingelagerten Getreides schwieriger.

[ ![Der Kornkäfer zählt zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen. Theoretisch wären jährlich 250 000 Nachkommen von einem einzigen Weibchen möglich.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/kornkaefer_quelle_bayer_cropscience.jpg.webp?h=c5b79075&itok=JpwefwB9 "Der Kornkäfer zählt zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen. Theoretisch wären jährlich 250 000 Nachkommen von einem einzigen Weibchen möglich.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/kornkaefer_quelle_bayer_cropscience.jpg)© Bayer CropScience

Der Kornkäfer zählt zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen. Theoretisch wären jährlich 250 000 Nachkommen von einem einzigen Weibchen möglich.

[ ![Im Getreidelager dürfen nur noch wenige Wirkstoffe eingesetzt werden, um Schaderreger zu bekämpfen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/getreidelager_quelle_bayer_cropscience.jpg.webp?h=8bb51251&itok=QI1dHfod "Im Getreidelager dürfen nur noch wenige Wirkstoffe eingesetzt werden, um Schaderreger zu bekämpfen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/getreidelager_quelle_bayer_cropscience.jpg)© Bayer CropScience

Im Getreidelager dürfen nur noch wenige Wirkstoffe eingesetzt werden, um Schaderreger zu bekämpfen.

[ ![Ratten verursachen vor allem hygienische Probleme, weil sie gefährliche Krankheiten wie infektiöse Gelbsucht, Trichinose, Salmonellose oder Typhus und Tollwut übertragen können.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/nagetier_foto_wiedenau.jpg.webp?h=a5eb5da0&itok=Xpfu1lpo "Ratten verursachen vor allem hygienische Probleme, weil sie gefährliche Krankheiten wie infektiöse Gelbsucht, Trichinose, Salmonellose oder Typhus und Tollwut übertragen können.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/nagetier_foto_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Ratten verursachen vor allem hygienische Probleme, weil sie gefährliche Krankheiten wie infektiöse Gelbsucht, Trichinose, Salmonellose oder Typhus und Tollwut übertragen können.

Ende März 2018 ist die Zeit des Nachernte-Insektizids Pirimiphosmethyl abgelaufen. Bis dahin dürfen noch Restmengen gegen Kornkäfer, Reiskäfer, Reismehlkäfer, Getreideplattkäfer, Leistenkopfplattkäfer, Kornmotte oder Getreidemotte eingesetzt werden. Das Mittel trug über viele Jahre dazu bei, die Qualität des eingelagerten Getreides zu sichern. Pirimiphosmethyl reiht sich damit ein in eine länger werdende Liste an Wirkstoffen, die nicht mehr zur Verfügung stehen. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl dieser Wirkstoffe von 22 auf heute nur noch neun mehr als halbiert (Quelle: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft).

## Hohes Resistenzrisiko

Falls Lagerräume nicht dicht sind und sie deswegen nicht mit Stickstoff oder Kohlendioxid begast werden können, verbleibt aktuell nur noch der Wirkstoff Deltamethrin, um Insekten zu bekämpfen. Dieser wird vor der Einlagerung des Getreides gegen eventuell im Lager verbliebene Insekten eingesetzt. Auch in der Ratten- und Mäusebekämpfung gibt es mit Zinkphosphid nur noch einen Wirkstoff. Die Gefahr für Resistenzen bei den Schaderregern steigt entsprechend an. Um das Risiko zu verringern, müssten mindestens drei verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung stehen. Das fordert jedenfalls der [Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP)](https://www.nap-pflanzenschutz.de/ueber-den-aktionsplan/aktionsplan-vorratsschutz/) unter Federführung des Julius Kühn-Instituts (JKI).

## Bessere Vorbeugung plus neue Wirkstoffe

Einlagernde Landwirte, Handelsunternehmen und Mühlen stehen vor großen Herausforderungen. Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder in Verkehr bringen sind laut Lebensmittelhygiene-Verordnung verpflichtet, für sichere und unbedenkliche Partien ohne Insekten, Pilze oder Nagetiere Sorge zu tragen. Vorsorgemaßnahmen wie die Säuberung der Räume vor der Einlagerung, die gründliche Reinigung des Getreides vor der oft mehrmonatigen Lagerphase sowie geringe Kornfeuchten und Lagertemperaturen gewinnen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig hält es der NAP für erforderlich, alternative Vorratsschutz-Strategien umzusetzen sowie neue Wirkstoffe zu entwickeln und zu genehmigen.

Endverbraucher haben ein Recht auf hygienisch einwandfreie Produkte. Die Vorstellung von Käfern und Ratten im Getreidelager ist aber nicht nur wenig appetitlich. Nagetiere können auch Krankheiten übertragen, die für uns lebensgefährlich sind. Die Erreger lösen Infektionen aus, wenn das Mehl ohne Backvorgang auf den Tisch kommt. Hitze setzt Bakterien und Viren zu. Unempfindlich gegenüber hohen Temperaturen sind jedoch die giftigen Stoffwechselprodukte von Pilzen. Wenn Getreide oder Mehl also erst einmal verpilzt sind, bleibt nur noch die Entsorgung.

