Druck im Weinberg – Falscher Mehltau und Traubenwickler gefährden Trauben

Fungizide und Pheromonfallen helfen

Den Weintrauben droht Gefahr: Anhaltend schwül-warmes Wetter und sintflutartige Regenfälle begünstigen Peronospora (Falscher Mehltau) und den Befall mit Traubenwicklern.

2008 ist als Oidiumjahr (Jahr des Echten Mehltaus) in die Geschichte des Weinbaus eingegangen. 2009 könnte ein Peronosporajahr werden. Davon geht das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück schon jetzt aus. Das abwechselnde Auftreten von Oidium und Peronospora sei nicht ungewöhnlich, erklärt Dr. Edgar Müller vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück. Das diesjährige schwül-warme Wetter sei geradezu ideal für den Falschen Mehltau. Die Peronospora wird durch den Pilz Plasmopara viticola hervorgerufen; sie ist eine der gefährlichsten Reberkrankungen. Zwei bis drei Zentimeter große helle, ölige Flecken auf der Blattoberseite und ein schneeweißer Pilzrasen auf der Blattunterseite lassen die Blätter welken und abfallen (Blattfallkrankheit). Ältere Beeren verfärben sich bläulich, später braun, und schrumpfen zu „Lederbeeren“. Mit Fungiziden kann die Krankheit behandelt werden.

Auch der Traubenwickler tritt in diesem Jahr massiv auf. Der Einbindige Traubenwickler hat strohgelbe Flügel und ein schwarzbraunes Querband. Der Bekreuzte Traubenwickler unterscheidet sich durch gelbgrüne bis gräulich marmorierte Flügel. Zwar scheint derzeit der Einbindige Traubenwickler auf dem Rückzug, dafür setzt der Bekreuzte Traubenwickler seine Flugaktivität munter fort. Die Larven beider Wickler befallen die Blüten und Trauben, die dadurch für den Grauschimmel (Botrytis cinera) anfälliger werden. Der Einbindige Traubenwickler kann mit Pheromonfallen bekämpft werden. Sie verhindern, dass Männchen und Weibchen sich finden. Gegen den Bekreuzten Traubenwickler helfen nur Insektizide .