Getreideernte 2015: Trotz verbreiteter Trockenheit vielfach überraschende gute Erträge

Regional Toperträge, aber auch "verbrannte" Äcker und Feldmausplage

Die Mähdrescher sind von den Feldern verschwunden, die diesjährige Getreideernte ist eingefahren. Nach den Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums lagen die Ergebnisse beim Winterweizen, der wichtigsten Getreidekultur, bei 8,1 Tonnen pro Hektar. Damit ernteten die Bauern entgegen der Erwartungen noch 0,4 Tonnen mehr als im Mittel der Jahre 2010 bis 2014. Doch der Durchschnittswert ist nur ein Teil der Wahrheit. In verschiedenen Bundesländern standen die Landwirte infolge der ab Mai herrschenden Trockenheit vor „verbrannten“ Äckern, so unter anderem in Brandenburg.

Wintergerste erfreulich

Im Vergleich zu den anderen Getreidearten hat die Wintergerste am besten abgeschnitten. Weil sie zuerst abreift, war ihr Wasserbedarf mit der einsetzenden Trockenheit bereits weitgehend gedeckt. Mit 7,7 Tonnen lag sie zwar knapp unter den Erträgen des Rekordjahres 2014, aber um 1,1 Tonnen über dem mehrjährigen Mittel. In der Summe aller Getreidearten einschließlich Körnermais beläuft sich die Ernte voraussichtlich auf 48,2 Millionen Tonnen. Damit liegt die Menge drei Prozent über dem mehrjährigen Schnitt bei annähernd konstanter Anbaufläche.  

Bei Wasserknappheit ist Bodenqualität entscheidend

In Jahren mit knapper Wasserversorgung ist die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, entscheidend für das Pflanzenwachstum. Ertragsunterschiede von 30 bis 40 Prozent zwischen sandigen und lehmigen Böden sind keine Seltenheit, selbst wenn sie sich in direkter Nachbarschaft zueinander befinden. Ebenso unberechenbar wie das Wetter ist das Auftreten von Schaderregern. Allerdings können Landwirte diese durch gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen in den Griff bekommen. Einzig die Feldmäuse entwickelten sich regional zur Plage und haben für Einbußen gesorgt.

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