## Volkswirtschaftlicher Schaden

Neben den größer werdenden Qualitäts- und Hygienerisiken steigen auch die möglichen Lagerverluste durch Fraß beziehungsweise unbrauchbar gewordene Partien. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen [FAO](http://www.fao.org/home/en/) betragen die Nachernteverluste bei Getreide in Europa 4 Prozent. Die Welternährungsorganisation [WHO](http://www.who.int/en/) macht dafür zu 80 Prozent Insekten und zu jeweils 10 Prozent Pilze beziehungsweise Nagetiere und Vögel verantwortlich. In Deutschland liegen die Verluste mit etwa 3,3 Prozent etwas niedriger. Bei einer durchschnittlichen Getreideernte in Deutschland von knapp 48 Millionen Tonnen ergibt dies einen Verlust von rund 1,6 Millionen Tonnen beziehungsweise etwa 277 Millionen Euro (bei 175 Euro pro Tonne). Je weniger Vorsorge- und Bekämpfungsmöglichkeiten die Lagerbetreiber zur Verfügung haben, desto stärker können die Verluste ansteigen. Deutschland und seine europäischen Nachbarn haben noch ein vergleichsweise hohes Vorratsschutzniveau. Weltweit beziffert Dr. Cornel Adler vom JKI jedoch die Verluste zwischen Ernte und Verarbeitung bei 5 bis 15 Prozent. Diese Größenordnungen haben ganz erhebliche Auswirkungen auf die globale Getreideversorgung.

## Weitere Informationen

JKI-Wissensportal zum Vorratsschutz

[ Mehr erfahren ](http://vorratsschutz.julius-kuehn.de/index.php)

[ Mehr erfahren ](https://www.iva.de/sites/default/files/pdfs/dlg-feldtge_2016_flyer_biodiversitaet.pdf)

## Weitere Beiträge

[ ![Vorratsschädlinge haben gute Zukunftsaussichten](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/kornkaefer_makkaroni_raiser.jpg.webp?h=7a66d629&itok=Cqhutxjt)

22.10.2013

Vorratsschädlinge haben gute Zukunftsaussichten

Wie sind die Perspektiven für Vorratsschädlinge? – Blendend! „Ihnen steht eine nicht immer leichte, aber doch sichere Zukunft bevor“, schreibt Prof. Dr. Christoph Reichmuth, ehemals Leiter des Instituts für Vorratsschutz des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Berlin im Journal für Kulturpflanzen. Sein Beitrag beschreibt die Rivalität zwischen Menschen und Schädlingen um die kostbaren Vorräte

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/vorratsschaedlinge-haben-gute-zukunftsaussichten)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/vorratsschaedlinge-haben-gute-zukunftsaussichten)

[ ![Mit Lockstoffen gegen Schädlinge](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/06d164-10_bam.jpg.webp?h=3e4601ae&itok=ThlUMmtk)

04.02.2014

Mit Lockstoffen gegen Schädlinge

„Um Lagergüter und Materialien vor schädlichen Insekten zu schützen, sind seit über dreißig Jahren Pheromone im Einsatz“, berichtet Dr. Rüdiger Plarre von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung aus Berlin im Journal für Kulturpflanzen. „Wissenschaftler konnten in den letzten Jahrzehnten die chemischen Strukturen der Pheromone aller wirtschaftlich bedeutsamen Vorrats- und Materialschädlinge entschlüsseln. Auch zukünftig werden die Lockstoffe besonders in der Forschung eine große Rolle spielen.“

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/mit-lockstoffen-gegen-schaedlinge)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/mit-lockstoffen-gegen-schaedlinge)

[ ![Ratten und Mäuse: Jedes Jahr 40 Millionen Euro Verluste in deutschen Getreidelagern](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/1_1_960x960/public/m-2025/benutzer/uid/magazinbilder/lauenstein_bild_2_wanderratte_0.jpg.webp?h=4c902a4e&itok=BlfKPUpa)

16.05.2012

Ratten und Mäuse: Jedes Jahr 40 Millionen Euro Verluste in deutschen Getreidelagern

Sie sehen possierlich aus, besitzen aber beträchtliches Schadpotenzial. Und sie suchen die Nähe des Menschen, was nur selten auf Gegenliebe stößt. Es gibt viele gute Gründe, die Ratten- und Mäusepopulationen sorgfältig zu kontrollieren.

[ Lesen Sie mehr ](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/ratten-und-maeuse-jedes-jahr-40-millionen-euro-verluste-deutschen)

](https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/ratten-und-maeuse-jedes-jahr-40-millionen-euro-verluste-deutschen)
