# Hanf: Sorte und Verarbeitung machen den Unterschied

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- Created: 2020-10-01T08:35:33+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Gesundheit / Verbraucherschutz
- Teaser text: Hanfanbau ist in Deutschland unter strengen Auflagen erlaubt. Der Grund dafür sind nicht die hochwertigen Fasern und das Öl der Pflanze. Vielmehr will der Gesetzgeber verhindern, dass Drogen aus den weiblichen Blüten gewonnen werden. Parallel dazu ist die Diskussion um eine weitere Legalisierung von Cannabis-Produkten in vollem Gange.

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© iStock Hanfanbau ist in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt.

12.11.2020

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Hanfanbau ist in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt.

12.11.2020

# Hanf: Sorte und Verarbeitung machen den Unterschied

## Fasern, THC und CBD

Hanfanbau ist in Deutschland unter strengen Auflagen erlaubt. Der Grund dafür sind nicht die hochwertigen Fasern und das Öl der Pflanze. Vielmehr will der Gesetzgeber verhindern, dass Drogen aus den weiblichen Blüten gewonnen werden. Parallel dazu ist die Diskussion um eine weitere Legalisierung von Cannabis-Produkten in vollem Gange.

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Hanfanbau ist in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt.

[ ![Die Hanfpflanze sieht eher unscheinbar aus, sie ist an ihren handförmig eingeschnittenen Blättern zu erkennen.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/804950_original_r_k_b_by_hanfmagazin_pixelio.de_.jpg.webp?h=3f8015e7&itok=7VOf14dz "Die Hanfpflanze sieht eher unscheinbar aus, sie ist an ihren handförmig eingeschnittenen Blättern zu erkennen.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/804950_original_r_k_b_by_hanfmagazin_pixelio.de_.jpg)© Hanfmagazin / Pixelio

Die Hanfpflanze sieht eher unscheinbar aus, sie ist an ihren handförmig eingeschnittenen Blättern zu erkennen.

[ ![Ob Cannabis-Produkte Einstiegsdrogen sind, ist nach wie vor umstritten.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/joint_1155777646l_istock.jpg.webp?h=119335f7&itok=dd-HqES1 "Ob Cannabis-Produkte Einstiegsdrogen sind, ist nach wie vor umstritten.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/joint_1155777646l_istock.jpg)© iStock

Ob Cannabis-Produkte Einstiegsdrogen sind, ist nach wie vor umstritten.

[ ![Hanf-Speiseöl ist mittlerweile wieder im Lebensmitteleinzelhandel zu finden.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oel_m.wiedenau.jpg.webp?h=e99e7a22&itok=Wl6zn1_2 "Hanf-Speiseöl ist mittlerweile wieder im Lebensmitteleinzelhandel zu finden.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/oel_m.wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Hanf-Speiseöl ist mittlerweile wieder im Lebensmitteleinzelhandel zu finden.

[ ![Die Fasern der Pflanze wurden vor allem zu Seilen oder Segeltuch verarbeitet. Heute verstärken sie unter anderem Kunststoffe.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/213880_original_r_k_b_by_rainersturm_pixelio.de_.jpg.webp?h=15ed18c4&itok=b6jre4Ls "Die Fasern der Pflanze wurden vor allem zu Seilen oder Segeltuch verarbeitet. Heute verstärken sie unter anderem Kunststoffe.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/213880_original_r_k_b_by_rainersturm_pixelio.de_.jpg)© Rainer Sturm / Pixelio

Die Fasern der Pflanze wurden vor allem zu Seilen oder Segeltuch verarbeitet. Heute verstärken sie unter anderem Kunststoffe.

## Unscheinbares Äußeres

Im Vergleich zur hitzigen Diskussion über ihre Verwendung kommt die Hanfpflanze *(Cannabis sativa)* eher unspektakulär daher. Die einjährige Pflanze mit den langgestielten, tief handförmig eingeschnittenen Blättern entwickelt grünliche Blüten und kann bis zu 3 Meter in die Höhe wachsen. Sie hat keine besonderen Ansprüche an Klima und Standort, sodass sie in Mitteleuropa sehr gut gedeiht.

Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Verwendungszwecke unterscheiden: Die traditionelle Nutzung als Faser- und Öl-Lieferant genießt in der Gesellschaft breite Zustimmung. So freuen sich Landwirte beispielsweise über die guten Fruchtfolgeeffekte, Umweltgruppierungen über die Eignung als nachwachsender Rohstoff und die Wirtschaft über interessante Produkte. Doch im Hanf steckt noch mehr.

## CBD und THC

Zum einen ist es das entzündungshemmende und entspannende Cannabidiol (CBD). Es wird für zahlreiche pharmazeutische Zwecke verwendet. So zum Beispiel bei schweren Krebserkrankungen, Aids oder Multipler Sklerose zur Appetitförderung, Stimmungsverbesserung oder zur Schmerzlinderung. Mittlerweile gibt es immer mehr CBD-Produkte ohne ärztliches Rezept. Die Spanne reicht von Tee, über Kosmetika bis zu Kaugummi.

Zum anderen verfügen die Pflanzen über einen sortentypischen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC), das psychoaktiv und berauschend wirkt. Aus der Hanf-beziehungsweise Cannabispflanze lassen sich drei THC-Erzeugnisse gewinnen: Marihuana („Gras“, „Pot“) aus weiblichen Blüten und blütennahen Blättern, Haschisch („Shit“, „Dope“) aus dem abgepressten Harz und Haschischöl aus Harz oder Hanföl.

## Einstiegsdroge oder harmlos?

Am THC erhitzten und erhitzen sich die Gemüter. Für viele Politiker und Suchtexperten galten THC-haltige Cannabis-Produkte lange Zeit als Einstiegsdroge. Um dem aus dem Weg zu gehen, wurde der Anbau 1982 verboten. Weil die Nachfrage nach Nutzhanf auflebte, wurde der landwirtschaftliche Anbau 1996 unter strengen Vorgaben wieder erlaubt.

Dafür stehen aber ausschließlich Sorten mit einem geringen psychoaktiven THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent zur Verfügung. Landwirte müssen den Anbau bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anmelden und dokumentieren. Die Ernte kann erst nach vorheriger Probennahme durch die BLE erfolgen. Für die Landwirte ein aufwändiges Verfahren.

Noch deutlich größer ist der Aufwand für Unternehmen, die Cannabis für medizinische Anwendungen anbauen. In Neumünster (Schleswig-Holstein) entstand bis Anfang 2020 eine Hochsicherheitsplantage hinter Stahlbeton, gesichert mit zahlreichen Kameras, Sicherheitsschleusen, Stacheldraht und schusssicherem Glas. Da verwundert es nicht, dass der größte Anteil der von den Apotheken benötigten Produkte aus Holland, Kanada oder Dänemark eingeführt wird.

Immer wieder gibt es Tendenzen, den Konsum als Rauschmittel zu legalisieren. Gestützt wird die Argumentation der Befürworter durch Studien, wonach Cannabis-Drogen nur ein geringes körperliches und geistiges Abhängigkeitspotenzial bewirken, das mit Alkohol und Nikotin vergleichbar sein soll. Der erste Schritt heraus aus der Illegalität ist bereits umgesetzt: In Deutschland können die Staatsanwaltschaften unter besonderen Umständen von einer Strafverfolgung absehen, wenn der Betreffende nur geringe Mengen für den Eigenkonsum mit sich geführt hat.

## Seile, Segel und Jeans

Hanf hat eine lange Tradition. In China hat man bereits vor rund 5000 Jahren Seile aus den Fasern der Pflanze gefertigt. In 2500 Jahre alten keltischen Gräbern wurden Kleidungsstücke aus Hanffasern gefunden. Im Spätmittelalter war Hanf neben Flachs die wichtigste Rohstoffpflanze Mitteleuropas. Daraus wurden vor allem Segeltuch, Taue, Säcke und später auch Papier hergestellt. 1873 fertigte Levi Strauss seine erste Jeans aus Hanffasern. Gleichzeitig begann der Niedergang: Textilien wurden zunehmend aus Baumwolle hergestellt, Segel waren wegen der Umstellung auf Dampfschifffahrt kaum noch gefragt und Papier aus Holz war preiswerter.

In den letzten Jahrzehnten erlebt der Nutzhanfanbau wieder einen leichten Aufschwung. Als Verstärkung in Kunststoffen, Dämmstoff im Hausbau oder für Spezialpapiere gibt es eine kleine Nachfrage. Erwähnenswert ist zudem das hochwertige Speiseöl, das aus den Samen gepresst wird. Die Anbaufläche liegt aktuell in Deutschland bei 5362 Hektar (Quelle: BLE).

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13.07.2016

Ein Preisträger mit verschiedenen Namen: Goldmohn, Kalifornischer Mohn oder Schlafmützchen

Zum Einschlafen war die Wahl zur Giftpflanze 2016 keinesfalls. Auch wenn sich das hübsche Schlafmützchen (Eschscholzia californica) 32 Prozent der Wählerstimmen und damit eindeutig den ersten Platz holte. Insgesamt beteiligten sich 1926 Personen an der Abstimmung des Botanischen Sondergartens Wandsbek. In Gärten, auf Balkonen oder in Wohnungen vieler Menschen wachsen Pflanzen mit giftigen Wirkungen. Diese Gefahr ist den Pflanzenbesitzern oft gar nicht bewusst, daher möchte der Sondergarten mit seiner Aktion auf giftige Zierpflanzen aufmerksam machen.

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20.06.2018

Lila Pracht in Nordhessen zur alljährlichen Mohnblüte

Schlafmohn gehört zu den ältesten Kulturpflanzen in Europa, schon 6000 v. Chr. wurde er in Südeuropa angebaut. Der Landwirt und Gastronom Björn Sippel baut in Germerode im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen 25 Hektar Mohn an. Jedes Jahr lockt die lila Blüte tausende Besucher auf seine Felder. Das IVA-Magazin hat nachgefragt, wie Landwirt Sippel zum Mohn gekommen ist, wie die Kultur im Ackerbau geführt wird und was touristisch und kulinarisch alles rund um den Mohn angeboten wird.

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09.07.2009

Wo der Tabak wächst …

Rosa Blüten und große grüne Blätter sind sein Markenzeichen. Das Tropengewächs Tabak wächst auch auf Deutschlands Äckern und das recht schnell: in nur 100 Tagen wird aus dem kleinen Setzling eine bis zu zwei Meter große Pflanze. In dieser Zeit entwickelt sie bis zu 30 Kilogramm Grünmasse, produziert Sauerstoff und schützt die Bodenfruchtbarkeit. Landwirte schätzen den Tabak deshalb als Vorfrucht.

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08.05.2007

Hopfen – eine gefragte Arzneipflanze

Hopfen kann mehr als schlaffördernd und beruhigend wirken. Heute weiß man, dass die Inhaltsstoffe der Blütenstände weiblicher Pflanzen, die so genannten Hopfenzapfen, Ausgangsstoffe für Präparate enthalten, die den körpereigenen Östrogenen des Menschen sehr ähnlich sind. Ein weiterer Stoff kann bösartigen Zellwucherungen entgegenwirken. Allerdings sind beide Substanzen nur in geringen Mengen in den Hopfenzapfen enthalten. Sie aus den bisher vorhandenen Hopfensorten zu gewinnen, ist sehr teuer. Professor Gerd Weber vom Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik der Universität Hohenheim will das ändern. Trotz der Bedeutung des „Medizinhopfens“ wird allerdings nur etwa ein Prozent des angebauten Hopfens für pharmazeutische Zwecke genutzt. Hauptabnehmer sind die Brauereien.

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