Gespenstische „Kunstwerke“: Gespinstmotten verwandeln Bäume und Sträucher

Befallsnester herausschneiden und entsorgen

Dichte weiße Gespinste überziehen im Frühjahr insbesondere Obstbäume, Felsen- und Traubenkirsche, Schlehe, Weißdorn oder das Pfaffenhütchen. Gespinstmotten schützen damit ihre Larven.

Unter den feinen Netzen laben sich 20 Millimeter lange, gelbgraue bis grüngraue Raupen mit schwarzen Flecken am Rumpf und schwarzem Kopf gut geschützt vor Feinden an den Blättern. Häufig fressen sie Bäume und Sträucher vollständig kahl. „In diesem Jahr ist der Befall regional sehr unterschiedlich“, berichtet Dr. Martin Hommes vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig. Die niedrigeren Temperaturen Anfang Juni haben die Gespinstmotten in ihren Fraßaktivitäten ein wenig gehemmt.

Durch den raffinierten Sichtschutz können den Raupen weder natürliche Feinde noch Pflanzenschutzmittel etwas anhaben. Dem Gärtner hilft in diesem Entwicklungsstadium der Gespinstmotte nur die Gartenschere. Dr. Hommes empfiehlt, Befallsnester herauszuschneiden und zu entsorgen. Grundsätzlich ist es ratsam, die Pflanzen im Frühjahr rechtzeitig auf Raupen zu kontrollieren und sie bei Bedarf vor der Gespinstbildung mit einem zugelassenen Insektizid zu bekämpfen.

Ab Juni verpuppen sich die meisten Raupen. Die befallenen Pflanzen können mit dem Johannistrieb wieder neu austreiben. Die Schmetterlinge schlüpfen ab Juli. Im Gegensatz zu den Raupen in ihren Gespinsten sind die Falter fast unscheinbar und richten auch keinen Schaden an. Sie werden 10 bis 15 Millimeter groß. Ihre Flügel sind weiß mit schwarzen Punkten. Die Weibchen legen ab August ihre Eier in Gelegen von bis zu 80 Stück an der Rinde ihrer Wirtspflanzen ab. Dort überwintern die jungen Raupen.

Weitere Beiträge: