# Getreideernte 2018: Zwischen Durchschnitt und Desaster

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- Created: 2018-08-29T09:35:54+00:00
- Updated: 2025-10-23T10:05:52+00:00
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- Topics: Landwirtschaft
- Teaser text: Früh, schnell und unterdurchschnittlich, aber regional sehr verschieden – so kann man kurz und knapp die diesjährige Getreideernte beschreiben. Statt voller, runder Körner ernteten die Landwirte verbreitet nur schrumpeliges Schmachtkorn.

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© Matthias Wiedenau Besonders stark gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt fällt der Rückgang der Getreideernte in Schleswig-Holstein mit 33,7 Prozent, Brandenburg mit 30,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,9 Prozent aus.

04.09.2018

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© Matthias Wiedenau

Besonders stark gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt fällt der Rückgang der Getreideernte in Schleswig-Holstein mit 33,7 Prozent, Brandenburg mit 30,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,9 Prozent aus.

04.09.2018

# Getreideernte 2018: Zwischen Durchschnitt und Desaster

## Witterungsextreme machten vielerorts die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte

Früh, schnell und unterdurchschnittlich, aber regional sehr verschieden – so kann man kurz und knapp die diesjährige Getreideernte beschreiben. Statt voller, runder Körner ernteten die Landwirte verbreitet nur schrumpeliges Schmachtkorn.

[ ![Besonders stark gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt fällt der Rückgang der Getreideernte in Schleswig-Holstein mit 33,7 Prozent, Brandenburg mit 30,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,9 Prozent aus.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/maehdrescher_foto_matthias_wiedenau.jpg.webp?h=c27525c5&itok=CV2utIj1 "Besonders stark gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt fällt der Rückgang der Getreideernte in Schleswig-Holstein mit 33,7 Prozent, Brandenburg mit 30,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,9 Prozent aus.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/maehdrescher_foto_matthias_wiedenau.jpg)© Matthias Wiedenau

Besonders stark gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt fällt der Rückgang der Getreideernte in Schleswig-Holstein mit 33,7 Prozent, Brandenburg mit 30,2 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,9 Prozent aus.

[ ![Von Hand ausgeriebene Ähren sind ein verlässliches Anzeichen für die Ernte. Viele kleine Körner bedeuten schlechte Erträge.](https://www.iva.de/sites/default/files/styles/16_9_1152x648/public/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/pruefen_der_koerner_00019684_agrarpress.jpg.webp?h=1d17c9fc&itok=fhL6REc- "Von Hand ausgeriebene Ähren sind ein verlässliches Anzeichen für die Ernte. Viele kleine Körner bedeuten schlechte Erträge.") ](https://www.iva.de/sites/default/files/m-2025/benutzer/%25uid/magazinbilder/pruefen_der_koerner_00019684_agrarpress.jpg)© agrar-press

Von Hand ausgeriebene Ähren sind ein verlässliches Anzeichen für die Ernte. Viele kleine Körner bedeuten schlechte Erträge.

Rund zwei Wochen früher als in normalen Jahren begannen die Mähdrescher mit der Ernte. So schnell wie die Maschinen erschienen waren, so schnell waren sie auch wieder verschwunden. Denn kaum ein Regenschauer unterbrach die Erntearbeiten. So weit, so gut.

Im Korntank der Mähdrescher befand sich mit 34,5 Millionen Tonnen allerdings die kleinste Getreideernte seit 24 Jahren. Damit wurde das Ertragsmittel aus den Jahren 2015 bis 2017 um knapp 19 Prozent unterboten. Die Erträge der wichtigsten Getreidekultur Winterweizen lagen bei 6,6 Tonnen pro Hektar, die der zweitwichtigsten Kultur Wintergerste bei 6,1 Tonnen. Zum Vergleich: Die Ertragsmittel aus den Jahren 2015 bis 2017 betrugen 7,9 und 6,9 Tonnen (Zahlen: BMEL).

## Norden und Osten besonders betroffen

Gegenüber den schwachen bundesweiten Erträgen gab es regional deutliche Ausschläge nach oben und unten. Während im April die meisten Landwirte noch stolz auf ihre Getreidefelder waren, so hatte sich bis Juli die Situation grundlegend gewandelt. Wer auf guten Böden genügend Regen bekommen hatte, war mit den Erträgen durchaus zufrieden. Mehrheitlich überwog aber die Enttäuschung. Besonders im Norden und Osten hat es verbreitet von April bis Juli kaum geregnet. Das ist besonders bitter für die Landwirte, die das zweite Jahr in Folge von einer Missernte betroffen sind. Da helfen auch die durch die schlechte Ernte gestiegenen Verkaufspreise für Getreide nur bedingt weiter. Besonders schwierig ist die Situation für Viehbetriebe, die eigenen Weizen oder Gerste verfüttern und jetzt teures Getreide zukaufen müssen.

## Höchste Monatsmitteltemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen

Wenig Regen ist die eine Ursache für die schlechten Ergebnisse, hohe Temperaturen eine zweite. Der April und der Mai 2018 waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Der Juni 2018 war nach dem Juni 2003 der zweitwärmste der letzten 30 Jahre. Je wärmer es ist, desto schneller sind die Bodenwasserreserven aus dem Winter aufgebraucht. Wassermangel führt dazu, dass die Getreidepflanze statt voller Körner nur verschrumpeltes Schmachtkorn bildet.

## Weitere Beiträge

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02.09.2015

Getreideernte 2015: Trotz verbreiteter Trockenheit vielfach überraschende gute Erträge

Die Mähdrescher sind von den Feldern verschwunden, die diesjährige Getreideernte ist eingefahren. Nach den Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums lagen die Ergebnisse beim Winterweizen, der wichtigsten Getreidekultur, bei 8,1 Tonnen pro Hektar. Damit ernteten die Bauern entgegen der Erwartungen noch 0,4 Tonnen mehr als im Mittel der Jahre 2010 bis 2014. Doch der Durchschnittswert ist nur ein Teil der Wahrheit.

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08.11.2016

Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalent

Der kräftige, aromatische Geschmack ist typisch für Backerzeugnisse aus Roggenmehl. Roggen- und Mischbrote erweitern die Auswahl in Bäckereien enorm. Die überwiegende Menge des hierzulande angebauten Roggens geht allerdings ins Tierfutter sowie in die Bioethanol- und Biogaserzeugung. Das bis zu zwei Meter hohe Getreide ist hart im Nehmen – kalte Winter, trockene Sommer und sandige Böden können ihm nichts anhaben. Auf Braunrost reagiert es aber empfindlich.

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29.06.2016

Durum – der Pastaweizen

Spaghetti, Penne und Spätzle, aber auch Couscous und Bulgur haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden alle aus Durum – auch Hart- oder Glasweizen genannt – hergestellt. Der heimische Anbau deckt gerade einmal 10 Prozent der deutschen Verarbeitungsmenge ab. Viele Landwirte scheuen das Risiko, weil aufgrund des Klimas die geforderten Qualitäten nicht immer erreicht werden. Ansonsten lässt sich Durum fast so wie der „normale“ Winterweizen anbauen.

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17.08.2017

Hygienische und verlustfreie Getreidelagerung wird schwieriger

Insekten, Pilze, Nagetiere oder Vögel haben im Getreidelager nichts zu suchen. Schließlich sollen aus dem Getreide Mehl und am Ende gesunde Lebensmittel werden. Neben vorbeugenden Maßnahmen konnten die Lagerbetreiber lange Zeit auf mehrere synthetische Mittel zur direkten Schaderregerbekämpfung zurückgreifen. In den letzten Jahren wird die Auswahl immer kleiner. Falls sich dieser Trend fortsetzt, ist mit gravierenden Folgen zu rechnen.

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15.08.2012

Weizen: Nummer eins in Deutschland, weltweit Rang drei

Wenn im Hochsommer die Mähdrescher über die Äcker rollen, ist der Weizen reif. Das vielseitige Getreide ist in Deutschland die flächenmäßig bedeutendste Kultur und eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Er wird als Winter- und als Sommerweizen angebaut.

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04.09.2012

Nummer eins in Deutschland, weltweit Rang drei (Teil 2)

Wenn im Hochsommer die Mähdrescher über die Äcker rollen, ist der Weizen reif. Das vielseitige Getreide ist in Deutschland die flächenmäßig bedeutendste Kultur und eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel.

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